Überall auf der Welt führen Regierungen Vorsichtsmaßnahmen ein, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Vor wenigen Wochen wurden Quarantänemaßnahmen wie in China noch ausgeschlossen – jetzt wenden sie auch europäische Länder an. In Italien und Spanien gelten Ausgangssperren, ganze Regionen abgeriegelt. Das öffentliche Leben steht still. In Bayern gilt seit gestern der Katastrophenfall. Welche Maßnahmen kommen noch auf uns zu?

Was bedeutet der „Katastrophenfall“?

Die Behörden und die Polizei erhalten neue Befugnisse, es dürfen Gebiete geräumt und der Zugang verboten werden. Alle Einsätze der Feuerwehr und Hilfsorganisationen wir des Technischen Hilfswerks werden nun zentral abgestimmt. Freizeiteinrichtungen wie Kinos und Schwimmbäder aber auch Geschäfte werden geschlossen. Lediglich Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen und Banken bleiben geöffnet. Restaurants dürfen nur noch begrenzt öffnen und Gäste zulassen, Grenzen werden streng kontrolliert es gibt Zugangsregelungen für Altenheime. Schulen und Kitas sind schon längst geschlossen, sportliche und kulturelle Veranstaltungen werden gestrichen – alle diese Maßnahmen verändern unseren Alltag dramatisch. Wie lange sind wir bereit, solche Opfer zu bringen? Das Robert Koch-Institut glaubt nicht, dass diese Einschränkungen sofort Wirkung zeigen werden. Frühestens Ende nächster Woche könnten sie die Neuinfektionen beeinflussen. Dann muss die Lage neu beurteilt werden.

Jeder einzelne ist jetzt gefragt, die Schwächsten zu schützen

Das Coronavirus ist für gesunde junge Menschen meist leicht zu verkraften. Den Risikogruppen, zu denen Ältere, Menschen mit schwachem Immunsystem oder chronischen Kranken gehören, drohen ernste Erkrankungen, die bis zu einer tödlichen Lungenentzündung führen können. Da das Virus hochansteckend ist, wird das Gesundheitssystem nicht alle behandeln können, wenn sie zeitgleich krank werden. Daher gelten die Vorkehrungsmaßnahmen für alle – aus Solidarität.

Viele sind jedoch besorgt über eine Ermüdung der Bevölkerung, die Einschränkungen weiter mitzumachen, wenn die erste Panik abgeflacht ist. Wie viele Störungen sind die Menschen bereit, zu akzeptieren? Sehen sie die Gründe für eine so radikale Änderung unseres Verhaltens in so kurzer Zeit? Wie lange können solche Maßnahmen aufrechterhalten werden?

Welche Freiheiten wollen wir für das Gemeinwohl aufgeben?

Für die angekündigten zwei Wochen wird wohl jeder einsehen können, auf soziale Interaktionen zu verzichten. Wie geht es dann aber weiter? Wird die Einsicht der Öffentlichkeit durch langwierige Einschränkungen des normalen Lebens ermüden? Schreibt uns Eure Einschätzung und diskutiert so mit den Experten!

Foto: BigStock – (c) AngelinaBambina



2 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst Du?

  1. avatar
    Eschi

    Nicht zwei Wochen. Die Maßnahmen gelten bis zum 15.06.2020!!!

  2. avatar
    DebatingEurope/DE

    Bitte solche Zahlen mit offiziellen Quellen verlinken, damit keine Gerüchte gestreut werden! So hat Berlin zum Beispiel seine Schulen und Kitas bis zum Ende der Osterferien geschlossen, nicht bis zum 15.06. https://berlin.de/sen/bjf/corona

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