Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA

Europa beobachtet schockiert die Geschehnisse in den USA

George Floyd, ein unbewaffneter Afroamerikaner, starb in Polizeigewahrsam, nachdem ein Polizist sein Knie fast neun Minuten lang gegen den Hals des mit Handschellen gefesselten Mannes drückte. Floyds Tod war nur der jüngste Fall in einer langen Reihe von Polizeigewalt, aber in diesem Fall halten Empörung und Proteste an.

Die Demonstrationen verliefen in den USA überwiegend friedlich

Es gab aber auch Gewaltszenen und Plünderungen. Die Reaktion von US-Präsident Donald Trump bestand darin, den Bunker des Weißen Hauses zu „inspizieren„, mit dem Einsatz des Militärs gegen US-Bürger zu drohen und Erklärungen zu twittern, die so spalterisch und aufrührerisch waren, dass sie eine seltene Rüge von Twitter wegen „Gewaltverherrlichung“ erhielten.

Ist Rassismus nicht auch in Europa ein Problem?

Es sicher leichter, die Probleme bei anderen als sich selbst zu sehen. Rassismus ist aber keinesfalls nur ein Problem der USA. Die Agentur für Grundrechte der Europäischen Union berichtet, dass Rassismus in der EU „weit verbreitet und tief verwurzelt“ sei. Wenn Europäer etwas tun wollen, um positive Veränderungen zu bewirken, sollten sie sich auch der Situation in ihren eigenen Ländern stellen. Vor allem reicht es nicht, nur kein Rassist zu sein, alle sollten gemeinsam Rassismus aktiv bekämpfen, anstatt diese Aufgabe nur den Opfern zu überlassen. In einer freien Gesellschaft ist kein Platz für Menschenfeindlichkeit.

Verschärft sich das Problem des Rassismus in Europa?

Auch in Deutschland muss man sich fragen, wie es zu rechtsextremen Vorfällen bei der Polizei, in der Bundeswehr und dem Verfassungsschutz kommen kann. Darüber hinaus zeigen die Wahlerfolge der AfD, dass nicht alle etwas dagegen haben, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben. Können aber Politiker so einen großen Einfluss haben, dass sie Rassismus mit ihren Hassreden „normalisieren“?

In Italien haben Umfragen ergeben, dass Rassismus während der Regierungszeit des rechtsextremen Politikers Matteo Salvini akzeptierter wurde; zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt verurteilte eine Mehrheit der Italiener den Rassismus nicht mehr uneingeschränkt, 45 Prozent der Befragten hielten Rassismus für gerechtfertigt. Akademische Untersuchungen deuten darauf hin, dass unsere Normen mit zunehmender Verbreitung von Rassismus untergraben werden. Hetze, Verleumdung und Hass sind daher Straftaten, die mit freier Meinungsäußerung nichts mehr zu tun haben.

Ist Rassismus wieder gesellschaftsfähig geworden?

Wenn ja, wer ist dafür verantwortlich und was können wir dagegen tun? Schreibt uns Eure Kommentare, damit wir sie an die Politiker und Politikerinnen und Experten weiterleiten, damit sie darauf reagieren können!

Foto: Unsplash (cc) Julian Wan 



3 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst Du?

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    Kim Anja

    Identität = Rasse. Daran liegt das. Identitätspolitik ist die aufgehübschte Form des Rassismus.

  2. avatar
    Hans

    Rassismus ist solange latent bis eine Gesellschaft von innen heraus erschüttert wird.
    .
    Corona, Flüchtlinge und AfD, um nur drei zu nennen.

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