DAFÜR

DAGEGEN

Tierwohl

Der Verzehr von Fleisch erfordert den Tod eines Lebewesens. Für den Verzehr von Milchprodukten werden Muttertiere von ihrem Nachwuchs getrennt. Milchkühe entwickeln häufig eine bovine Mastitis (eine schmerzhafte Infektion und Euterentzündung), Tiere aus Massentierhaltung werden unter beengten Bedingungen gehalten und mit Antibiotika und Wachstumshormonen vollgepumpt, um den Gewinn zu maximieren. Kurzum verursacht nicht nur der Feischkonsum, sondern auch der von tierischen Produkten Tierleid. Im Gegensatz zu Wildtieren benötigt der Mensch zum Überleben kein Fleisch (und schon gar keine Milchprodukte von anderen Tieren). Fleisch zu essen ist eine Entscheidung, und als moralische Akteure ist es sicherlich die richtige Entscheidung, auf Fleisch und Milchprodukte zu verzichten.

Natur

Der Mensch und seine Vorfahren essen seit schätzungsweise 2,6 Millionen Jahren Fleisch. Tatsächlich argumentieren Wissenschaftler, dass tierisches Eiweiß für die Entwicklung größerer Gehirne bei frühen Humanoiden lebenswichtig war, was bedeutet, dass es den Menschen in seiner heutigen Form wahrscheinlich gar nicht gäbe, wenn er kein Fleisch gegessen hätte. Feisch ist Teil unserer Entwicklung und Ernährung. Wir sind uns einig, dass Tieren kein Fleisch vorenthalten werden darf, wenn es Teil dessen Ernährung ist, es wäre grausam und unnatürlich. Warum sollte dieses Argument nicht auch für den Menschen gelten?

Umwelt

Wenn Kühe Gras fressen, zersetzen Mikroben in ihrem Darm ihr Futter und produzieren Methan. Dieses Treibhausgas macht die Viehzucht zu einem der größten Verursacher der globalen Erderwärmung. Darüber hinaus werden Wälder für Viehweiden und Ackerflächen für Tierfutter gerodet, was zu einem Verlust von Wäldern, Artenvielfalt und Verschmutzung von Böden und Grundwasser führt. Wir bräuchten weltweit nur einen Bruchteil der Ackerflächen, würden wir Pflanzen für unseren eigenen Konsum statt für Tierfutter anbauen.

Kultur

Essen ist ein zentraler Bestandteil aller menschlichen Kulturen. Überall auf der Welt wird mit Fleischgerichten gefeiert, Menschen kommen zusammen, um gemeinsam zu essen. Kaum etwas verbindet uns mehr. Einige Anthropologen haben sogar die gewagte These aufgestellt, dass erst unser gemeinsames Essen uns zum Menschen gemacht hat! Seit zehntausenden von Jahren essen wir gemeinsam, Fleisch spielt dabei eine zentrale Rolle. Als Veganer steht man oft außen vor und ist nicht so richtig Teil des Festmahls, wenn man sein separates Essen allein verspeist. Bolognese-Soße, Tandoori-Huhn, Sashimi, Currywurst und Peking-Ente sind vegan nur schwer vorstellbar!

Gesundheit

Die vegane Ernährung ist in der Regel reich an Nahrungsmitteln, die nachweislich gesundheitsfördernd sind: frisches Obst, Gemüse, Samen, Nüsse, Bohnen und Hülsenfrüchte. Eine vegane Ernährung hat in der Regel einen höheren Ballaststoffgehalt und einen niedrigeren Cholesterin-, Protein-, Kalzium- und Salzgehalt als eine nicht-vegane Ernährung. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Veganerinnen und Veganer einen gesünderen Lebensstil pflegen und ein geringeres Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes Mellitus Typ II und auch für Krebskrankheiten haben. Es stimmt, dass Veganerinnen und Veganer ihre Ernährung mit Vitamin B12 ergänzen müssen, aber dies ist durch Nahrungsergänzungsmittel einfach zu bewerkstelligen.

Gesundheit

Eine ausgewogene Ernährung ist eine gesunde Ernährung. Wenn wir neben Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten in Maßen Fisch, Fleisch und Milchprodukte essen, erhalten wir alle Vitamine, Mineralien, Fettsäuren und andere Dinge, die wir brauchen, um gesund zu bleiben. Die Forschung deutet zwar darauf hin, dass Veganer ein geringeres Risiko für Herzerkrankungen haben, aber dieselbe Forschung zeigt auch, dass sie ein höheres Risiko für Schlaganfälle haben (möglicherweise aufgrund eines B12-Mangels). Es ist unklar, ob die vermeintlichen gesundheitlichen Vorteile des Veganismus ohnehin weniger mit der Ernährung und mehr mit einem besseren Lebensstil zu tun haben. So sind Veganer oft Nichtraucher, bewegen sich mehr und trinken weniger Alkohol.

Image Credits: BigStock – (c) Ben Gingell