Wird es Designerbabys geben?

Der wissenschaftliche Fortschritt macht auch nicht vor dieser Frage halt.

Lange hat man nur theoretisch darüber nachgedacht, ob das menschliche Erbgut optimiert werden darf, doch mit bahnbrechenden Methoden wie CRISPR, ist die Option auf dem Tisch. Meist ist es so wie in Deutschland verboten, die Gene menschlicher Embryonen zu verändern. Sollte das so bleiben?

Die Versprechen der Wissenschaft kennen kaum Grenzen

Die CRISPR „Genschere“ hat das Potential Erbkrankheiten zu heilen, ein chinesischer Forscher verspricht werdenden Eltern eine Resistenz gegen HIV bei ihren ungeborenen Kindern und Wissenschaftler in Schottland glauben, mit der Methode Fehlgeburten vermeiden zu können. Die USA, China, Schweden und Großbritannien haben bereits erste Versuche erlaubt. Plötzlich geht es bei Krankheiten nicht mehr darum, ob wir sie heilen können, sie könnten von vornherein verhindert werden.

Werden zukünftig Babys bestellt?

Es wird befürchtet, dass der Schritt zu Designerbabys mit gewünschten Erbanlagen nicht mehr weit ist, wenn der Eingriff grundsätzlich erlaubt wird. Die Anlagen für Übergewicht, Kurzsichtigkeit und Akne finden wir in unseren Genen, wer entscheidet, welche unliebsamen Eigenschaften nicht von vornherein „ausgeknipst“ werden sollten? Auch sind die Risiken noch nicht wirklich abzuschätzen. Ist das Erbgut eines Menschen erst einmal verändert, wird er dieses auch an seine Nachkommen weitergeben. Sind diese Einwände gerechtfertigt?

Was denken unsere Leserinnen und Leser?

Eric fragt sich, wie die Menschheit Technologien in der Zukunft nutzen wird, da es immer positive und negative Seiten gibt neuer Errungenschaften gibt. Einerseits kann großes Leid verhindert werden, wenn schwere Krankheiten verhindert werden, andererseits wollen wir keine Gesellschaft von durchdesignten Menschen.

Für eine Antwort auf unsere Leserfrage haben wir die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek gefragt, ob Eltern die DNA ihrer Kinder eines Tages „reparieren“ werden wollen.

In den letzten Jahrzehnten hat der technische Fortschritt unser Leben eindeutig verbessert. Ich denke da an Innovationen im Bereich der Medizin, der Mobilität oder an die Entwicklung des Internets, das es uns möglich gemacht hat, weltweit auf Informationen zuzugreifen und miteinander zu kommunizieren. Es ist aber auch wichtig, dass unsere Gesellschaft eine Richtschnur für den technischen Fortschritt hat, nämlich unsere ethischen Grundüberzeugungen und Werte, wie sie insbesondere im Grundgesetz zum Ausdruck kommen.

Wir müssen alle gemeinsam, als Gesellschaft, darüber sprechen, welche Chancen und welche Risiken mit neuen Methoden und Technologien sowie Forschungsergebnissen verbunden sind. Und uns immer wieder kritisch fragen, ob wir das, was technisch machbar ist, auch wollen und für verantwortbar halten. Dies betrifft viele Bereiche des technischen Fortschritts, darunter auch die CRISPR-Methode, mit der Forschende bestimmte Genabschnitte kopieren, einfügen oder löschen können.

Würdest Du das Erbgut Deines Babys verändern?

Sollte die Forschung weiter vorangehen oder sind die Risiken noch nicht abzuschätzen? Schreibt uns Eure Meinung und diskutiert so mit den Experten und Entscheidungsträgern!

Foto: Bigstock © Margarita Kheruimova; Portrait: BMBF © Laurence Chaperon



2 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst Du?

  1. avatar
    Hans

    Befürworter werden Einwände natürlich vom Tisch wischen.
    .
    Was wird sein wenn Designern ein Fehler unterläuft, deren Entwurf Mensch nicht wie gehofft ausgefallen ist?
    .
    Wohin sich die vom Menschen veränderte Gene aus evolutionärer Sicht entwickeln werden bleibt offen.

  2. avatar
    Phillip

    Ich würde es nicht ausschließen. Immerhin habe ich selbst ein erblich bedingtes Leiden, das meine Lebenserwartung drastisch reduzieren kann

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