Berlin – „Stadt der Vielfalt“?

In Berlin haben 35 % der Bevölkerung ausländische Wurzeln. Doch diese Vielfalt spiegelt sich nicht in Berlins Behörden wider, wo nur 12 % der Beamten und Arbeitnehmer einen Migrationshintergrund haben. Die Berliner Regierung hat sich vorgenommen, die Repräsentation von Menschen mit Migrationshintergrund zu erhöhen. Ein Lösungsvorschlag kam von der Integrationssenatorin, die eine verbindliche Quote für Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst forderte. Der Vorschlag stoß auf Zustimmung aber auch auf viel Kritik, und letztendlich entschied sich die Berliner Regierung stattdessen für freiwillige Maßnahmen. Trotzdem ist der Vorschlag interessant, denn in den USA gibt es „Affirmative Action“-Maßnahmen schon seit Jahrzehnten, und doch bleiben sie auch dort umstritten. Sollten wir solche Maßnahmen auch in Europa einführen?

Führt „positive Diskriminierung“ auch zu Diskriminierung?

Gegner der sogenannten „Migrantenquote“ argumentieren, dass eine solche Quote weder realistisch noch gerecht ist. Denn grundsätzlich sollte doch das Prinzip gelten, dass jede Stelle einfach mit der best-qualifiziertesten Person besetzt wird, unabhängig von Nationalität, Geschlecht oder Hintergrund der Person. Maßnahmen wie die Migrantenquote oder die Frauenquote, die man auch als „positive Diskriminierung“ bezeichnet, scheinen genau das Gegenteil zu tun. Kritiker glauben, dass diese „positive Diskriminierung“ von Menschen mit Migrationshintergrund dazu führen könnte, dass Menschen ohne Migrationshintergrund benachteiligt werden. Außerdem könnte die Qualität der Arbeit beeinträchtigt werden, wenn Stellen nicht mehr allein aufgrund von Qualifikation besetzt werden. Ist eine Migrantenquote ungerecht gegenüber Menschen ohne Migrationshintergrund?

Mehr Chancengleichheit, mehr Repräsentation

Befürworter der Migrantenquote glauben, dass wir selbst mit einer Quote noch weit davon entfernt seien, dass Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Gesellschaft bevorteilt und Menschen ohne Migrationshintergrund benachteiligt werden. Das liegt daran, dass Vorurteile und Diskriminierung gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte auch heute noch weit verbreitet sind. Studien zeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund auch in zweiter Generation bei gleicher Qualifikation in Bewerbungsprozessen in Deutschland benachteiligt werden. Denkt ihr, dass eine Migrantenquote für mehr Chancengleichheit sorgen könnte?

Sollte es eine Quote für Menschen mit Migrationshintergrund geben?

Kann eine Migrantenquote für mehr Chancengleichheit sorgen? Sind freiwillige Maßnahmen besser? Ist eine Migrantenquote ungerecht gegenüber Menschen ohne Migrationshintergrund? Was denkt ihr? Schreibt uns!

Foto: Milkos (c) Bigstock



6 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Adam

    Im ZDF ist heute schon jeder zweite kein Deutscher mehr. Wozu eine Quote?

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    Vera

    Nö, selbst in Berlin wurde die Idee ja verworfen

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    Jana

    Warum nicht? Immerhin gibts auch ne Frauenquote in Dax Konzernen. Repräsentation is wichtig, für Frauen, für Menschen mit Migrationshintergrund, für LGBT Menschen etc. Quoten können nicht alles lösen, aber manchmal können sie helfen den weg zu ebnen

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    Hardy

    Sag ich mal so : wer im öffentlichen Dienst einen Job bekommt, hat wenn er sich nichts zu Schulden kommen läßt, den sichersten Arbeitsplatz mit bester tariflicher Bezahlung.
    Wenn jetzt eine Migrantenquote geschaffen wird, entsteht eine ganz erhebliche Neid-Debatte und die gilt es zu vermeiden ! Die Folge ist eine okkulte Ausländerfeindlichkeit.
    Wir halten fest : die Bundesrepublik Deutschland wär ohne die private Wirtschaft noch heute auf „DDR-Neveau“.
    Wir halten weiter fest : je größer der öffentliche Dienst wird, desto leichter hat es die Politik, ihre künftigen Wähler gezielt zu binden.
    Gruß vom Arbeitsplatz hartmut

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    Stephan

    Man sollte erstmal eine Arbeitsquote dort einführen.

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    Michael

    Wie wäre es für eine Wahlversprechen Quote für Politiker ? Wer sich nicht an seine Wahlversprechen hält ,wird aus dem Amt entfernt ohne Pensionen???
    Echt ,als hätten wir nicht echt Probleme ,die es zu lösen gibt ???

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