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DAGEGEN

Innovation und Fortschritt

Um erfolgreich Kunden für Waren und Dienstleistungen zu finden, müssen Unternehmen in kapitalistischen Gesellschaften ständig darüber nachdenken, wie sie sich verbessern und innovativ sein können. Dies ist in kapitalistischen Gesellschaften besonders wichtig, da Unternehmen in einer freien Marktwirtschaft einem harten Wettbewerb ausgesetzt sind, sie müssen sich ständig von der Konkurrenz abheben und ihre Angebote verbessern. Dieses ständige Bedürfnis nach Verbesserung hat zweifellos Innovation und Fortschritt und auf der ganzen Welt vorangetrieben. Theoretisch gewährleistet der Kapitalismus, dass dem Kunden stets die besten Waren zu einem möglichst niedrigen Preis angeboten werden.

Profit ist wichtiger als Menschen

Kritiker argumentieren, dass im Kapitalismus die Gesellschaft in zwei Gruppen gespalten ist: die Kapitalisten, die die Produktionsmittel wie Fabriken oder Unternehmen besitzen, und die Arbeiter, die ihre Arbeitskraft an Kapitalisten verkaufen und die Wirtschaft am Laufen halten. Dabei belohnt das kapitalistische System allein den, der die meisten Profite erwirtschaftet, um sie wieder in das Unternehmen zu stecken und so Konkurrenten auszustechen. Gute Arbeitsbedingen sind irrelevant. Je mehr Löhne und soziale Absicherung gedrückt werden können, desto höher der Profit. Arbeitnehmerrechte wurden im Laufe der Zeit hart erstritten, sie gelten aber nicht weltweit, wodurch sich die hässliche Seite des Kapitalismus vor allem in den ärmsten Regionen dieser Welt zeigt.

Weltweite Armut sinkt

Noch vor wenigen Generationen lebten selbst in den reichsten Ländern dieser Welt die meisten Menschen in bitterer Armut. Betrachten wir die historische Bilanz. Nach Angaben der Weltbank wurden seit 1990 über eine Milliarde Menschen aus der extremen Armut befreit. Kein anderes Wirtschaftssystem ist in der Lage gewesen, so beeindruckende Ergebnisse bei der Armutsbekämpfung zu erzielen. Nur der Kapitalismus hat nachweislich den Lebensstandard für so viele Menschen in so kurzer Zeit materiell verbessert.

Zerstörung des Planeten

Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und Verschmutzung durch Plastik – dies sind einige der größten Umweltbedrohungen, denen die Welt heute gegenübersteht, und der Kapitalismus hat bei ihrer Entstehung eine große Rolle gespielt. Warum? Der Kapitalismus braucht unendliches Wirtschaftswachstum – so ist Erfolg definiert, und doch leben wir auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen. Die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen hat verheerende Auswirkungen auf unsere Umwelt – so rauben wir uns die eigenen Lebensgrundlage.

Alternativen versagen

Im Kern war der Kalte Krieg ein Kampf zwischen zwei Systemen: Kapitalismus gegen Kommunismus. Während die USA und ihre westlichen Verbündeten freie Märkte förderten, verordneten die Sowjets in ihrem Einflussbereich zentrale Planungs- und Kommandowirtschaften. Doch während fast alle kommunistischen Regime in den 1990er Jahren zusammenbrachen, ging der Kapitalismus als ideologischer Sieger aus dem Kalten Krieg hervor. Von nun an wurde der Kapitalismus in allen postkommunistischen Gesellschaften Mittel- und Osteuropas als Wirtschaftsmodell angenommen. Heutzutage ist der Kapitalismus das weltweit am weitesten verbreitete Wirtschaftsmodell.

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Schere zwischen Arm und Reich

In einem kapitalistischen System werden die Reichen reicher, während die Armen arm bleiben. Das liegt daran, dass Reiche, die potenziell bereits über rentable Vermögenswerte (oder die Mittel zu deren Erwerb) verfügen, einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber denen haben, die mit nichts anfangen. Und während die Reichen Wege finden, ihre Profite zu steigern und noch reicher zu werden, können die Ärmeren nicht aufholen, weil ihr Einkommen oft nur das Nötigste abdeckt. Dies führt zu wachsender Ungleichheit innerhalb und zwischen den Gesellschaften weltweit. Um die Kosten so weit wie möglich zu senken, verlagern die kapitalistischen Unternehmen ihre Produktion dorthin, wo sie am billigsten ist – auch wenn das bedeutet, dass sie auf die andere Seite der Welt verlagert wird. Menschen in reichen Ländern können möglicherweise mehr für ihr Geld kaufen und ihren Lebensstandard verbessern. Die „billigen Arbeitskräfte“ in den Entwicklungsländern leiden jedoch oft unter schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen.

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