
Die Corona-Pandemie zwingt uns, auf Nähe zu verzichten
Plötzlich sind traditionelle Gesten der Begrüßung tabu geworden. Menschen schütteln sich seit tausenden von Jahren in der einen oder anderen Form die Hand, ein Küsschen auf die Wange oder eine Umarmung gehört für viele in Europa zur Begrüßung dazu. Das Coronavirus hat uns jedoch dazu gezwungen, vorerst Abstand zu halten.
Doch alte Gewohnheiten, sind nur schwer abzulegen
So kündigte beispielsweise der niederländische Premierminister Mark Rutte auf einer Pressekonferenz im März 2020 an: „Von diesem Moment an hören wir auf, uns die Hände zu schütteln.“ Direkt im Anschluss, schüttelte er dem Gesundheitsbeamten rechts von ihm versehentlich die Hand. In den Vereinigten Staaten hat Dr. Anthony Fauci, einer der führenden Mitglieder der Coronavirus-Task Force der Trump-Regierung, in Aussicht gestellt, dass wir „nie wieder Hände schütteln“ dürfen. Angesichts vieler weiterer Krankheiten ist es vielleicht nicht die schlechteste Idee, ein wenig auf Abstand zu gehen.
Letztlich kommt es wirklich darauf an, wie lange die Pandemie andauert
Steven Pinker, Bestsellerautor und Professor für Psychologie an der Harvard-Universität, ist der Meinung, dass der Handschlag zu tief in unseren Kulturen verwurzelt ist, um aufgegeben zu werden. Er glaubt, dass unsere Bräuche zur Begrüßung wiederkehren werden, sobald das Coronavirus unter Kontrolle ist. Wann wird das aber sein? Werden Vorsichtsmaßnahmen weiter hochgehalten, gewöhnen wir uns vielleicht an neue Rituale zur Begrüßung.
Werden wir uns jemals wieder die Hand geben?
Werden wir uns wieder mit einem Handschlag, Kuss oder Umarmung begrüßen, wenn das Coronavirus besiegt ist oder gewöhnen wir uns um? Wie begrüßt Ihr Eure Freunde und Familie? Lassen sich die Abstandsregeln auf Dauer einhalten? Schreibt uns!
Foto: BigStock © Insidestudio
6 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare
Ich finde man hätte das verbeugen wie in Japan anwenden sollen, man würde damit einander auch mehr Respekt gegenüber zeigen. Ellenbogen an Ellenbogen finde ich eher befremdlich
Kommt drauf an, wie nah der Kontakt ist, wie die Umstände und die allgemeine persönliche Auffassung zum Thema.
Im ganzen werden wir wohl unser Repertoire an Begrüßungen erweitern, aber ganz ändern sicher nicht.
Mit Menschen, die mich ohnehin dauernd umgeben, hat sich nie was geändert… Ansonsten gibt es immer das gute alte
schnellen in die höhe ??? Die sprache der Popolisten ?
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html
Ich finde es absolut erschreckend, dass wir jetzt so extrem auf Abstand getrimmt werden. Soll dies etwa bis ans Ende aller Tage so bleiben? Mich machen solche Aussagen echt wütend. Falls diese Pandemie eines fernen Tages vorbei sein sollte, sollte man auch wieder mehr Nähe zulassen. Das sind ureigene Bedürfnisse des Menschen. Die Gesellschaft war schon vor Corona zu sehr auf Abstand. Jeder denkt nur noch an sich und läuft mit ausgestreckten Ellenbogen durch die Welt. Das solch ein Verhalten jetzt befürwortet wird, erschließt sich mir nicht.