Kooperation in Zeiten der Coronakrise braucht kreative Lösungen.

Das Coronavirus erweist sich als ein ernsthafter Test für die europäische Zusammenarbeit.

Die Krise hat zu hektischen Schnellschüssen der Regierungen geführt. Zuerst riegelten einzelne Regionen ihre Städte ab, dann schlossen einige ihre Grenzen, andere machten die Geschäfte dicht und von Ausgangssperren in Italien bis vorerst keinen Regelungen in Großbritannien war der Maßnahmenkatalog breit. Die nationalen politischen Reaktionen auf die Pandemie waren unkoordiniert und radikal unterschiedlich.

Wird Solidarität und Gemeinschaft in Zeiten der Krise zum Lippenbekenntnis?

Fallen wir zurück auf den Nationalstaat? Strom, Wasser, Essen und Gesundheit sind Grundbedürfnisse, die der Staat regeln muss. Doch gerade in Zeiten der Coronapandemie wird jedem wieder bewusst, wie international verflochten unsere Wirtschaft ist – Medikamente und Schutzausrüstung werden in China und Indien hergestellt, Lebensmittel kommen aus der ganzen Welt zu uns und selbst Obst und Gemüse aus Deutschland bleibt ohne internationale Erntehelfer auf den Feldern liegen.

Wir sind von Kooperation abhängig

Was nützt eine Kontaktsperre, wenn das Nachbarland keine entsprechende Regelung einführt? Was hilft es, Atemmasken zu beschlagnahmen, wenn sie im Ausland hergestellt werden? Wie sollen Waren und Medikamente ihren Zielort erreichen, wenn innereuropäische Grenzen dicht sind? Obwohl sich die Regierungen einig sind, dass alles zur Bekämpfung der Krise gemacht werden muss, herrscht noch keine Einigkeit darüber, auf welche Weise dies geschehen soll. Die europäischen Länder folgen unterschiedliche Strategien.

Es gibt jedoch auch Lichtblicke

Die Staats- und Regierungschefs haben sich inzwischen umgestellt. Statt der Krisensitzungen in Brüssel laufen jetzt die Videokonferenzen heiß. So hat die Kommission verabschiedet, dass der Gesundheitssektor europaweit ausgestattet werden soll, die EU-Haushaltsvorschriften zu lockern, in kleine Betriebe und den Gesundheitssektor zu investieren und Leitlinien für die innereuropäischen Grenzen herauszugeben, sowie Reisen in die EU einzuschränken. Darüber hinaus wollen Krankenhäuser in Deutschland Patienten aus Frankreich und Italien behandeln. Sind das die ersten Zeichen dafür, dass wir uns nach dem ersten Schreck auf Kooperation zurückbesinnen?

Warum löst Europa die Coronakrise nicht gemeinsam?

Vertraut Ihr in Zeiten der Krise lieber auf den Nationalstaat oder erwartet Ihr eine europäische Lösung? Schreibt uns Eure Meinung, wir geben sie an die Entscheidungsträger weiter!

Foto: Unsplash (cc) Daniel Tafjord



20 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst Du?

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    Cemil

    Weil es Europa ist …. einer für jeden in guten Zeiten

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    Hermann

    Genau das ist das eigentliche Thema dieser „Krise“.
    Man sieht, dass eine staatenübergreifende EU nur funktioniert, solange halbwegs Ordnung herrscht. Kommt hingegen Angst hinzu und der Selbsterhaltungstrieb setzt ein, kommen nur die nationalstaatlichen Ideen und Aktionen an. Merke: Die EU ist ein Schönwetterfreund, echter Zusammenhalt existiert nur innerhalb eines geografischen oder kulturellen oder biologischen Volkes. Daher auch der aktuelle staatliche Druck. Künstlich herbeigeführte (erzwungene) Solidarität.

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    Erik

    Biologisch definiertes „Volk“? Solche Wahnvorstellungen hatten wir schonmal, brauchen wir nicht wieder. 🤮

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    Hermann

    Nun ja, das ist nun mal die Definition, welche manche Menschen für sich selbst verwenden. Das muss uns nicht gefallen, aber es ist so. Unterschlagen Sie bitte nicht die anderen möglichen Gemeinsamkeiten geografischer oder kultureller Art.

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    Markus

    Langsam gehts los… aber das Problem dabei ist, dass die EU in diesen Bereichen auch keine Kompetenzen hat und wir von dem Virus überrannt wurden. Wir konnten gar nicht so schnell reagieren. Ich hoffe wir lernen daraus und wachsen MEHR zusammen um der nächsten Krise gemeinsam gegenüber zu stehen.

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    Jöns-Peter

    Es ist gut, dass regional entsprechend den Gegebenheiten und der Bedrohungslage reagiert werden kann!

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    Cora

    die EU-Laender MUESSEN eine gemeinsame Antwort auf Corona finden, und die noerdlichen laender muessen dem Sueden helfen, wofuer haben wir die EU sonst?

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    Patrick

    Ich sehe im Moment keinen großen Grund zur Sorge. Die EU hat vorherige Krisen überstanden und wir werden auch COVID-19 überstehen. Es fehlt uns momentan vielleicht etwas an europäischer Solidarität, insbesondere was die Hilfeleistungen and andere EU-Staaten angeht, aber wir werden das trotzdem überstehen.

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    Olivia

    Ich denke nicht, dass wirklich etwas die EU ernsthaft bedroht. Nur im apokalyptischen, wenn auch sehr unwahrscheinlichen Szanrio, dass Corona europaweit 5% der Bevölkerung „umbringt“ und die Wirtschaft in jedem Land kollabiert, – dann könnte ich mir vorstellen, dass es schwierig wird. Gleichzeitig denke ich die Chance ist sehr gering.

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    Sina

    All die Themen, in denen die Länder egoistisch handeln, gefährden die EU. Der Zusammenhalt und gemeinsame Entscheidungen sollten im Vordergrund stehen.

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    Jane

    Alle Länder scheinen fuer sich zu handeln

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    Jane

    Alle Länder scheinen für sich zu handeln

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    Kyra

    Ich glaube, dass sowohl Kapitalismus als auch Nationalismus als Konzepte nicht mehr tragfähig sind (bzw. dies auch eigentlich nie waren) und für einen Großteil der Probleme in Europa und auch weltweit veranwortlich sind. Meiner Meinung nach kann ein gesellschaftliches System nur dauerhaft stabil sein, wenn es für alle Mitglieder einigermaßen funktioniert, was wiederum nur durch Solidarität, Gleichberechtigung und funktionierende Sozialsysteme möglich ist. In einer globalisierten Welt kann man Probleme nicht durch Abschottung lösen, insbesondere Probleme wie Armut, Krieg und Klimawandel, die zwangsläufig weltweite Auswirkungen haben. Abgesehen davon, ist es natürlich auch moralisch verwerflich, das Leid anderer hinzunehmen oder sogar davon zu profitieren. Vor allem in Anbetracht der politischen Situation in Ländern wie Amerika oder Russland halte ich es daher für essentiell wichtig, dass Europa als Bündnis für Frieden, Offenheit und Menschenrechte stabil bleibt und nicht rechten Ideologien, Machtstreben und Profitgier zum Opfer fällt.

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    Kyra

    Die EU könnte durch Corona auseinanderbrechen, wobei die aktuelle Krise in dem Fall nur der Tropfen wäre, der das Fass zum überlaufen bringt

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    Jane

    Ich glaube nicht, dass die EU zerbrechen wird, aber grosse Schwierigkeiten haben wird

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    Marina

    Die Mitgliedsländer sollten alle gemeinsam gegen Corona vorgehen

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    Peter

    Weil es kein gemeinsames Europa gibt.

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    Ulla

    Da hat uns eine weltweite Pandemie erreicht und die europäischen Nationalstaaten mit ihren auf Zeit gewählten Möchtegern Politiker kochen jeweils ihr eigenes Süppchen.So kann das Europa nicht funktionieren und richtet nur größere Schäden an.Man sollte die handvoll Virologen mal konkurrenzlos zusammen kommen lassen und über einen gemeinsamen Weg beraten lassen.Aber das ist ja wohl Wunschdenken.Bis dahin bleibt alles so Scheisse wie es jetzt ist.Habt Hoffnung und bleibt gesund!!!

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    Nicole

    Sie handeln überhaupt nicht zusammen. Es ist als würde man 30 Jahre zurückfallen

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    Ria

    Europa gibt es nur für die Wirtschaft

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