PRO

KONTRA

1. ALTERNATIVE

Kritiker von Kryptowährungen müssen zugeben, dass es um das internationale Finanzwesen nicht gut steht. Die Situation im Jahr 2008 hat es deutlich gemacht: Wir haben den Banken unser Geld und Vertrauen gegeben und wurden enttäuscht. Warum sollte es nicht noch eine Finanzkrise geben? Das internationale Finanzwesen ist auch heute sicher nicht robust und kann wieder kollabieren. Kryptowährungen sind nicht Teil des Finanzwesens, sie könnten also eine Alternative bieten.

1. NEUE RISIKEN

Glaubst du die Währung der Weimarer Republik war schlimm? Kryptowährungen steigen und fallen achterbahnartig in ihrem Wert. Sie sind also nicht für den täglichen Gebrauch bestimmt – was stabile Währungen wie den Euro oder Dollar auszeichnet. Im Dezember 2017 war der Bitcoin noch 17.000 Euro Wert, heute liegt sein Wert bei 5.200 Euro und morgen kann es wieder anders aussehen. Kryptowährungen sind eine Investition mit hohem Risiko und das ist für Spekulanten interessant, nicht für Ottonormalverbraucher, die ihren nächsten Urlaub oder die Rente planen wollen.

2. ANONYMITÄT

Der eigene Name ist nicht mit den Bankdaten verknüpft. Jeder sucht sich selbst ein Pseudonym und kann im Verborgenen seine digitalen Ersparnisse verwalten. Die Identität der Besitzer von Bitcoin & Co wird stets verschlüsselt. Dieses Versprechen kann keine Bank bieten.

Da die Währung komplett dezentralisiert ist, können weder Banken noch Regierungsinstitutionen auf dein Eigentum zugreifen.

Natürlich gibt es doch immer Möglichkeiten, die Besitzer von Kryptowährungen zu finden, wenn zum Beispiel eine Straftat vorliegt. Es gibt aber nicht nur Bitcoin auf dem Markt: Monero, DASH, oder Verge legen noch mehr Wert auf die Privatsphäre ihrer Kunden. Und anonymer als ein Girokonto sind sie immer.

2. UNISCHERHEIT

Wie soll man etwas ohne Regeln trauen? Der Vorteil von Kryptowährung ist auch ihr Nachteil: Sie ist komplett dezentralisiert und unreguliert. Während zum Beispiel die Europäische Zentralbank über den Euro wacht und so auch mit Blick auf das Wirtschaftssystem stabil hält, steht keine Institution hinter Bitcoin.

Auch wenn jemand Bitcoins stielt, gibt es keine Hilfe. Keine Bank kann eingreifen, wenn das „Konto“ gehackt ist. Bei einem System ohne Regeln trägt allein der Besitzer das Risiko.

3. KOMFORTABEL

Kryptowährungen sind perfekt für kleine Unternehmen. Nachdem eine Adresse eingerichtet ist, kann ohne weitere bürokratische Hürden Geld aus der ganzen Welt empfangen werden – ohne Bankgebühren.

Kryptowährungen haben sicher noch nicht alle erreicht aber viele akzeptieren die Währung bereits als Zahlmittel. Im Jahr 2013 gaben Konsumenten im Schnitt 9,8 Millionen Dollar im Monat für Händlergebühren aus. Im letzten Jahr ist diese Summe auf 190,2 Millionen angestiegen. Viele Apps, wie zum Beispiel Yelp, vermerken inzwischen, welche Anbieter die Onlinewährung akzeptieren. Umso mehr Menschen von Kryptowährungen erfahren, desto mehr werden auf den Zug mitaufspringen.

3. UNKOMFORTABEL

Hast du ein Problem damit, ganz hinten in der Schlange im Supermarkt zu stehen? Dann solltest du Kryptowährungen überdenken. Bei jeder Transaktion heißt es zehn Minuten warten. Jede Art von Bezahlung mit Bitcoin braucht im Schnitt zehn Minuten, um bestätigt zu werden. Dafür muss es auch beim ersten Versuch klappen.

Auch sind die Kryptowährungen noch lange nicht flächendeckend eingeführt. Wer sie als Bezahlungsmittel akzeptiert, gilt es immer herauszufinden. Was ist eine Währung Wert, wenn man sie nicht nutzen kann?

Foto: (CC) Flickr – Crypto 360