Die Europäische Union hat sich dem Klimaschutz verpflichtet.

So sollen bis zum Jahr 2030 Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent gesenkt werden, der Energieanteil auserneuerbaren Quellen auf mindestens 32 Prozent und die Energieeffizienz um mindestens 32,5 Prozent erhöht werden. Soweit lauten die politischen Ziele des Europäischen Rats. Die Europäische Umweltagentur hat aber bereits beanstandet, dass die EU für diese Ziele nicht auf dem richtigen Weg sei. Es ist vielmehr schon jetzt klar, dass diese Ziele nicht erreicht werden, wenn wir entsprechende Maßnahmen nicht schneller umsetzen.

Renaissance der Kohlenutzung

Wohlhabende Länder haben ihre Subventionen für Kohlekraftwerke in den letzten Jahren fast verdreifacht. Obwohl sie vor einem Jahrzehnt zugesagt haben, die Subventionen zu senken, hat kaum ein EU-Mitgliedstaat dargelegt, wie er die finanzielle Unterstützung für fossile Brennstoffe auslaufen lassen will. Unterdessen hat die „Renaissance der Kohlenutzung“ den größten Anteil am Anstieg der CO2-Emissionen im Jahr 2018. Die Energiewirtschaft, Industrie und Verkehr verursachen den absoluten Großteil unserer Treibhausgas-Emissionen in Deutschland. Gerade mal drei Braunkohlekraftwerke produzieren fast 10 Prozent der deutschen Emissionen – das ist mehr als die gesamte Landwirtschaft. Ist Kohle ohne staatliche Unterstützung überhaupt konkurrenzfähig?

Was denken unsere Leserinnen und Leser?

Wir haben einen Kommentar von Maia erhalten, sie ist der Meinung, dass die Regierungen fossile Brennstoffe, einschließlich Kohle, zu stark unterstützen. Sollten die EU-Regierungen aufhören, Kohle zu subventionieren?

Um eine Antwort zu erhalten, sprachen wir mit Erkki Maillard, Senior-Vizepräsident für europäische und internationale Angelegenheiten bei der Gruppe Électricité de France (EDF), einem französischen Stromversorgungsunternehmen und einem der größten Stromproduzenten der Welt. Wie sieht er die Zukunft der Kohle?

Ja, ich stimme Maia zu, Kohlesubventionen sollten verboten werden. Innerhalb Europas haben wir aber sehr unterschiedliche Ausgangssituationen, die berücksichtigt werden müssen. Wir müssen mit dem Erbe der Vergangenheit umgehen und pragmatisch sein. Wir brauchen Geld für den Kohleausstieg. Die Transformation von Kohle zu emissionsneutralen Energieträgern braucht Investitionen, dann kann sie gelingen. Wir müssen zum Beispiel Kohlekumpel umschulen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.

Für eine weitere Perspektive sprachen wir auch mit Paula Pinho, die bei der Europäischen Kommission amtierende Direktorin für Energiepolitik ist. Was sagt sie zu Maias Kommentar?

Kohle ist die klimaschädlichste Energiequelle, daher setzt sich die Kommission dafür ein, dass die Subventionen für Kohle in den EU-Mitgliedsstaaten abgebaut werden.  Wir haben die Mitgliedsländer gefragt, wie der Status der Kohleförderung aussieht, wie der Energiesektor zurzeit gefördert wird und wie sie ihre Versprechen aus dem Pariser Klimaabkommen umsetzen wollen. Wir wollen eine Antwort auf die Frage, wann Kohlesubventionen auslaufen werden.

Sollte die Politik aufhören, Kohle zu subventionieren?

Oder zumindest die Einführung neuer Subventionen einstellen? Was habt Ihr den Entscheidungsträgern zum Thema Kohlesubvention zu sagen?

FotoUnsplash (cc) Markus Spiske 



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