Die Arktis verändert sich durch den Klimawandel.

Das Eis schmilzt.

Der Klimawandel trifft die arktische Region bereits jetzt stärker als die meisten anderen Regionen der Welt. Neben dem Ökosystem wird auch die menschliche Bevölkerung dadurch bedroht. Zugleich sehen einige Staaten aber auch neue wirtschaftliche und geostrategische Möglichkeiten. Steigende Temperaturen haben zu schmelzendem Meereis geführt, wodurch neue Schifffahrts- und Handelswege durch die arktischen Wasserstraßen eröffnet werden könnten, und die Arktis ist reich an natürlichen Ressourcen, die mit dem zurückweichenden Eis bald zugänglich sein könnten. Zu den Küstenanrainern gehören Russland, Kanada, USA, Norwegen und Dänemark durch Grönland. Könnte mit dem Abtauen des Eises ein geopolitischer Konflikt entfacht werden? Und wer vertritt die indigenen Völker, deren Zuhause die Arktis ist?

Was denken unsere Leserinnen und Leser?

Catherine ist der Meinung, dass sich die USA, die EU und Russland „bereits in der arktischen Region umschauen, um sich zu schnappen, was dort ist“. Hat sie recht? Wird es einen Kampf um die Arktis und ihre Ressourcen geben?

Wir sprachen mit Elle Merete Omma über Catherines Frage. Frau Omma repräsentiert die EU-Einheit der Saami, eines der indigenen Völker der Arktis.

Nicht nur Russland, die USA und die EU sehen in der Arktis neue Möglichkeiten, Ressourcen auszubeuten, auch große Firmen haben Wirtschaftsinteressen ausgedrückt. Das erhöht den Druck auf die Region aber auch auf die indigene Bevölkerung und ihren Lebensstil. Es gibt konkurrierende Ideen, wie solch ein fragiles Ökosystem am besten genutzt werden sollte. Andererseits ergeben sich natürlich auch der indigenen Bevölkerung neue Möglichkeiten, wenn das Eis schmilzt. Was bedeuten neue Schifffahrtswege für die Ernährung? Gibt es einen neuen Markt für gesunde Ernährung? Es gibt auf jeden Fall ein gesteigertes Interesse an der Arktis, mit dem Herausforderungen und neue Möglichkeiten für die Bevölkerung einhergehen.

Für eine weitere Perspektive gaben wir den Leserkommentar auch an Michael Mann weiter, den EU-Sonderbeauftragten für die Arktis. Wie schätzt er die Situation ein?

Vielen Dank für Deine Frage, Catherine. Ja, es gibt ganz sicher ein gesteigertes Interesse an der Arktis seit das Eis schmilzt. Die größte Bedrohung für die Region ist der Klimawandel. Gleichzeitig hat er vielleicht neue wirtschaftliche Optionen geschaffen – viele Parteien haben Interesse an Öl, Gas und Mineralien in der Region, Fisch ist natürlich eine Ressource, die es schon lange in der Arktis gibt. Aber ich glaube, die Möglichkeiten werden übertrieben. Die Konditionen in der Arktis, um Ressourcen abzubauen, sind noch immer sehr schwierig. Angesichts des niedrigen Ölpreises wäre eine Förderung kaum wirtschaftlich. Trotzdem wird es über kurz oder lang dazu kommen, dass Ressourcen in der Arktis gefördert werden, zum Beispiel wenn es um Mineralien geht. Die EU will als regulierende Behörde dabei sicherstellen, dass dies so nachhaltig wie möglich geschieht. Die Nachhaltigkeit bezieht dabei auf den Schutz der Umwelt, aber auch der Menschen. Die indigene Bevölkerung sollte davon profitieren, wenn Ressourcen erschlossen werden.

Wem gehört die Arktis?

Der Klimawandel verändert die Region drastisch, sollte mehr zum Schutz der Arktis und der indigenen Bevölkerung getan werden? Wird es einen Wettlauf um die Arktis geben, wie es ihn um den Mond gegeben hat? Kann es zu Konflikten um Ressourcen kommen? Was ist Eure Meinung?

Foto: Unsplash (cc) Roxanne Desgagnés



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