
Können wir den Klimawandel ohne Atomkraft bekämpfen?
Im Jahr 2018 wurden in der EU etwa 28 Prozent der Elektrizität durch Kernkraft erzeugt. Die meisten Reaktoren in Europa wurden jedoch zwischen 1960 und 1980 Jahren gebaut, demzufolge ist das Durchschnittsalter eines Reaktors in der EU etwa 35 Jahre. Es werden Investitionen in Milliardenhöhe erforderlich sein, um Europas alternde Flotte von Kernkraftwerken zu modernisieren; wäre es dann nicht aber besser, die Technologie ganz auslaufen zu lassen? Kann Europa der Übergang von fossilen Brennstoffen ohne Kernenergie gelingen?
Was denken unsere Leserinnen und Leser?
Wir haben einen Kommentar von Esra erhalten, er ist der Meinung, dass Europa in seine Kernenergie investieren sollte, um den Klimawandel zu bekämpfen. Ist die Atomkraft aber wirklich besser für das Klima als Kohle und Gas?
Um eine Antwort zu erhalten, sprachen wir mit Erkki Maillard, dem leitenden Vizepräsidenten für europäische und internationale Angelegenheiten bei der Gruppe Électricité de France (EDF), einem der größten Stromproduzenten der Welt. Was würde er sagen?
Um den Klimawandel zu bekämpfen, müssen wir Energie ohne Emissionen erzeugen. Man kann diese Energie nutzen, um andere Sektoren zu dekarbonisieren – wie zum Beispiel den Transportsektor durch Elektromobilität oder beim Heizen von Gebäuden. Diese Energie kann aus Erneuerbaren, Biomasse aber in manchen Ländern auch aus Atomkraft gewonnen werden.
Für eine weitere Perspektive fragten wir Wendel Trio, Leiter des Climate Action Network Europe. Wie steht er zu Atomenergie?
Ganz offensichtlich hat Atomkraft einen Vorteil gegenüber Kohle, Öl und Gas, wenn es um CO2-Emissionen geht. Dafür hat Atomenergie eine Reihe von anderen Nachteilen für die Umwelt. Aber vor allem wäre Atomenergie ohne Suventionen nicht mehr konkurrenzfähig, es ist eine verdammt teure Energiequelle. Darüber hinaus – auch wenn Unfälle sehr unwahrscheinlich sind – wenn es ein Unglück gibt, sind die Konsequenzen katastrophal. Daher sind wir der Meinung, dass in Zukunft besser in erneuerbare Energien investiert werden sollte und unser Energieverbrauch reduziert werden sollte.
Sollten wir noch in Atomenergie investieren?
Brauchen wir die alte Infrastruktur, damit der Energiewandel gelingen kann? Sind Kohle und Gas wirklich das kleinere Übel, bis unser Strom nur noch mit erneuerbaren Energien gewonnen werden kann? Was denkt Ihr? Schreibt uns!
Foto: Bigstpck © Kristin Smith
Um den Klimawandel zu bekämpfen, müssen wir Energie ohne Emissionen erzeugen. Man kann diese Energie nutzen, um andere Sektoren zu dekarbonisieren – wie zum Beispiel den Transportsektor durch Elektromobilität oder beim Heizen von Gebäuden. Diese Energie kann aus Erneuerbaren, Biomasse aber in manchen Ländern auch aus Atomkraft gewonnen werden.
Ganz offensichtlich hat Atomkraft einen Vorteil gegenüber Kohle, Öl und Gas, wenn es um CO2-Emissionen geht. Dafür hat Atomenergie eine Reihe von anderen Nachteilen für die Umwelt. Aber vor allem wäre Atomenergie ohne Suventionen nicht mehr konkurrenzfähig, es ist eine verdammt teure Energiequelle. Darüber hinaus – auch wenn Unfälle sehr unwahrscheinlich sind – wenn es ein Unglück gibt, sind die Konsequenzen katastrophal. Daher sind wir der Meinung, dass in Zukunft besser in erneuerbare Energien investiert werden sollte und unser Energieverbrauch reduziert werden sollte.
3 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare
Ja. Es gibts Technologie ohne Abfall. Nur die Sicherheit ist noch ein Problem.
Wir sollten die Anti-Atomkraft-Politik nicht zum Dogma erheben. Wenn es eine Atom-Technologie gibt, die die Risiken der Technologie, von der wir uns gerade verabschieden, müssen wir uns und unseren Nachfahren die Freiheit erhalten, neu zu entscheiden.
AKWs Niederfahren reicht. Die Erneuerbaren ausbauen und
Energiesparen genügt.