Europa wählt! Vom 23. bis 26. Mai 2019 sind alle Europäer dazu aufgerufen, an der Europawahl teilzunehmen. Je nach nationalem Wahlrecht gaben die Niederländer schon gestern ihre Stimme ab, während in Deutschland erst am Sonntag gewählt wird. Relativ neu ist der Prozess der Spitzenkandidaten, nach dem das Wahlergebnis den neuen Kommissionspräsidenten mitbestimmen soll.

Wir haben alle Spitzenkandidaten der Europäischen Parteien gefragt, warum wir sie wählen sollten. Seht unten ihre Antworten. Wer kann Dich überzeugen?

Wenn Du noch mehr über die Wahlprogramme, die Standpunkte der Parteien zu wichtigen Themen wie Klimaschutz oder Arbeitslosigkeit oder zu den Spitzenkandidaten und ihrem Werdegang erfahren willst, haben wir alle Informationen unter unserem Schwerpunktthema zur Europawahl zusammengefasst.

Linke
Nico Cué:

Vor allem habe ich eine Vision von Europa, in der alle Männer und Frauen friedlich miteinander leben können, ohne gegeneinander aufgewiegelt zu werden, wie es der Neoliberalismus gerade tut. Zurzeit stehen wir gegeneinander in einem Wettbewerb, der uns spaltet. Das lässt die extreme Rechte erstarken. Die Europäische Linke und all ihre Kandidaten verteidigen Europa. Wir wollen eine friedliche, fortschrittliche Gesellschaft, in der es sich gut leben lässt. Das ist mein Europabild!

Violeta Tomič:

Wir brauchen eine Demokratisierung der Bürger, Mitgliedsländer und Regionen. Eine gleichberechtigte Teilhabe. Ich komme aus einem kleinen osteuropäischen Mitgliedsland, ich stehe für ein faires und inklusives Europa. Es sollte keine Trennungen zwischen dem Zentrum und der Peripherie, alten und neuen Mitgliedsländern oder unterschiedlichen Geschwindigkeiten geben. Europa muss von den Menschen kommen und für die Menschen da sein.

Grüne
Ska Keller:

Wir treten an, weil wir unsere Lebensgrundlage erhalten wollen und weil wir finden, dass der Klimawandel ein megagroßes Problem ist. Wir haben gerade noch ein Zeitfenster, um der Klimakrise etwas entgegenzusetzen. Wir wissen, was zu tun ist, das ist die gute Nachricht. Wir müssen jetzt auch etwas tun! Dafür brauchen wir politische Mehrheiten und „grüne Stärke“ im Europäischen Parlament.

Wir wollen unsere Maßnahmen mit einer klaren Sozialpolitik vereinbaren. Es sind doch auch immer die eher Sozialschwächeren, die vom Klimawandel, der Luftverschmutzung und so weiter am meisten betroffen sind. Wir wollen den sozialen Zusammenhalt in Europa stärken. Wir wollen es nicht zulassen, dass wir so einen krassen Kontrast haben wie jetzt gerade, wo zum Beispiel die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland bei 6% liegt und in Griechenland bei 37%. Wir wollen eine gute Sozialpolitik für ganz Europa.

Wir wollen auch sicherstellen, dass Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Bürgerrechte überall in Europa gelten, egal wer gerade regiert und dafür schlagen wir diverse Instrumente vor. Aus diesen Gründen glaube ich, dass wir Grünen eine gute Wahl sind.

Bas Eickhout:

Wir Grünen haben schon immer für ein besseres Europa gekämpft, unsere Erfolge sprechen für uns. Wir werden dafür sorgen, dass die Klimaschutzpolitik verbessert wird, damit Europa wirklich führend in der Klimaschutzpolitik und im Kampf gegen den Klimawandel wird. Wir werden auch dafür sorgen, dass sich die Ausrichtung dieses Europas ändert – weg vom Binnenmarkt, dem Handel und Vorteil der Großunternehmen. Europa soll ein Europa der Menschen und nicht der Unternehmen werden. Sie können darauf vertrauen, dass die Grünen nicht nur zur Wahl, sondern auch in den kommenden fünf Jahren kämpfen werden, in denen es wirklich wichtig wird. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir für ein umweltfreundliches und soziales Europa arbeiten und kämpfen.

Liberale
Margrethe Vestager: Guy Verhofstadt:

Wir sind die proeuropäischste Gruppe im Europäischen Parlament und wir sind die, die den europäischen Werten am stärksten verpflichtet sind. Wenn Leute wie Orbán, Kaczyński und Salvini Europa zu einem illiberalen Ort machen wollen, an dem die Rechtsstaatlichkeit abgeschafft wird, werden wir uns ihnen in den Weg stellen. Wir werden weiter dafür kämpfen, Europa voranzubringen. Unsere Bewegung wächst und ich bin sicher, dass wir in den nächsten fünf Jahren in der Lage sein werden, viele unserer Ideen umzusetzen. Die Stimmung in Europa ändert sich, die Menschen sind bereit für ein geeintes Europa. Wir werden Ergebnisse liefern.

Konservative
Jan Zahradil:

Manfred Weber – Spitzenkandidat der Christdemokraten – hat bis zum Redaktionsschluss nicht auf unsere Leserfragen geantwortet.

Foto: Cué & Tomič (c) European Left;  Timmermans (cc) – PES Communications; Eickhout (cc) – European Parliament, Keller (cc) – Keller; Vestager, Bonino, Verhofstadt, Bulc (CC / BY-NC-ND) – ALDE Party; Zahradil (cc) – Občanská demokratická strana


5 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst Du?

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    Frank

    Geht wählen wählt Euch Eure Politmonarchen, Eure Totengräber.

  2. avatar
    Raphael

    Die Entscheidungsträger kann das Volk nicht wählen, die macht ein kleiner Kreis unter sich aus.

    • avatar
      Marco

      Raphael Elajah der europäische Rat

  3. avatar
    Raphael

    Richtig. Jedoch können sie auch hier nicht den jeweiligen Vertreter demokratisch wählen.
    70% der Deutschen wollten keine Angie Merkel, jedoch vertritt sie Deutschland dort.

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