Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus?

Die EU will eine nachhaltige Landwirtschaft

Die Farm to Fork Strategie wurde von der Europäischen Kommission im Mai 2020 veröffentlicht und stellt einen Zehnjahresplan zur Förderung eines nachhaltigen EU-Lebensmittelsystems von der Produktion bis zum Verbrauch dar. Sie enthält eine Reihe ehrgeiziger Ziele, die bis 2030 in Bezug auf Pestizide, Düngemittel, biologische Landwirtschaft und antimikrobielle Resistenz erreicht werden sollen. Wird das aber auch reichen, um die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten?

Was denken unsere Leserinnen und Leser?

Julia gefallen viele neue Initiativen in der modernen Landwirtschaft. Sie ist aber besorgt, ob sich auch Menschen mit geringem Einkommen solche Lebensmittel leisten können.

Um eine Antwort zu erhalten, haben wir Julias Kommentar an Ulrike Müller weitergeleitet, die Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments ist. Wie schätzt die Europaabgeordnete die Entwicklung der Lebensmittelpreise ein?

Ich glaube auch, dass die Lebensmittelpreise ein Knackpunkt bei der Farm to Fork Strategie sind. Schon heute fällt es vielen Landwirten in Europa schwer, von den Erträgen leben zu können. Die neue Initiative sollte Landwirten neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen. Es sollte zum Beispiel Möglichkeiten geben, die umweltfreundlicheren Produkte auch als solche zu kennzeichnen. Darüber hinaus wissen wir, dass 32 Millionen europäische Bürger sich nur jeden zweiten Tag eine Mahlzeit guter Qualität leisten können. Die Haushalte mit kleinem Einkommen sollten nicht unter der Farm to Fork Strategie leiden. Die Bauernhöfe müssen jedoch investieren, um sich umzustellen, was die Produktionskosten und damit die Lebensmittelpreise erhöht. Unsere Gesellschaft wird entscheiden müssen, wie viel der Kosten von den Verbrauchern und wie viel von den Steuerzahlern getragen werden.

Die „Farm to Fork“-Strategie der EU beinhaltet auch die Verpflichtung, den Einsatz chemischer Pestizide bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Maria unterstützt diesen Ansatz voll und ganz, argumentiert aber, dass das langfristige Ziel sein sollte, keine Pestizide mehr zu verwenden.

Wir fragten bei Tassos Haniotis nach, er ist Direktor für Strategie, Vereinfachung und Politikanalyse in der GD Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission. Wie schätzt er den Gebrauch von Pestiziden in der Zukunft der Landwirtschaft ein?

Wir sollten uns in Erinnerung rufen, wofür Pestizide eingesetzt werden, sie sollen Schädlinge bekämpfen. Es wäre sich auch erstrebenswert, ohne Medizin gesund zu werden, trotzdem geht es manchmal eben nicht ohne Pharmaprodukte. Es ist daher wichtig, wenn Pflanzen sozusagen „Medizin“ brauchen, sollte diese sehr strenge Sicherheitstests bestanden haben und wir sollten uns davon wegbewegen, zu sehr auf Chemie angewiesen zu sein. Wir brauchen verschiedene Ansätze, Produkte und Technologien. Aber das Ziel ist ganz klar, Pestizide zu reduzieren.

 Was sollte die EU tun, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern?

Klingen die Ansätze überzeugend oder fürchtet Ihr steigende Lebensmittelpreise? Schreibt uns und diskutiert mit!

Foto: Unsplash (cc) Peter Wendt; © Ulrike Müller MdEP; Haniotis © Europäische Union



2 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst Du?

  1. avatar
    Adam

    Ich fürchte keine höhere Lebensmittelpreise ich sehe Sie täglich. Ohne das sich für irgend jemand irgend etwas ändert.

  2. avatar
    S. Happe

    Die EU sollte nicht die Einfuhr von Lebensmitteln fördern, die nicht so hergestellt sind wie Wir es von unseren Landwirten erwarten. z.B. Argentinisches Rindfleisch aus riesigen Rinderhaltungen, wo heuten noch Mittel eingesetzt werden die in Europa nur zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden können. Oder Reis aus Anbaugebieten wo Wasserschutz keine rolle spielt.
    Also Lebensmittel aus Gebieten die wir nicht sicher kontrollieren können. Ich habe jedenfalls kein Vertrauen in „Biosiegel“ oder ähnliches aus fernen Ländern.

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