In Deutschland gibt es kein Tempolimit auf Autobahnen.

Deutschland steht ohne Geschwindigkeitsbegrenzung in Europa ziemlich allein da.

Im Urlaub sind wir es gewöhnt, auf den Autobahnen nach Schildern Ausschau zu halten, die das Tempo bestimmen. In Deutschland bestimmt das Motto „freie Fahrt für freie Bürger“ seit Jahrzehnten die Debatte. Die Grünen fordern dagegen schon seit Jahren ein Tempolimit. Vor kurzem formulierte Landesminister Winfried Kretschmann einen anderen knackigen Satz: „Was dem Ami die Waffe, ist dem Deutschen das Rasen.“ Ist die Diskussion wirklich so emotional aufgeladen?

Wäre ein Tempolimit vernünftig?

Rund 70 Prozent der deutschen Autobahnen haben kein Tempolimit, jeder kann so schnell fahren, wie es das eigene Auto und der Verkehr erlauben. Erst vor kurzem ist ein Antrag der Grünen auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Bundestag gescheitert. Die wichtigsten Argumente im Antrag waren: Umweltschutz und Sicherheit. Stimmt das aber? Jeder Autofahrer kennt den Effekt, wer schnell fährt verbraucht auch viel Sprit und ein hoher Verbrauch ist sicher immer schlechter für die Umwelt als ein niedriger. Tatsächlich steigen mit der Geschwindigkeit auch die Emissionen – bei Treibhausgasen, Luftschadstoffen und Lärm.

Der ADAC widerspricht.

Auch das Sicherheitsargument klingt einleuchtend, die Bremswege sind bei schnellerem Tempo länger, die Folgen eines Unfalls bei hohem Tempo schwerer. Die Gewerkschaft der Polizei sieht vor allem eine Gefahr für schwere Unfälle und das zusätzliche Risiko durch die stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Sie unterstützte daher die Initiative. Der ADAC hält wiederum dagegen, dass vor allem auf Landstraßen tödliche Verkehrsunfälle zu beklagen sind, auf denen längst ein Tempolimit gilt. Autobahnen seien dagegen die sichersten Straßen Deutschlands – auch ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Umfassende Studien gibt es zu dem Thema nicht, es ist aber nicht so, dass Länder mit Tempolimit viel weniger Unfalltote zu beklagen hätten.

Brauchen wir ein Tempolimit auf Autobahnen?

Wäre das vernünftig oder würdet ihr euch eingeschränkt fühlen? Geht es bei der Diskussion noch um rationale Argumente oder ist sie längst emotional aufgeladen?

Foto: Flickr (cc) OE3BLS



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