DAFÜR

DAGEGEN

Freiheit

Der Libertarismus will die Freiheit schützen. Oft gibt es den falschen Eindruck, er wolle ein System ohne Regeln, dabei liegt der Schwerpunkt vielmehr darauf, jedem Individuum die größtmöglichen Freiheitsrechte zu sichern. Diese Rechte sollen zur Not gegen den Staat, das Gesetz und andere Individuen durchgesetzt werden. So wird staatliche Unterdrückung verhindert und jeder kann sich selbst gegen Ungerechtigkeit verteidigen.

Oligarchie

Das Problem des Libertarismus besteht darin, dass die Macht in jeder Gesellschaft nicht nur beim Staat liegt, sondern auch bei denen, die die Produktionsmittel kontrollieren und besitzen. Geld und Reichtum verschaffen einem in jeder Staatsform Einfluss und Macht, und das über Generationen hinweg. Dem Libertarismus ist jede Art der sozialen Umverteilung fremd, Steuern sind staatlicher Diebstahl. Letztendlich stehen dann aber Bildung, Polizeischutz und Gesundheitsversorgung nur den Reichen zu, die sich ihre Freiheit auf Kosten der Armen erkaufen.

Staatstyrannei

Das 20. Jahrhundert hat uns gelehrt, welche Schrecken die Staatsmaschinerie dem Einzelnen antun kann. Staaten verfügen über enorme Ressourcen und haben sich in der Vergangenheit schuldig gemacht. Staatliche Regierungen beschließen Massenüberwachung, Enteignung, ethnische Säuberung, Völkermord und veranlassen Propaganda, um die Bevölkerung von totalitären Ideologien zu überzeugen. Der Libertarismus ist der beste Schutz gegen Diktaturen, da er die Macht der Regierung massiv beschränkt und wehrhafte freie Bürger fördert.

Der Staat als Unternehmer

Manch einer hält an dem Mythos fest, dass die Wirtschaft in privaten Händen am besten aufgehoben sei. Je weniger staatliche Regelungen und Auflagen, desto innovativer und erfolgreicher die Wirtschaft. Das Modell der staatlichen Planwirtschaft ist sicher mit dem Ende der Sowjetunion gescheitert. Dennoch ist das nur die halbe Wahrheit. Die Privatwirtschaft ist massiv von der Infrastruktur sowie den Langzeitinvestitionen des Staates abhängig: gut ausgebildete Arbeitnehmer, Verkehrsnetze und Kommunikationstechnologie sowie Investitionen in Grundlagenforschung sichern neue Technologien.

Individualismus

Der Libertarismus erlaubt jedem Einzelnen, so zu leben, wir er oder sie will. Kein Staat und kein Nachbar darf sich bei der Persönlichkeitsentfaltung einmischen, jeder soll seine Chancen selbst ergreifen. Der Libertarismus lehnt dabei jede Art von staatlichen Hilfen ab, das wäre ein Bemuttern und Verhätscheln, Erwachsene sollen selbst die Verantwortung tragen, auch wenn sie scheitern gibt es kein Netz und doppelten Boden.

Soziale Gerechtigkeit

Der Libertarismus ist moralisch bankrott. Im Wesentlichen setzt sich der Stärkste durch, alle vermeintlich Schwachen haben mit den Konsequenzen zu leben. Es erhält nicht jeder mit Geburt die gleichen Startbedingungen; Chancen, Privilegien und Reichtum werden vererbt. Kommerzieller Erfolg kann – trotz der Proteste der Milliardäre – ebenso viel mit dummem Glück zu tun haben wie mit Kompetenz und Beharrlichkeit. Auch Armut kann die Freiheit von Individuen massiv einschränken, die letztendlich durch die Freiheit der Reichen entsteht.

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