FÜR DEMOKRATIE

GEGEN DEMOKRATIE

1. ZYNISMUS WIRD ÜBERSCHÄTZT

„Zynismus ist Faulheit, die sich als Weisheit verkleidet“. Das am meisten verbreitete Argument gegen Demokratie ist, dass Wähler uninformiert sind. Wähler müssen jedoch keine politischen Experten sein, um eine vernünftige Entscheidung treffen zu können. Wir verlassen uns alle auf gebündelte Informationen, wenn wir Entscheidungen treffen. Ob politische Parteien, Meinungsführer, Experten, Informationsveranstaltungen oder Medienberichte – es gibt eine Fülle von Informationen, womit sich der Durchschnittsbürger eine politische Meinung bilden kann. Man kann sicher einzelne Personen hinters Licht führen, aber nicht alle Menschen gleichzeitig.

1. DIE LEUTE SIND DUMM

Eine Demokratie ist auf die fundierten Entscheidungen seiner Bürger angewiesen. Mehr und mehr Studien zeigen jedoch, dass die Leute einfach nicht gut genug informiert sind. Menschen werden oft dazu verleitet, entgegen ihrer Interessen zu stimmen. Das ist kein eigenes Verschulden: Wir haben uns aus Primaten entwickelt – unser Gehirn ist vielleicht perfekt für die Jagd in der afrikanischen Savanne ausgerüstet, aber sicherlich nicht, um all die komplizierten Aspekte der Krankenversicherung oder der Steuerreform zu verstehen. Im Gegenteil, wir neigen dazu, bestimmten Handlungsmustern und Vorurteilen zum Opfer zu fallen.

2. ES FUNKTIONIERT

Was macht ein erfolgreiches politisches System aus? Glückliche Bürger? Frieden? Wohlstand? Rechtsstaatlichkeit? Keine Korruption? In all diesen Bereichen sind die Demokratien führend. Es ist keine Hexerei: Wenn das Volk das Recht hat mitzubestimmen, fühlt es sich würdiger und trifft bessere Entscheidungen. Das Gesamtergebnis ist für alle besser.

2. ES IST SCHÄDLICH

George Washington wünschte sich eine Demokratie ohne politische Parteien. Nur wenige Jahrzehnte nach seinem Tod befanden sich die Vereinigten Staaten im Bürgerkrieg. Menschliche Wesen sind von Natur aus Stammesangehörige und Demokratie dient lediglich der weiteren Spaltung der Bevölkerung. Alle demokratischen Systeme gehen in Partisanengruppen über und schädigen das öffentliche Gemeinwohl. Schaut man sich die Welt in 2018 an, sieht man wie polarisiert Demokratien sein können.

3. ES GIBT KEINE ALTERNATIVE

Menschen sind für die Demokratie gestorben. Es wurden Kriege und Revolutionen geführt um sicherzustellen, dass alle Bürger über ihr Land mitbestimmen können. Es wäre töricht, das alles aus einer Laune heraus zu verwerfen. In vergangenen Zeiten war die einzige Möglichkeit, eine inkompetente Regierung auszuhebeln, durch den Einsatz von Gewalt. Es fällt leicht, auf Autokratien mit boomenden Volkswirtschaften zu zeigen und zu sagen: „Wir müssen sie nachahmen.“ Aber was passiert, wenn das Wirtschaftswachstum in diesen Ländern zurückgeht? Das wird nicht gut ausgehen. In einer Demokratie können wir das Ganze immerhin einfach „aussitzen“.

3. ES GIBT ALTERNATIVEN

Die Dominanz der europäischen und amerikanischen Demokratiesysteme ist ein historischer Zufall. Die industrielle Revolution und der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg haben den Erfolg verstärkt. Der Rest der Welt holt auf.

Andere politische Systeme haben sich ohne Demokratie entwickelt und sind gediehen. Es gibt unzählige Beispiele aus der Vergangenheit: Die Römer, die chinesische Tang-Dynastie, die indische Gupta-Dynastie, das islamische Abbasid-Kalifat usw.  Ähnlich ist es heute, sehen wir nach China, Singapur oder zu den Golfstaaten. Man braucht keine Demokratie, um ein erfolgreiches Land zu regieren.

Foto: (C) BigStock – Alexandru Niko