PRO

KONTRA

1. KRIEGSBEREIT

Europa ist schwach. Die Armeen haben Schwierigkeiten, neue Rekruten zu finden und ihre Budgets werden drastisch gekürzt. Die Zukunft der europäischen Armeen sieht nicht rosig aus. Wie kann man erwarten, sein Land verteidigen zu können, wenn man nicht genügend ausgebildete Soldaten hat? Truppenstärke ist kein zu unterschätzendes Problem. Angesichts des Verfalls der amerikanischen Vormachtstellung, der Bedrohung eines wiedererstarkenden Russlands und dem allgegenwärtigen Terrorismus, ist es für Regierungen von entscheidender Bedeutung, auf alle unvorhergesehenen Gefahren vorbereitet zu sein. Die Wehrpflicht sichert in diesen unsicheren geopolitischen Zeiten eine zuverlässige Anzahl neuer Rekruten.

1. KRIEGSANTREIBER

Warum sich für eine Wehrpflicht einsetzen, wenn man nicht plant, in den Krieg zu ziehen?  Jeder vernünftige Mensch weiß, dass die Wahrscheinlichkeit einer Masseninvasion und eines totalen Krieges sehr gering ist. Also wovor haben wir eigentlich Angst? Es ist wie bei Don Quijote und den Windmühlen; es macht keinen Sinn, sich auf eine Bedrohung vorzubereiten, die nicht da ist, es sei denn, man selbst startet die Bedrohung. Die Einberufung zum Wehrdienst dient nur dazu, der Regierung auf bequemste Weise Kanonenfutter zur Verfügung zu stellen. Die Regierungen sollten stattdessen daran arbeiten, die Militärausgaben zu kürzen und ihre Bürger mit grundlegenden Notwendigkeiten wie Gesundheitsversorgung, Wohnen und Essen zu versorgen. Dies ist der Vorteil des sogenannten Friedensgleichnisses.

2. DEINE PFLICHT

Es fällt leicht unsere Freiheit in Zeiten des Friedens als selbstverständlich zu sehen. Aber Freiheit gibt es nicht umsonst. Die Wehrpflicht erinnert uns daran, was es heißt, Bürger einer liberalen Demokratie zu sein und sich seiner Verantwortung und Pflichten wieder mehr bewusst zu werden. Mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht würden sich Zivil und Militär wieder einander annähern und die Bürger an ihre zivilen Verpflichtungen erinnern. Der Wehrdienst ist ein wichtiges Instrument, um gemeinsame Werte zu vermitteln und eine Charakter zu entwickeln. Diejenigen, die nicht am Militärdienst teilnehmen wollen, können sich für einen alternativen Dienst am Land entscheiden.

2. DEINE ENTSCHEIDUNG

Muhammad Ali sagte es bereits: Warum jemanden bekämpfen, mit dem man nicht streitet? Wenn der Durchschnittsbürger mit seiner Regierung nicht einmal in Bezug auf die Steuersätze übereinstimmen kann, wie soll es dann Zustimmung zu den verschiedensten militärischen Einsätzen geben? Die Menschen sollten die Freiheit haben zu entscheiden, ob sie ihrem Land dienen wollen oder nicht. Schließlich ist eine demokratische Gesellschaft darauf angewiesen, dass ihre Bürger frei von staatlichem Zwang sind. Was ist unfreiwillige Knechtschaft, wenn nicht Sklaverei?

 

 

3. ALLE SIND GLEICH

Die sozialen Unterscheide in unserer Gesellschaft werden immer größer. Was könnte dem Zusammenhalt besser dienen als ein Wehrdienst? Die Politiker, die für den Krieg stimmen, würden am eigenen Leib erfahren, worüber sie sprechen. Denn bisher ist es so, dass nur sehr wenige Kinder der Reichen an der Front dienen. Mit der Wehrpflicht werden Menschen aus allen sozialen Schichten ein berufen und kämpfen gleichberechtigt Seite an Seite.

 

3. GEGEN INDIVIDUEN

Menschen zu etwas gegen ihren Willen zu zwingen, endet meistens in einer Katastrophe. afür müssen wir nicht lange nach Beispielen suchen: Im Vietnamkrieg wurde deutlich, wie Demoralisierung und psychologischen Schäden, die mit einem Entwurf einhergehen. Zwang erzeugt Bitterkeit und Groll. Hinzu kommt die Tatsache, dass Wehrpflichtige kaum Zeit dafür haben, Fähigkeiten wirklich zu erlernen oder zu verfeinern, was nur zu Problemen führen kann. Armeen sollten in der Lage sein, diejenigen auszuwählen, die am besten für den Kampf geeignet sind, nicht zufällige Zivilisten.

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