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Frieden bewahren

Die Vereinten Nationen (VN, englisch UN) wurden in Folge des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 mit einem zentralen Ziel gegründet: den internationalen Frieden zu bewahren. Seitdem befasst sich die UNO damit, Konflikte zu verhindern, Konfliktparteien beim Friedensprozess zu unterstützen und langfristig Frieden zu sichern. Die internationale Organisation kann auf eine große Anzahl von erfolgreichen Friedensmissionen zurückblicken und wurde dafür im Jahr 1988 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Gescheiterte Friedensmissionen

Obwohl die Bewahrung von internationalem Frieden eines der Hauptziele der Vereinigten Nationen ist, sind einige Friedensmissionen der UNO auch kläglich gescheitert. Hauptproblem der UN sind ihre fehlenden Kompetenzen. Dafür müssten die Mitgliedsstaaten nationale Souveränität übertragen, wozu sie nicht bereit sind. Oftmals scheitert die internationale Organisation auch an Vetos der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates, wenn sie neue Friedensmissionen einleiten will.

Wirtschaftliche und soziale Entwicklung

Neben dem Weltfrieden sind die Ziele der UN die Durchsetzung des Völkerrechts, Einhaltung der Menschenrechte sowie internationale Zusammenarbeit. Ein Großteil ihrer Arbeit ist die wirtschaftliche, soziale , humanitäre und ökologische Unterstützung – vor allem in den Entwicklungsländern. Zum Beispiel hat das Entwicklungsprogramm der UNO im Jahr 2018 mehr als eine Milliarde US Dollar zur Prävention lokaler Krisen eingesetzt und Millionen Menschen vor Armut geschützt. Die UNO ist der Überzeugung, dass ein dauerhafter Weltfrieden nur durch die Verbesserung des Lebensstandards auf der ganzen Welt erreicht werden kann. Bis 2030 will sie weltweit Armut und Hunger beseitigen.

Undemokratische Entscheidungsprozesse

Die Mitgliedsstaaten der UN werden durch ihre Regierungen vertreten, wodurch sie nur indirekt demokratisch legitimiert sind – Vertreter von Diktaturen und autoritären Staaten sind so wie ihre Regierung überhaupt nicht demokratisch legitimiert. Durch die Zusammensetzung des Sicherheitsrates haben auch nicht alle UN-Mitgliedsstaaten das gleiche Mitspracherecht. Die fünf Ständigen Mitglieder (USA, Russland, Grossbritannien, Frankreich und China) können durch ihr Vetorecht Sanktionen gegen sich selbst und verbündete Staaten verhindern.  So wird die UN nutzlos bei Verletzungen des Völkerrechts, die von seinen ständigen Mitgliedern begangen wurden.

Klimawandel bekämpfen

Der Klimawandel ist ein globales Problem, das eine globale Lösung braucht – seit den Neunzigern sind die Vereinten Nationen ein Hauptakteur in der Bekämpfung des Klimawandels. Im Jahr 2015 haben alle Mitglieder der UNFCCC (Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen) das Pariser Abkommen und die Ziele für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Im Mittelpunkt beider steht das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern. Viele Staaten kommen ihren Verpflichtungen jedoch nicht nach, und es besteht noch viel Handlungsbedarf, um die Ziele zu erreichen.

Ineffektiv und teuer

Kritiker (sowie auch Befürworter) der Vereinigten Nationen beklagen die Ineffizienz der UNO-Institutionen und kritisieren, die UNO sei übermäßig bürokratisch und behindere die Behandlung vieler Fragen. Ehemalige UNO-Beamte haben die Abwesenheit von schlüssiger strategischer Planung kritisiert und auf die veraltete Struktur und Geschäftspraktiken der Organisation hingewiesen. Vielleicht wegen ihrer Ineffizienz ist die UNO auch sehr teuer: In den ersten 70 Jahren ihres Bestehens kostete die UNO eine halbe Billion Dollar. Kritiker weisen auf schwindelerregende Personalkosten für einige Bürokraten hin, während Tausende von Praktikanten ohne Vergütung arbeiten.

Foto: Wikipedia (cc) Flagge der Vereinten Nationen (Friedland)