
Wie kann Europa die Energieeffizienz in Haushalten steigern?
Gebäude sind für etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der CO2-Emissionen in Europa verantwortlich. Investitionen in energiesparende Technologien wie intelligente Zähler, bessere Baumaterialien und digitale Hilfsmittel können den Verbrauchern helfen, ihre Stromrechnung zu senken. Doch selbst wenn diese Technologien letztlich langfristig zu Einsparungen führen, sind sie jedoch erst einmal teuer, viele Familien mit niedrigeren Einkommen können es sich einfach nicht leisten, Strom zu sparen. Sollten Regierungen mit Zuschüssen und Subventionen eingreifen?
Was denken unsere Leserinnen und Leser?
Wir haben einen Kommentar von Pamela erhalten, in dem sie vorschlägt, ärmeren Familien energiesparende Technologien kostenlos zur Verfügung zu stellen. Wir fragten Bent Madsen, Präsident von Housing Europe, der Europäischen Föderation für öffentliches, genossenschaftliches und soziales Wohnen, was er von Pamelas Vorschlag hält.
Technologien, die helfen, Energie zu sparen, sind sehr wichtig. Wir müssen aber auch die Energiearmut betrachten. Es gibt Gebäude, da ist es egal, wie viel Energie in sie gesteckt werden, sie sind so schlecht isoliert, dass die Energie verloren geht. Hier müsste dringend saniert und isoliert werden. Technologie ist wichtig, energetische Sanierungen sind es aber auch. Wir müssen diese Ansätze kombinieren.
Wir haben Pamelas Vorschlag auch noch mit Monica Frassoni diskutiert, einer ehemaligen Europaabgeordneten der Grünen und derzeitigen Präsidentin der Europäischen Allianz zur Energieeinsparung (UE-ASE). Was sagt zu dazu?
Man kann nicht einfach nur Technologien an Familien geben oder nur allein die Problematik des Heizens betrachten. Eine wirkliche Veränderung würde erreicht, wenn wir für eine gesunde Umwelt sorgen, in der auch Ärmere gesund leben können. Wenn wir über Energiearmut reden, reden wir letztendlich über Armut. Wir meinen hier 55 Millionen Menschen in Europa. Menschen in Armut haben meist keinen guten Job, ungesunde Lebensumstände und gerade so ein Dach über dem Kopf. Als erstes sollten wir Gebäude im großen Stil sanieren, dabei geht es nicht um technische Spielereien, sondern ein solides Zuhause, das eine bessere Lebensqualität sichert. Wir setzten uns für ein groß angelegtes, europaweites Sanierungsprojekt ein, weil es letzten Endes auch ein Marshall Plan wäre. Hunderttausende gute Jobs im Bausektor würden geschaffen – denn wir brauchen qualifizierte Facharbeiter für energetische Gebäude. Bei Energiearmut geht es nicht nur um Subventionen, sondern eine große Aufgabe, die sich gemeinsam stemmen lässt. Meiner Meinung nach wäre es sogar eine Verschwendung von Steuergeldern, wenn wir einfach Geld zum Heizen schlecht isolierter Gebäude verteilen würden.
Ist es zu teuer, Energie zu sparen?
Sind die notwendigen Investitionen für viele in Europa zu teuer? Brauchen wir mehr staatliche Hilfe für Gebäudesanierungen? Wäre das eine gute Investition für uns alle? Was denkt Ihr? Diskutiert mit!
Foto: BigStock © Daisy Daisy; Madsen © bl.dk; Frassoni: Wikipedia (cc) Ashrefavira
Diese Debatte ist Teil des ENERGY-SHIFTS Projekts. Durch die Teilnahme bestätigen Sie, dass Sie volljährig sind. Kommentare können anonymisiert in einem Bericht zitiert werden. Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, schicken Sie uns bitte innerhalb von zwei Wochen eine E-Mail.
Diese Debatte wurde vom European Horizon 2020 Forschung und Innovation finanziert (Förderungsnummer 826025).

Technologien, die helfen, Energie zu sparen, sind sehr wichtig. Wir müssen aber auch die Energiearmut betrachten. Es gibt Gebäude, da ist es egal, wie viel Energie in sie gesteckt werden, sie sind so schlecht isoliert, dass die Energie verloren geht. Hier müsste dringend saniert und isoliert werden. Technologie ist wichtig, energetische Sanierungen sind es aber auch. Wir müssen diese Ansätze kombinieren.
Man kann nicht einfach nur Technologien an Familien geben oder nur allein die Problematik des Heizens betrachten. Eine wirkliche Veränderung würde erreicht, wenn wir für eine gesunde Umwelt sorgen, in der auch Ärmere gesund leben können. Wenn wir über Energiearmut reden, reden wir letztendlich über Armut. Wir meinen hier 55 Millionen Menschen in Europa. Menschen in Armut haben meist keinen guten Job, ungesunde Lebensumstände und gerade so ein Dach über dem Kopf. Als erstes sollten wir Gebäude im großen Stil sanieren, dabei geht es nicht um technische Spielereien, sondern ein solides Zuhause, das eine bessere Lebensqualität sichert. Wir setzten uns für ein groß angelegtes, europaweites Sanierungsprojekt ein, weil es letzten Endes auch ein Marshall Plan wäre. Hunderttausende gute Jobs im Bausektor würden geschaffen – denn wir brauchen qualifizierte Facharbeiter für energetische Gebäude. Bei Energiearmut geht es nicht nur um Subventionen, sondern eine große Aufgabe, die sich gemeinsam stemmen lässt. Meiner Meinung nach wäre es sogar eine Verschwendung von Steuergeldern, wenn wir einfach Geld zum Heizen schlecht isolierter Gebäude verteilen würden.
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