Alexej Nawalny liegt noch immer auf der Intensivstation

Kreml-Kritiker Nawalny wurde nachweislich vergiftet

Das Projekt Nord Stream 2 ist seit seinem Beginn politisch höchst umstritten: Russisches Gas soll über eine Pipeline durch die Ostsee direkt in Deutschland ankommen. Kritiker fürchten eine zu hohe Abhängigkeit vom Anbieter Gazprom und damit auch von Russlands Regierung. Befürworter wollen die Energiesicherheit festigen. Nachdem der Oppositionelle Alexej Nawalny laut Untersuchungen der Bundeswehr mit einem chemischen Nervenkampfstoff vergiftet worden ist, steht das Prestigeprojekt mit Russland aufs Neue in der Kritik. Sollte Nord Stream 2 als Konsequenz aufgegeben werden?

Das Projekt ist weltweit umstritten

Nicht nur die Parteien der Opposition fordern, die Pipeline zu überdenken. Es gibt seit Jahren Kritik, viele Länder Osteuropas forderten bereits in der Planungsphase ein Umdenken, sie haben schlechte Erfahrungen damit gemacht, von Russlands Energielieferungen abhängig zu sein. Darüber hinaus verlieren sie Einnahmen, da die Lieferungen bisher durch Osteuropa geleitet werden. Auch die US-Regierung ist gegen das Projekt, sie fürchtet, dass US-Sanktionen gegen Russland mit der Pipeline umgangen würden. Darüber hinaus haben sie selbst Interesse, Gas aus den USA an Europa zu verkaufen. Heute sind 9,5 Milliarden Euro in das Pipelineprojekt investiert, die Rohre fast fertig verlegt. Kann das Projekt noch gestoppt werden?

Deutschlands Energiewende

Deutschland hat die Energiewende beschlossen. Energie aus Atomkraftwerken und Kohle werden zu Gunsten erneuerbarer Quellen langfristig aufgegeben. Für den Übergangszeitraum brauche Deutschland Alternativen wie Erdgas, sagen die Befürworter. Doch es sind nicht nur Deutschlands und Russlands Interessen betroffen. Neben Gazprom als Besitzerin der Pipeline haben Firmen aus Deutschland, Österreich, Großbritannien und Frankreich investiert.

Dürfen Deutschland und Russland die Ostseepipeline weiterbauen?

Auf NATO- und EU-Ebene suchen die Staaten nach einer gemeinsamen Reaktion auf den Giftanschlag. Könnte ein Ende der Pipeline eine der Sanktionen gegen Russland werden? Sollte die Kooperation mit Russland beendet werden? Was denkt Ihr?

Foto: Bigstock © Rosfoto.ru



3 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst Du?

  1. avatar
    Petr

    Wenn man es vereinfacht sagen würde: ja, der Anschlag auf einen Regierungskritiker des kremls, ist eine Innenpolitische Angelegenheit von Russland, Deutschland hat sich da politisch nicht einzumischen.

    Kompliziert ist aber, weil navalny einfach scheinbar so, mit Flugzeug direkt nach Berlin kam und sofort in die Charité, mal von corona Schutzmaßnahmen und Einreisebestimmungen abgesehen, Frage ich mich wie man als ausländische Regierung Kritiker so eine Behandlung legitimiert bekommen kann, Einreisebestimmungen umgehen und dann direkt an erster Stelle in der Charité behandelt werden + Polizei Schutz.
    Die deutsche Politik hat sich eingemischt und jetzt muss man Konsequenzen ziehen.

  2. avatar
    Thorsten

    Kurz gesagt – Leider ja. Die Inbetriebnahme und die Fördermengen stehen auf einem anderen Blatt. Ich empfehle da eher die intensivierung von Kontakten mit den russischen Anreinerstaaten, sowie gespräche über deren Wirtschaftliche unabhängigkeit

  3. avatar
    Martin

    Sicherlich! Solange ich die nicht bezahlen muss.

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