
Bei den letzten Europawahlen wurde eine Trendwende geschafft!
Es gab eine viel höhere Wahlbeteiligung als erwartet – vor allem bei den jüngeren Wählern. Was wird jetzt aber aus diesen Stimmen? Werden Europas Politiker auch zuhören?
Viele Jüngere sind politisiert wie nie, was man an den Demonstrationen gegen den Klimawandel und das Artenaussterben sehen kann. Werden Politiker diese Interessen aber auch verstärkt berücksichtigen? Was, wenn dieses Momentum einfach verpufft?
Was denken unsere Leser darüber?
Leser Macro hat uns geschrieben, dass sich junge Menschen sehr wohl für Politik interessieren, aber von der Tatsache entmutigt werden, dass sie von Politikern ständig ignoriert werden. Hat er recht?
Für eine Antwort auf Macros Kommentar sprachen wir mit Damian Boeselager, der mit seiner neuen Partei Volt eine neue Vision für Europa schaffen will. Was sagt er als Europapolitiker und Millennial zu Macros Kommentar?
Für eine weitere Perspektive fragten wir auch bei Bobby Duffy nach. Er ist Direktor am sozialwissenschaftlichen Institut Ipsos MORI.
Der Fokus der Politik liegt auf der älteren Generation, vor allem der Babyboomer, da sie demografisch größer ist und auch häufiger wählen geht. Das kann man als Demokratiedefizit bezeichnen. Denn es liegt in der Natur der Politik, sich auf die zu konzentrieren, die häufiger vertreten sind und öfter wählen gehen. In meinem nächsten Buch werde ich mich mit diesem Generationsunterschied auseinandersetzen, der sich auch in der Wirtschaft widerspiegelt. Es gibt sehr deutliche Hinweise darauf, dass junge Menschen, insbesondere die Millennials, viel stärker von der Rezession 2008 betroffen waren als andere Gruppen. Sie haben viel mehr persönliche Verantwortung übernommen, als von der Regierung oder Politik einzufordern. Sie machen der Politik weniger Vorwürfe, als sie sollten, weil sie sich persönlich verantwortlich fühlen. Das ist ein langer Trend des zunehmenden Individualismus. Wir fühlen uns in gewisser Weise dafür verantwortlich, ob wir erfolgreich sind oder nicht. Wenn es in den meisten Fällen viel mehr der wirtschaftliche und politische Kontext ist, der darüber entscheidet, ob wir erfolgreich sind oder scheitern.
Hören Politiker den jungen Menschen zu? Erkennt die Politik die Zeichen der Zeit oder konzentriert sie sich auf ihre Stammwähler? Wie lässt sich die junge Generation für Politik begeistern?
Foto: Flickr (cc) European Parliament; Portrait: Duffy (c) King’s College
Der Fokus der Politik liegt auf der älteren Generation, vor allem der Babyboomer, da sie demografisch größer ist und auch häufiger wählen geht. Das kann man als Demokratiedefizit bezeichnen. Denn es liegt in der Natur der Politik, sich auf die zu konzentrieren, die häufiger vertreten sind und öfter wählen gehen. In meinem nächsten Buch werde ich mich mit diesem Generationsunterschied auseinandersetzen, der sich auch in der Wirtschaft widerspiegelt. Es gibt sehr deutliche Hinweise darauf, dass junge Menschen, insbesondere die Millennials, viel stärker von der Rezession 2008 betroffen waren als andere Gruppen. Sie haben viel mehr persönliche Verantwortung übernommen, als von der Regierung oder Politik einzufordern. Sie machen der Politik weniger Vorwürfe, als sie sollten, weil sie sich persönlich verantwortlich fühlen. Das ist ein langer Trend des zunehmenden Individualismus. Wir fühlen uns in gewisser Weise dafür verantwortlich, ob wir erfolgreich sind oder nicht. Wenn es in den meisten Fällen viel mehr der wirtschaftliche und politische Kontext ist, der darüber entscheidet, ob wir erfolgreich sind oder scheitern.
20 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare
indoktriniert und verdummt kommt dem näher….
Conny, sie meinen die Politiker? Die Jugend ist besser informierter und engagierter als jemals zu vor. Die Jugend folgt der Wissenschaft, das sind Fakten keine „Doctrinen“…. aber vielleicht kommt ihnen das so vor weil alle den Fakten folgen? Das sieht natürlich geschlossen aus, aber das ist auch gut so 👍😉
Was denn für Fakten? Etwa die “Vereinbarungen“, die Wissenschaftler treffen, damit es wenigstens nach Ergebnis aussieht? Oder das Klimamodell des IPCC, das mit einer flachen Erdscheibe berechnet wurde? Oder die Prognosen von “Klimaexperten“, die bereits seit 40 Jahren immer wieder daneben liegen?
Oder Evolutionsforscher, welche die Wiege der Menschheit (aufrechter Gang) in Afrika festlegten, obwohl sie in Tirol liegt?
Oder all die anderen Fakten, die jeden Tag auf’s Neue verworfen werden, weil man sich dann doch geirrt hat? Selbst denken macht schlau. Der Gruppe hinterherzulaufen, war noch nie eine gute Idee. Und von geschlossen sollten Sie nicht fabulieren, das klingt zu sehr nach geschlossenen Reihen. Oder ist der Nazisprech beabsichtigt?
Nö, die Wählergruppe der Rentner ist schließlich größer. Ein hoch auf die Gerontokratie.
Tilo Reetz traurig aber wahr…
Tilo Reetz … OK, Boomer…😜🤡😜🤡
Alte Politiker scheinbar weniger, wenn man Lindner, Merz oder andere alte Eisen so hört. Jüngere die direkt betroffen sein werden sind hier besser.
was nehmen sie eigentlich für Tabletten ?
Wie soll denn dieser Beitrag der Debatte helfen?
…..hören die Politiker uns überhaupt, unabhängig vom Alter ,wirklich zu ??? Denke wohl eher andern, die mit Lo**** anfangen….
Dann brauchen die nichts zu arbeiten.
Meiner Meinung gibt es schon ein Umdenken, allerdings wirf viel Arbeit erforderlich sein, verlorenes Vertrauen wieder gut zu machen … die Art und Weiße, wie mit manchen Jugendbewegungen (Demonstraionen gegen den ehemaligen Artikel 13, F4F auch wenn hierbei viele andere Gruppen mit dabei sind) umgegangen wird, unabhängig ob durch die Politik oder die ältere Generation, waren einer Demokratie nicht würdig …
Glücklicherweise gibt es derzeit in vielen Parteien Bewegung (die Ältesten gehen langsam in Rente, Jüngere übernehmen mehr Posten, Neue Vorstände, neue Sichtweisen usw.)
Ich finde es sehr schade, dass dieser Spruch „Ok Boomer“ traurige Berühmtheit erhalten hat, auch wenn es nicht verwunderlich war, dass man auf viele ältere verbale Angriffe auf die jüngere Generation (Das sind nur Bots, Lernt erstmal arbeiten, Zahlt erstmal Steuern (ja dieser Spruch richtete sich auch gegen Millenials … also diejenigen, die seit 10 Jahren arbeiten und Steuern zahlen), Ihr seid Klimagläubige …
Ein paar Dinge müssen unsere Volksvertreter noch lernen:
– auch mit einer neuen Verpackung, kann der Inhalt weiterhin ungenießbar sein
– Aus „Fehlern“ lernt man, auch wenn dieser Fehler die großen Volksparteien umfasst
– Es ist nie zuspät etwas neues zu lernen … man muss nur wollen
– jede Meinung besitzt ein Fünkchen Wahrheit … man muss sie nur suchen und den eigenen Horizont erweitern
– Denkverbote sollten stärker beschränkt werden wenn nicht fast nie stattfinden (ein paar sind definitiv nachvollziehbar, ich möchte keinerlei Diskussion darüber führen, wer nach Volkes Wille überleben darf und wer nicht: Dies umfasst leider ebenfalls die Meinung beim Klimawandel: Es gibt zu viele Menschen … ja und? Was will man unternehmen? Die anderen umbringen? … ne natürlich nicht, aber hauptsache man hat ein gutes Argument, dass keinerlei Handlung als Folge haben könnte … hoffentlich)
Wir brauchen auch mehr Jugendliche, denen Europa als politisches Thema wichtig ist. Gebraucht werden bewußte Europäer.
Europa-Demokratie-Esperanto
Frag mich wie viele junge Menschen für eine Rente und gegen Altersarmut auf die Straße gehen, denn in ein paar Jahrzehnten gibt es nichts mehr. Wer privat nicht vorsorgt hat ein Problem.
Es ist tatsächlich kein Problem, dass von der Jugend auch als solches verstanden wird … naja, wie soll man dies auch lösen.
Irgendjemand muss es ja bezahlen … aber wenn ich mich recht entsinne, aind viele für ein Grundeinkommen, dass dieses und andere Probleme größtenteils lösen könnte … es stellt sich nur die Frage der Finanzierung.
Glücklicherweise findet der Gedanke einer stärkeren Reichen-/Firmenbesteuererung rege Zustimmung.
Wer will keine solche Lösung? Richtig … die alte Generation reagiert etwas allergisch darauf, und ein paar der jungen Erfolgreichen.
sorry, aber mit ihrer Meinung kann ich nichts anfangen.
Es steht nicht auf dem Schirm der Jugend, zum einen weil nichts, was man jetzt dagegen tun könnte eine Auswirkung auf die Zukunft in 40 Jahren hätte und alle mögliche Lösungen konsequent blockiert werden, und zum anderen, weil es so weit weg ist, man sich schon damit abgefunden hat (hier) oder man gerade andere Probleme hat … aber die derzeitig 40 bis 60 Jährigen … joa, denen brennt dies zum Teil auf der Zunge.
Aber da fällt mir auch der wichtigste Punkt ein, wieso es keine internationale Demonstrationen für das Problem der Rente gibt …
…
…
Es ist ein nationales Problem.
Nein
Umgekehrte Frage: sind diese jungen Leute umgekehrt bereit, Politikern und anderen Verantwortlichen zuzuhören?