Produziert bald jeder für sich Strom über das eigene Dach?

Bereits die Hälfte des europäischen Energiebedarfs werden durch erneuerbare Energien gedeckt.

Der Meilenstein wurde erreicht, als die Kosten für Wind- und Sonnenenergie im Vergleich zu Energie aus kohlenstoffintensiven Quellen wie Kohle sanken. Jetzt haben die erneuerbaren Energien die nächste Chance zu glänzen, da die Regierungen über milliardenschwere Konjunkturprogramme nach der Coronakrise entscheiden. Sollten Steuergelder nur noch für umweltfreundliche Energieträger ausgeben werden?

Was denken unsere Leserinnen und Leser?

Wir haben einen Kommentar von HJo erhalten, er sagt: „Auf der Angebotsseite wird der Strom eines Tages kostenlos sein, es [gibt] so viele Möglichkeiten, ihn zu erzeugen… Man braucht nur die Fantasie von uns allen und die Technologie.“ Hat er recht? Sind Sonnenkollektoren auf allen Häuserdächern die Zukunft?

Wir baten Paula Pinho, die stellvertretende Direktorin der Europäischen Kommission für Energiepolitik, um eine Antwort.

Wir sehen, dass die erneuerbaren Energien immer mehr Teil unserer Energieversorgung werden. Das ist natürlich eine große Veränderung – auch bei den Konsumenten. Sie kaufen nicht mehr ihren Strom bei den großen Firmen ein, sondern produzieren ihn zum Beispiel über ihre eigenen Sonnenkollektoren selbst. Das System muss dahingehend verändert werden, dass diese Dezentralisierung möglich wird. Die Kommission hat dazu die entsprechenden Gesetze auf den Weg gebracht. In der Zukunft wird es sicher noch mehr Konsumenten geben, die zu Produzenten werden, zum Beispiel über Sonnenkollektoren auf ihrem eigenen Dach!

Für eine andere Perspektive fragten wir auch noch bei Erkki Maillard nach, er ist Vizepräsident für europäische und internationale Angelegenheiten bei der Électricité de France (EDF) Gruppe, einem der größten Stromproduzenten der Welt.

Wind und Sonne sind einzigartige Energiequellen, es sind gute Nachrichten, dass wir immer mehr Strom aus nachhaltigen Energiequellen erzeugen können. Die Technologie dahinter ist aber nicht umsonst, sie ist zum Teil sogar sehr kostenintensiv. Die andere gute Nachricht ist aber, dass diese Technologien immer billiger werden. Es stimmt daher nicht, dass Strom aus erneuerbaren Energien umsonst wird, die Rechnung für Konsumenten wird wegen der erneuerbaren Energie aber immer geringer.

Wird Strom durch Solarenergie in Zukunft umsonst sein?

Birgt die Coronakrise eine Chance für unsere Energiepolitik? Sollten die geplanten Investitionen den erneuerbaren Energien zugutekommen? Was denkt Ihr?

Foto: BigStock (c) elenathewise



One Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst Du?

  1. avatar
    Daniel

    Kosten für die Anlage, Installation, Wartung und Betrieb … nie und nimmer.
    Wenn überhaupt, zahlen wir über höhere Steuern dafür.

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