DAFÜR

DAGEGEN

1. WENIGER ABLENKUNG

Von einer Trennung der Geschlechter würden Jungen und Mädchen profitieren. Leistungsschwache Schüler sind oftmals Jungs, die lieber bei den Mädchen als den Lehrern Eindruck machen wollen. Dieses ständige Profilieren und die Ablenkung würden in getrennten Schulen wegfallen. Gerade während der Pubertät verhalten sich Jungen oft dominanter als Mädchen, wodurch sich wiederum einige Mädchen nicht mehr trauen, aktiv am Unterricht teilzunehmen.

1. ALTMODISCH UND VERALTET

Wir leben in einer vielfältigen, komplexen Welt, der geschlechtergetrennte Schulen nicht gerecht werden. Getrennte Schulen stehen für ein altes Weltbild, nach dem Frauen und Männer unterschiedliche Rollen zu erfüllen haben und sich durch grundlegend verschiedene Interessen auszeichnen. Noch immer werden unterschiedliche Schulfächer nach typisch „weiblich“ und „männlich“ unterteilt. Statt dem nachzugeben, sollte das Bildungssystem vielmehr die gemeinsamen Interessen von Jungen und Mädchen fördern und die Trennung überwinden.

2. MASSGESCHNEIDERTE BILDUNG

Studien können zeigen, dass Mädchen im getrennten Unterricht viel besser in naturwissenschaftlichen Fächern werden. Jungen lernen schneller Lesen, wenn sie unter sich lernen. Für beide Geschlechter gibt es nachweislich Benachteiligungen in bestimmten Fächern, diese werden ausgeglichen, wenn Jungen und Mädchen getrennt voneinander lernen.

2. FÖRDERT GESCHLECHTERSTEREOTYPEN

Geschlechtertrennung an Schulen fördert Stereotype. Jungen und Mädchen werden daran gehindert, Freundschaften untereinander zu schließen und so bleiben veraltete patriarchalische Strukturen nach dem Schulabschluss erhalten. Die Betrachtung des anderen Geschlechts als fremd führt zu einem Mangel an Respekt und Verständnis zwischen den beiden Geschlechtern, der zwangsläufig auch die Gesellschaft beeinflusst.

3. NEUE ART DER EMANZIPATION

Gemeinsames Lernen hat kaum dazu beigetragen, alte Rollenmuster zu verändern. Mädchen, die Mädchenschulen besuchen, sind risikofreudiger, ergreifen öfter einen traditionell männlichen Beruf und verdienen im Schnitt später mehr als ihre Altersgenossinnen von gemischten Schulen. Sie scheinen zu vergessen, dass sie Mädchen sind und können sich so besser für vermeintliche „Jungsfächer“ begeistern. Der Druck, sich typisch „weiblich“ verhalten zu müssen, scheint allein unter Frauen geringer zu sein.

3. CHANCENGLEICHHEIT

Gemeinsamer Unterricht für Mädchen und Jungen war ein Sieg der Frauenbewegung. Die Geschlechtertrennung in der höheren Bildung sollte Frauen und Männer auf ihre unterschiedlichen Rollen in der Gesellschaft vorbereiten. Zu viel Bildung galt als schädlich für Frauen und ihre festgelegte Rolle als Hausfrau und Mutter. Heute sollen alle Kinder unabhängig von ihrem Geschlecht eine gleich gute Bildung und damit die gleichen Chancen im späteren Berufsleben erhalten. Vermeintliche Unterschiede können sich durch getrennten Unterricht noch mehr verstärken.

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