
Das Corona-Krisenmanagement stärkt Vertrauen
Während der Corona-Krise hat die Bundesregierung das Ruder rumreißen können: Das Krisenmanagement hat der Regierung erstaunlich hohe Zustimmungswerte beschert, mehr als 60 Prozent der Bevölkerung sind zufrieden oder sehr zufrieden. Zum Jahresende 2019 sah es noch ganz anders aus, nur 26 Prozent der Befragten waren mit der Arbeit der großen Koalition einverstanden. Dabei hatte die GroKo aus CDU und SPD zur Regierungshalbzeit rund zwei Drittel ihrer Versprechen aus dem Koalitionsvertag umgesetzt. Kita-Betreuung, Digitalisierung, Kohleausstieg und Klimapaket – eigentlich eine rekordverdächtige Bilanz. Bei den Bürgern überwog dennoch Skepsis.
Politikern schlägt Misstrauen entgegen
Dem Berufstand „Politiker“ schlägt von jeher viel Misstrauen entgegen, aber auch hier hat das Coronavirus die Zahlen beeinflusst. Viele Politiker sind nun häufiger in den Medien, über ihre Arbeit wird täglich berichtet. Mit der Arbeit von Bundeskanzlerin Merkel sind aktuell 64 Prozent der Befragten zufrieden, Gesundheitsminister Spahn kann Rekordwerte von 60 Prozent Zustimmung für sich verbuchen, vor einem Jahr lag die Zustimmung nur etwa halb so hoch. Woher kommt das generelle Misstrauen und warum? Wird es in Zeiten der Corona-Krise tatsächlich geringer?
Was denken unsere Leser?
Unser Leser Uloisius sieht viele Herausforderungen für die Europäische Union, vor allem wünscht er sich mehr Fortschritt auf menschlicher Ebene. Den Politikern traut er aber nicht zu sehr, dass sie dies erreichen können. Ist es nicht nur Uloisius, der Politikern misstraut?
Für eine Einschätzung haben wir mit Isabell Hoffmann gesprochen. Sie befasst sich als Expertin bei der Bertelsmann Stiftung mit den Meinungen der europäischen Bürger. Was antwortet sie auf Uloisius Kommentar?
Politikern wird nicht vertraut. Politiker gehören zu den Berufsgruppen, denen immer wieder und schon seit Jahren am wenigsten Vertrauen entgegengebracht wird. Das ist in jedem Land unterschiedlich aber allgemein auf niedrigem Niveau. Ich sehe es problematisch, dass es zurzeit nicht nur Missverständnisse und Unstimmigkeiten zu politischen Inhalten gibt, sondern auch zu den Prozeduren.
Wenn Politiker professionell in den Institutionen Politik machen, sie sehr ins technische Detail gehen, können Debatten weniger zugänglich werden, auch wenn dies notwendig wäre. Es können technische „Übersetzungsschwierigkeiten“ entstehen, wenn die Details einer breiten Masse verständlich gemacht werden sollen. Das ist eine echte Kunst in der Politik, die nicht alle beherrschen, die aber sehr wichtig sind. Das zweite Problem ist das prozedurale Verständnis. Weiß ich denn, wie schwierig es ist, einen Kompromiss in solchen Institutionen zu finden? Es wird nicht von oben bestimmt und nach unten durchregiert. Wer kennt denn noch solche Entscheidungsprozesse oder muss sie vielleicht sogar selbst organisieren? Es sind immer weniger Menschen in Organisationen wie Parteien, Gewerkschaften oder Sportvereinen eingebunden. Daher gibt es weder ein prozedurales noch inhaltliches Verständnis. Das ist aber für Vertrauen nötig.
Wenn Politik gemacht wird, sollten wieder mehr Menschen einbezogen werden, damit sie diese Prozeduren verstehen.
Vertraust Du Politikern?
Woher kommt das Misstrauen und wie ließe es sich beheben? Schreibt uns Eure Meinung, wir diskutieren sie mit den Experten und Entscheidungsträgern Europas.
Foto: Flickr (cc) Tobias Nordhausen; Portrait (c) Bertelsmann Stiftung
Politikern wird nicht vertraut. Politiker gehören zu den Berufsgruppen, denen immer wieder und schon seit Jahren am wenigsten Vertrauen entgegengebracht wird. Das ist in jedem Land unterschiedlich aber allgemein auf niedrigem Niveau. Ich sehe es problematisch, dass es zurzeit nicht nur Missverständnisse und Unstimmigkeiten zu politischen Inhalten gibt, sondern auch zu den Prozeduren.
7 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare
No
Nein
Nein
NEIN…..
Diese Leute haben die Neoliberalen die Einsparungen und Privatisierungen umsetzen lassen, die ein Großteil der Bürger nun ausbaden dürfen, sei es Corona, Bankencrashs, CumEx usw….
Diese „Politiker“ haben meist nicht den Hauch einer Ahnung vom Lebensalltag der echten Leistungsträger, die das alles täglich erarbeiten und erhalten. Für die sind Leistungsträger Leute mit zuviel Geld, die möglichst leistungslos, also auf Kosten der Arbeitsleistung anderer, noch mehr Geld wollen.
Leute wie Spahn, von der Laien oder Nahles haben noch nie in ihrem Leben „richtig“ arbeiten müssen, aber legen fest wieviel die echten Leistungsträger an Rente bekommen oder mit wieviel Geld jemand auskommen soll, der dank der „Arbeit“ der politik für die neoliberaen keine Arbeit mehr hat….
Vertrauen? Denen? Nie im Leben…. warum soll ich vertrauen, was ich nicht ernst nehmen kann….
Es kann kein perfekte Gerichtigkeit geben. Und GottLob Woleig das nicht Sie über zB das Rentensystem entscheiden dürfen.
.
Wohin das fürhren würde zeigen Rentenpläne der AfD/NPD. Die braun/blaunen würden jedem rentner den letzten Cent aus der Tasche ziehen
Leider nein, ich würde gerne der Demokratie die diese von sich selbst verspricht, aber Menschen sind Politiker dennoch und jeder verfolgt eigene Ziele und weil nicht jeder diese offen zu gibt und eigene Pläne hat, ist vertrauen haben in ein System das seit Jahren nichts brauchbares für die Bevölkerung bringt, leider nicht vertrauenswürdig.
Nur dem Gott.