
Wie sind die Gesichtsmasken so politisch geworden?
Das Tragen einer Maske ist irgendwie zu einem parteipolitischen Thema geworden. In manchen Ländern bestimmt die Parteizugehörigkeit darüber, ob ein Mundschutz getragen oder die Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus unterstützt werden. Wie konnte das passieren? Sollten nicht eher die Erkenntnisse aus der Medizin bestimmen, welche Maßnahmen sinnvoll sind?
Das mit den klaren Antworten aus der Wissenschaft ist nicht so einfach.
Seit der Corona-Pandemie werden wir alle zu Hobby-Virologen. Medizinischer Fortschritt wird aber nicht dadurch erreicht, dass sich Forscher immer einig sind. Es gehört zum Beruf, die Erkenntnisse der Kolleginnen und Kollegen immer zu hinterfragen und dadurch neue Erkenntnisse zu gewinnen. Wissenschaftliche Studien, die sich widersprechen, sind nicht per se falsch. Widersprüche zeigen, dass noch mehr geforscht werden muss. Es stellt sich heraus, dass sich Epidemiologen in wichtigen politischen Fragen nicht einig sind. Letztendlich treffen unsere gewählten Vertreter politische Entscheidungen. Und wenn Politiker Entscheidungen treffen, werden die Dinge politisch.
Krisen machen es der Vernunft nicht leichter.
Wer kann schon klar denken, wenn er oder sie Angst hat? Das kann zum Teil erklären, warum sich Meinungen in Bedrohungslagen radikalisieren. Wir wollen an dem festhalten, woran wir glauben, wenn es sich an der ständig veränderten Realität um uns herum nicht mehr festhalten lässt. Dabei geht es nicht nur um die zunehmenden Proteste gegen Corona-Maßnahmen, Rassismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien blühen auf; Radikalere Einstellungen gewinnen mehr Unterstützer, weil sie vermeintlich einfache Antworten auf zu komplexe Probleme bieten. Zeitgleich wenden sich andere wieder ihrer Religion oder Partei zu, die sie schon vergessen hatten.
Hat das Coronavirus uns noch weiter polarisiert?
Wie ist die öffentliche Gesundheit zu einem parteipolitischen Thema geworden? Kann sich die Vernunft durchsetzen? Schreibt uns Eure Fragen und Kommentare, wir geben sie an die Entscheidungsträger weiter.
Foto: BigStock © adamelnyk
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