Gesichter werden oft automatisch erkannt, ohne dass dies Betroffenen bewusst ist.

Wenn man nichts zu verbergen hat, braucht man sich vor Überwachung doch keine Sorgen machen…oder? Das wohl gängigste Argument bei jeder neuen Technologie, die auch zur Überwachung eingesetzt werden kann, hat seine Tücken. Die Privatsphäre ist ein Menschenrecht, das in modernen Demokratien nicht ohne Grund fest verankert ist. Auch wenn man zum Beispiel im Badezimmer sicher nichts anderes tut als alle anderen, wollen die meisten trotzdem nicht dabei beobachtet werden.

Die Gesichtserkennung ist die neueste Technologie auf dem Markt, die verspricht, unsere Gesellschaft sicherer zu machen.

Wissen schützt vor Verbrechen und Terrorismus. Andererseits kann dieses Wissen auch missbraucht werden, wenn es in den falschen Händen landet.

Möchtet ihr mehr über die Technologie erfahren? Wir haben in unserer Infografik ein paar Fakten zusammengestellt.

Was denken unsere Leser darüber?

Wir haben einen Kommentar von Don erhalten, der sich äußerst positiv über die Vorteile der Gesichtserkennungstechnologien äußert. Er glaubt, dass sie dazu beitragen können, unsere Grenzen zu schützen sowie Kriminalität und Terrorismus abzuwehren.

Wir haben Dieter Romann, den Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums gefragt, ob er Don zustimmt.

Ich stimme Don zu. Im Rahmen des Projektes „Sicherheitsbahnhof Berlin Südkreuz“ hat die Bundespolizei zusammen mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, dem Bundeskriminalamt und der Deutschen Bahn AG vom 1. August 2017 bis zum 31. Juli 2018 den Nutzen von intelligenter Videoanalysetechnik getestet. Als Ergebnis des Projektes wurde festgestellt, dass Gesichtserkennungssysteme nach dem Stand der Technik ein gutes Unterstützungsinstrument für die Gefahrenabwehr und für die polizeiliche Fahndung auf der Suche nach Straftätern und Terroristen sind.

Für eine weitere Perspektive sprachen wir auch mit Silkie Carlo, der Direktorin von Big Brother Watch. Diese britische Organisation, setzt sich gegen die Massenüberwachung ein. Was antwortet sie Don?

Unser Leser Duncan hat auch nichts gegen die öffentlich kontrollierten CCTVs und der damit verbundenen Gesichtserkennungstechnologie. Er hat aber ein Problem mit der Überwachungstechnologie, die in privater Hand ist. Was ist zum Beispiel mit Geschäften, Bars und Musikhallen? Was passiert mit den gesammelten Daten?

Duncan hat sicherlich gelesen, dass in den USA versteckte Kameras teilweise hinter Regalen eingesetzt werden, welche die Augenbewegungen der Kunden aufzeichnen, um das Kaufverhalten, also welche Produkte wann, wie, und wie lange angesehen wurden und vor allem warum letztendlich die Kaufentscheidung gefällt wurde, zu analysieren. Der Einsatz von dem sogenannten Eye-Tracking würde in Deutschland gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und somit gegen die datenschutzrechtlichen Regelungen verstoßen. Hier gibt es verschiedene Akteure, die dafür Sorge tragen, dass diese Regeln eingehalten werden.

Macht Dir die Technologie zur Gesichtserkennung etwas aus?

Fühlst Du Dich mit Kameras sicherer oder ist das Deiner Meinung nach ein Trugschluss? Wer sollte die Kontrolleure kontrollieren? Diskutiere mit unseren Experten und der Community!

Foto: (c) BigStock – Trismegist8; Portrait: Romann (c) Bundespolizei


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