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Wie wird Kunst nach Corona aussehen?

Wir wenden uns in schwierigen Zeiten oft der Kunst zu

Die Maßnahmen, um die weltweite Corona-Pandemie zurückzudrängen, haben jedoch auch unseren Zugang zur Kunst erschwert. Weltweit müssen Theater, Museen, Opern, Galerien, Kinos und sogar Buchläden schließen. Wenn die Kunst jedoch eines ist, dann wandlungs- und anpassungsfähig! Die Einschränkungen durch Corona haben nicht nur zu Absagen geführt, sondern auch völlig neue Wege für die Kunst hervorgebracht. Die Künstlerinnen und Künstler haben sich einiges einfallen lassen, die neue Bühnen sind im Internet. Mitten im Lockdown gab es keinen anderen Weg, könnte Corona die Kunstwelt aber vielleicht sogar dauerhaft verändern?

Was denken unsere Leserinnen und Leser?

James ist der Meinung, dass viele Kunstangebote durch die Corona-Pandemie ihren Weg ins Netz gefunden haben. Er glaubt, dass wir uns auch langfristig daran gewöhnen werden. Hat er recht? Wird auch nach Ende der Pandmie Kunst im Internet bleiben?

Wir fragten Fortunato Ortombina, den künstlerischen Leiter des Teatro La Fenice, des größten und bekanntesten Opernhauses in Venedig. Sieht er die Zukunft der Kunst im Internet oder wird alles wie gehabt nach der Pandemie?

Da bin ich mir nicht sicher, vielleicht. Kunst ist immer in Bewegung und flexibel, nicht nur bedingt durch Corona wird es Kunst im Netz geben. Dennoch kann das Onlineangebot nicht die Veranstaltungen vor Ort ersetzen. Es ist einfach eine ganz andere Erfahrung. Sicher wird es auch nach der Pandemie weiterhin viele Onlineangebote geben, der Lockdown hat uns alle hinter den Bildschirmen versammelt, aber für mich ist es nicht das Gleiche. Die Erfahrung, Musik live zu hören, selbst vor einem Bild zu stehen oder eine Ausstellung zu besuchen, da kommt einfach nichts aus dem Netz ran. Meine Generation, also die Generation nach dem Krieg, hat bisher noch nichts Vergleichbares wie diese Pandemie erlebt. Sie wirkt wie eine absolute Katastrophe, die alles verändert. Aber selbst, wenn sie jetzt zwei Jahre bleibt, wird sie angesichts der Geschichte nur einen kurzen Augenblick gewütet haben. Kultur und Kunst sind immer in Bewegung, aber das letzte Wort über das Schicksal der Kunst ist noch nicht gesprochen.

Für eine weitere Perspektive fragten wir Gitte Zschoch, sie ist Direktorin der Nationalen Kulturinstitute in der Europäischen Union, stimmt sie James zu?

 Ich glaube auch, dass viele Angebote im Netz auch nach der Corona-Pandemie bleiben werden. Das liegt daran, dass die Kulturszene das Internet nicht nur für den Vertrieb, sondern auch für die Produktion von Kunst entdeckt hat. Während der Pandemie gab es eine steile Lernkurve. Wir finden gerade heraus, was gut funktioniert, und was nicht funktioniert. Wir haben gerade eine internationale Konferenz mit einem weltweiten Publikum organisiert. Das war so problemlos zu organisieren, ich hoffe solche Initiativen bleiben auch nach Corona. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass viel Kunst sich ihre Räume zurückholen wird. Ich sehe das auch bei mir persönlich, ich vermisse es sehr, ins Theater, Konzert, Museum oder eine Galerie zu gehen. Etwas auf einem Bildschirm zu sehen, ist einfach etwas anderes, als Teil eines Publikums zu sein. Gemeinsam konzentriert das Geschehen auf der Bühne zu verfolgen, gemeinsam zu lachen, das schafft eine andere Atmosphäre. Mir ist bewusst geworden, wie wichtig der soziale Aspekt der Kunst ist. Ich hoffe, das gute Onlinekonzepte bleiben. Die meisten können aber auch kaum abwarten, wann sie wieder Kunst live erleben dürfen.

Wird sich die Kunst durch Corona verändern?

Habt Ihr Euch an die Kunst auf dem Bildschirm gewöhnt, oder vermisst Ihr es Teil eines Publikums zu sein? Wird sich die Kunst auch langfristig ändern? Diskutiert mit!

Foto: Bigstock © master1305

Diese redaktionell unabhängige Debatte wurde von der Cariplo Stiftung finanziert. Mehr dazu in unserem FAQ.

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