
Was bedeutet Europa für Euch persönlich?
Wir haben mit 100 jungen Leserinnen und Lesern von Debating Europe diese Frage diskutiert. Die mit Abstand meist genannte Antwort: Reisen. Vor allem die Altersgruppe zwischen 18 und 35 Jahren nutzt die europäische Reisefreiheit: Interrail, Erasmus und Co. machen es möglich. Der Schock kam mit den Corona-Maßnahmen, plötzlich wurden innereuropäische Grenzen geschlossen, die es gefühlt schon lange nicht mehr gab. Aber nicht nur die Jüngeren auch die Europäer allgemein – und vor allem die Deutschen – sind sehr reisefreudig. Kaum ist es irgendwo sonst einfacher zu reisen, als innerhalb der der Europäischen Union. Wir brauchen keine Visa und auch kein Geld umzutauschen, mit der europäischen Krankenversicherungskarte im Gepäck ist auch für den Notfall gesorgt. Die Grenzen innerhalb Europas verblassen, könnte das eine gemeinsame europäische Identität zur Folge haben?
Wir haben in unserer Infografik ein paar Fakten zum Thema zusammengestellt.

Was denken unsere Leserinnen und Leser?
Maria ist der Meinung, dass nichts so gut bildet wie Reisen und Kontakt zu anderen Kulturen. Wir sprachen mit Pedro González, dem Präsidenten des Erasmusnetzwerks in Deutschland, über Marias Kommentar. Sollten deshalb Programme wie Erasmus weiter ausgebaut werden?
Für eine weitere Perspektive auf Marias Kommentar sprachen wir mit Martin Speer, er ist Ko-Initiator der #FreeInterrail Initiative, die sich für ein Interrail Ticket zum 18. Geburtstag für jeden EU-Bürger einsetzt.
Unser Leser Hans ist von der #FreeInterrail Idee überzeugt, er glaubt, dass durch das Reisen der „europäische Gedanke erfahr- und erlebbar“ werde. Stimmt das? Könnte sogar eine europäische Idenität entstehen? Wir haben die Frage an die Europaabgeordnete Sabine Verheyen (CDU) weitergegeben, sie ist Vorsitzende im Ausschuss für Kultur und Bildung.
Wir haben Hans Frage auch dem zweiten Ko-Initiator von #FreeInterrail gestellt. Wie schätzt Vincent-Immanuel Herr die Entwicklung einer europäischen Identität ein?
Etwas kritischer war unser Leser Felix: „Es gibt Leute, die genügend Geld haben, ständig zu reisen, aber außer Hotels und Restaurants kaum etwas über die jeweiligen Länder mitbekommen. Andere informieren sich Zuhause und lernen vielleicht sogar eine Fremdsprache, auf der sie sich dann online mit Muttersprachlern verbinden können.“ Ist eine Reise ins Ausland immer eine gute Investition oder lässt sich der Bildungseffekt Zuhause unter Umständen besser erreichen?
Schafft unsere Reiselust eine europäische Identität?
Was sind Eure Erfahrungen? Habt Ihr auf Reisen europäische Gemeinsamkeiten wahrgenommen oder sind die Unterschiede spannender? Sind wir innerhalb Europas enger miteinander verbunden als mit Ländern außerhalb des Kontinents? Könnte sich daraus eine gemeinsame Identität entwickeln? Schreibt uns!
Foto: Unsplash (cc) Atikh Bana
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Ein Europäisches Bewußtsein wird geschaffen durch:
Europäische Medien und Europäisches Basiswissen:
Europäische Geschichtsschreibung
Esperanto (gleichberechtigte Verständigung, besseres Sprachenlernen)
http://de.e-d-e.eu/suche-begriffe#sekpEuropaeischesBewusstsein
http://de.e-d-e.eu/suche-begriffe#sekpEuropaeischesBasiswissen
http://de.e-d-e.eu/suche-begriffe#sekpPaderbornerModell
de.e-d-e.eu e-d-e.eu
Ich selbst hatte das Glück schon viel durch Europa reisen zu können und habe auch einen Erasmus Aufenthalt gehabt. Menschen aus anderen Kulturen zu treffen und über ihre Kulturen zu lernen öffnet die Horizonte. Leider hat nicht jeder die Chance dazu – das sollten wir ändern!
Ich glaube, dass diejenigen, die am Studentenaustausch teilnehmen können, bereits eine positive Einstellung zu Europa haben. Daher hat dies keinen Einfluss auf die Meinung der Skeptiker.
Dazu wollen alle zu indiviuell sein
Ich bin 27 Jahre alt und fülle mich wie ein Italiener auch wenn ich da nie meine Kindheit verbracht habe, aber ich bin auch in 3 andere Länder groß gezogen geworden…
Ich bin selbst ins Ausland gezogen und erkenne, dass man sich schnell kulturellen Unterschieden angleicht.
Wir sind in der Position frei reisen und andere Kulturen besuchen zu können. Dies sorgt dafür, dass wir immer mehr andere Kulturen in uns aufnehmen und auch uns an andere Kulturen abgeben. Dies hat zu Folge, dass ein immer mehr „europäisches“ Selbstbild entstehen kann.
Ich denke schon, weil Reisen jedem die Möglichkeit gibt, neue Leute kennenzulernen.
Ich denke nicht, weil es nichts damit zu tun hat
Ja, durch die Reiselust.
Es gehört für viele dazu, dass sie ungehindert die Nachbarländer bereisen können und ist mittlerweile Teil unserer Kultur.
Reisen können andere Länder betreffen
Wenn man reisst, lernt man sehr viel uber andere
Ja, weil wir uns mehr Burger der Welt fuhlen als das
Ja, weil es Sprachgrenzen überschreiten und Menschen sozialisieren kann
Ja, ich denke dass eine europäische Identität sehr positiv wäre
Der Tourismus trägt dazu bei, die Beziehung zwischen verschiedenen Kulturen zu verbessern
Ich denke eine pan-europäische Identität kann sich durch Reisefreiheit formen – so habe ich europäische Freunde und sehe mich zu mindestens 50% als Europäer. Jedoch grenze ich hierbei den Kontinent und seine Menschen von einem politischen Überbau EU ab, der oftmals kontraproduktiv agiert und die Nationen eher gegeneinander ausspielt.
Reisen ist eine Aktivität, bei der Sie Ihre Probleme vergessen können. Aber ich bezweifle, dass ich meine Identität ändern würde.
Kulturaustausch passiert beim reisen immer, direkt oder indirekt, und das andert Leute immer
Ich denke schon
Bei Reisen treffen wir viele neue Leute aus verschiedene Kulturen und das kann europäische Identität erweitern
Nein. Ich mag es nicht, neue Leute kennenzulernen
Könnte sicherlich sein, aber ich kann es null einschätzen.
Reisen macht offener, europäische Identität ist für mich eine positive Sache.
Ich glaube nur weil man reist, sich nicht europäischer fühlt als sonst
Ich komme aus Polen, ich habe oft Leute aus Deutschland getroffen. Ich denke, dass ich Ausländer dadurch anders sehe.
Häufiges Reisen ermöglicht es uns, Europa als ein, nicht viele Länder zu behandeln.
Glauben Sie, dass sich jeder Bürger über die Einheit von Kultur und Geschichte in der EU informieren sollte?
ja, dadurch vermischen sich die Kulturen
Sehr simpel. Wenn man reist und die Städte, Landschaften und vor allem die Kulturen erlebt entwickelt sich ein Verständnis für dies. Dazu noch die Realisation, dass alles nicht weit weg ist und auch wirklich existiert (contra zu Bildern oder Medien)
Dank des Reisens können wir andere Länder und ihre Kultur kennenlernen, was uns näher zusammenbringt
Je mehr Grenzen nicht mehr als Grenzen wahrgenommen werden und Kulturen verschmelzen, desto mehr wird eine europäische Identität entstehen
Nein, wir sind Deutsche, keine Europäer
Du bist was du bist, niemand kann das verändern, nur wenn du sowas willst.
Ich sehe es an mir selbst – auf engstem Raum unterschiedliche Kulturen zu erleben, macht Lust auf eine europäische Identität
ich denke schon, wir lernen andere Kulturen kennen, wir erwerben Wissen
Kann ich mir nicht vorstellen
Je mehr Laender man besucht, desto mehr entdeckt man die Kultur der Anderen. man bekommt mehr offen auf andere Weltanschauungen, Religionen, usw. Dank dem wird man weniger ’nationalistisch‘ und mehr ‚weltweit‘
Ich selbst habe an ein solches Program teilgenommen. Es gibt ohne Zweifel eine europäische Identität.
Wenn man mit anderen Menschen lebt, sieht man, dass ganz unterschiedliche Menschen die Gemeinschaft bilden.
Alle Länder der Europäischen Union sind gleich und haben alle das gleiche Recht
nein, ich fühle mich polnisch
eventuell, aber viele sind auch von ihrem eigenen Land stark geprägt
Die Leute wollen reisen; möchte etwas über neue Kulturen lernen und entwickeln sich
Deutschland denkt doch nur an sich selbst
Mit der Nähe zwischen Menschen werden die Unterschiede verwässert
Identität kommt aus Kultur
Eine immer mehr vernetzte Welt lässt die eigene Nationalität ins den Hintergrund geraten
Je mehr wir reisen, desto vieler andere Kulturen können wir kennenlernen. Das macht uns toleranter und mehr offen.
nein, es ist nicht Ihr eigenes Land.
Ich denke, dass Menschen die viel reisen und viele andere Länder und Kulturen kennenlernen, offener sind, und sich somit nicht unbedingt nur mit einem Land verbunden fühlen.
Ja, das glaube ich auch, Aus persönlichen Erfahrungen und Erfahrungsberichten durch Bekannte
Ich bin selber als Student gereist und ich habe festgestellt wie wichtig das für meine Europaische Identität war: neue Kulture entedcken, mit Menschen anderen Kulturen sich treffen, die Nachteile der eigene Kultur bemerken.
Es sollte keine Diskriminierungen wegen der Nationalität geben
Je mehr wir reisen, desto mehr lernen wir die anderen Kulturen kennen. Dann sind sie für uns nicht mehr fremd und wir sehen wie ähnlich wir uns alle sind, und dass wir die gleichen Träume, Ziele und Hoffnungen haben.
Deutsche lieben es zu reisen. Sie sagen, dass dies ihr Hobby Nummer eins ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass es die Identität von heute schafft.
Die Person kann andere Ausblick auf die Europäische Landen haben, wie zum Beispiel sie kann im Zukunft nach Spanien ausfahren dort zu leben.
Die europäische Identität existiert bereits und ist eine positive Entwicklung, die zu einem besseren Verständnis der benachbarten Kulturen und gegenseitiger Unterstützung sowie zu einer besseren Bildung und Sensibilisierung führt
Tourismus hat für mich wenig mit der Identität zu tun.
Ich bin damit einverstanden. Wenn wir ins Ausland reisen, lernen wir unsere Nachbarn und die Kultur anderer Länder kennen, was uns näher zusammenbringt.
Jeder kennt unsere Identität in Europa, daher besteht meiner Meinung nach keine zusätzliche Notwendigkeit, sie zu fördern.
Mehr Kontakt mit anderen Kulturen erlaubt ein besseres Verständnis und Anerkennung von die verschieden Ländern in der EU.
Die Umgebung und die Kultur hat einen Effekt auf die Identität von einer Person
Menschen, die reisen und verschiedene Kulturen kennenlernen, werden eine bessere und offenere Sicht auf die Welt haben.
Ich würde gerne reisen, aber das Land der Europäischen Union, in dem ich lebe, gibt mir diese Möglichkeit nicht
Reisen erweitert den Geist, wie viele Autoren geschrieben haben. Ich habe gelesen, dass diejenigen, die Austauschprogramme im Ausland erlebt haben, statistisch gesehen in Zukunft weniger fremdenfeindlich sind.
ja, wir haben einen Schengen-Raum und können ohne Visum durch Europa reisen
Wenn Sie neue Kulturen kennenlernen und neue Leute kennenlernen, denken Sie, dass Sie kein Deutscher (oder in meinem Fall ein Pole) sind, sondern ein Citzen eines Europas / einer Welt?
Für das Ausleben einer Reiselust wäre keine EU nötig, das könnte man auch anders regeln. Es ist nur eine der wenigen guten Dinge die von den ursprünglichen Ideen der EU noch bleibt.
Je mehr man von der Welt sieht und mit anderen Kulturkreisen in Kontakt kommt, desto mehr Perspektive bekommt man und desto mehr versteht man, dass wir eigentlich alle mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben.
Ich betrachte mich als europäische Staatsbürgerin und reise gerne.
Man hat eine Heimat mit der man sich am liebsten identifiziert
Keinefalls, das hängt von Mensch zu Mensch ab.
nein, ich bezweifle, dass dies unsere Identität beeinträchtigen würde.
Wer reist, sieht oft nicht nur Unterschiede, sondern auch Gemeinsamkeiten. Dies führt zu einem Gefühl von sich selbst als Teil eines größeren Ganzen.
Nicht nur die Deutschen reisen gerne.
es kann meine Identität nicht beeinflussen
Es gibt eine Vielfalt von Kulturen in der EU, jeder hat seine Kultur
Wir sollten keine Angst haben, andere Kulturen zu kennen und daran zu wachsen
ja, weil ich in Europa lebe
Das Kennenlernen anderer Kulturen, wirkt sich auch auf die eigene aus
Ich verstehe nicht wie Reisen mit Identitätsbildung zusammenhängt. Wenn ich nach Amerika reise, dann entsteht ja auch keine deutsch-amerikanische Identität daraus
Reisen macht die Welt kleiner.
Austauschprogramme fördern die Toleranz und das Verständnis gegenüber Menschen die eine andere Sprache sprechen und aus einer anderen Kultur kommen. Dies sind wichtige gesellschaftliche Werte die ein Zusammenleben einfacher machen. Besonders in Zeiten der Globalisierung.
Ich denke, dass Erasmusstudenten merken, wie ähnlich sie sich sind.
ja, man sammelt viel erfahrung im ausland
Die Möglichkeit zu reisen eröffnet neue Blickwinkel, Kontakte zu Menschen aus anderen Ländern. Man erfährt Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten.
Um ein Europäisches Bewußtsein bei einer Mehrheit der Einwohner zu erreichen, sind u.a. europäische Medien Voraussetzung. Auch ein Europäisches Basiswissen ist notwendig, darunter das Erlernen der gemeinsamen neutralen Sprache Esperanto.
Wie sich das wohl Afrikaner fragen würden, denen man eine weiße Frau als Sinnbild für die afrikanischen Identität präsentieren würde.
Aber nur mit Impfpass!