„Ein Volk, das sich seiner Geschichte nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie erneut durchleben zu müssen.“ Das war die Warnung des Philosophen George Santayana im 20. Jahrhundert. Gestern haben wir dem Aufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR gedacht, vor kurzem haben wir den 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie gefeiert. Nur noch wenige Überlebende können sich aus erster Hand an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erinnern, Erinnerungen an die SED-Diktatur und Stasi verblassen in der Ostalgie.
Es ist nicht nur die extreme Rechte oder Linke, sondern in ganz Europa bröckelt das politische Zentrum. Die Finanzkrise hat dazu geführt, dass sich viele enttäuscht von der liberalen Weltordnung abgewendet haben. Hinzu kommt, dass Fakten nicht mehr als gemeinsame Basis für eine Diskussion anerkannt werden. Es wird rausgepickt, was in das eigene Weltbild passt und von Filterblasen weiter angefeuert. Wie sollen wir da ein kollektives Gedächtnis haben? Die Gesellschaft polarisiert sich, „Nationalpopulismus“ findet europaweit Zustimmung; schnell ist der Vergleich mit Weimarer Zeiten gemacht. Stimmt das? Sind wir wieder in einem Zeitalter der Extreme und könnten die gleichen Fehler wiederholen?
Was denken unsere Leser darüber? Wir erhielten einen Kommentar von Nate. Er meint, es sei in vielen Teilen Europas nach wie vor Nostalgie nach den „guten alten Zeiten“ im Kommunismus zu finden. Haben wir also weder rechts noch links aus der Geschichte gelernt?
Wir fragten bei Professor Timothy Garton Ash nach, er forscht und lehrt zu Europas Gegenwartsgeschichte an der Universität Oxford. Für seine Veröffentlichungen wurde er europaweit mit zahlreichen Preisen geehrt.
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Nate, ich bin sicher, die Europäer haben Mühe, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Es gibt zwei Probleme: Das eine ist zu vergessen, wie schlimm es war; und das andere Problem ist, das Geschehene falsch zu interpretieren. Wir haben Probleme mit der kommunistischen und der faschistischen Vergangenheit. Die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Vergangenheit spielt meiner Meinung nach eine wichtige Rolle, wenn wir ein besseres Europa für unsere Zukunft gestalten wollen.
Für eine weitere Meinung fragten wir Susi Dennison, sie ist Senior Policy Fellow beim Europäischen Rat für Außenbeziehungen und Direktorin des European Power Programms des ECFR.
Hat Europa aus der Geschichte gelernt? Haben wir vergessen, wie schlimm Diktaturen und Kriege sind? Sind wir dazu verdammt, die gleichen Fehler zu wiederholen? Was denkt ihr?
12 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare
Nein
Solang uns hirnlose Idioten regieren, aufjedenfall
Wenn man Ungarn, Österreich, Polen, Italien, UK und auch die AFD haben wir scheinbar nicht genug gelernt 😞 jedes Kind muss erst selbst auf die Herplatte fassen.
alle diese Länder incl. DE mit Afd sind urplötzlich auf der Suche nach alternativen Systemen weil sie einen Geistesblitz hatten.. Eine Stimme sagte wendet euch mehr rechts und das Taten sie dann. Und wie sie sagten sind diese Länder alle Schuld und ihre Bürger. Gut analysiert 😂👍
wo ist jetzt der Sinn deiner Aussage? Es war lediglich die Antwort auf die im Intro Text gestellte Frage….
Die Geschichte der Menschenvernichtung wird immer mehr in Vergessenheit zu geraten und an Bedeutung verlieren.
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Oder anders gesagt, ganz sicher werden neue, andere, Massenmörder geboren.
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Es wird an uns und den folgenden Generationen liegen wann wieder finstere grausige Zeiten anbrechen werden.
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Der Schoss ist immer fruchtbar…
Aktion Reaktion, Jahrzehnte lang haben die Länder in Europa in Frieden neben einander gelebt, seit der Vereinigung haben die Menschen in Europa das Gefühl sie würden übergangen werden von faulen korrupten und fehlgeleiteten EU Abgeordneten die an ihr eigenes portmoney und das der reichen denken, die Stimme des sovereign ignorieren ja förmlich auslachen indem sie anders entscheiden als ihr Wahlversprechen war. Und da ALLE Parteien (hier zb Grüne SPD CDU CSU FDP) gleich handeln, suchen sich die Bürger Alternativen Welche sie in den rechts orientierten Parteien finden. Statt den Bürger hier vor dem Pranger zu stellen und mit dem Finger auf ihn zeigen, sollte man Politiker hervorbringen die die Bedürfnisse der Bürger eingehen statt sie immer wieder zu ignorieren. So eine Debatte widert mich an, die Menschen sind das sovereign und müssen nicht die Wege der Parteien folgen sondern die Parteien müssen die Bedürfnisse der Mehrheit bewältigen und dem Volk dienen.
Seit Merkel haben wir doch wieder eine Diktatur. Überwachung und Kontrolle der Bürger, Bevormundung, politische Verurteilungen, Unterdrückung bis hin zu Rufmorden und Morden an politisch Andersdenkenden. Demokratie heißt, sich mit politischen Gegnern in Diskussionen auseinanderzusetzen und nicht durch Verprügeln, Autos in Brand setzen oder sonstigen terroristischen Aktionen. 😡
Wie man sieht nicht.
Aktuell gibt es ein Revival der Kulturrevolution.
Erst Iran, dann die ganze Welt
🌍 🇺🇸 😈 🔥
Die Geschichte wiederholt sich, in diesem Augenblick,
Unter Führung von links-grün-schwarz-Einheitspartei.
Stimmt !