Bei der erhitzten Diskussion um Migration geht es meist um die Angst vor Einwanderern. Dabei wird das Problem der Auswanderung oft unterschätzt. Es leiden vor allem die Länder Süd- und Osteuropas unter einem konstanten Bevölkerungsschwund, der Trend lässt sich jedoch auch für Deutschland beobachten. Gesundheitsminister Spahn ist alarmiert, denn es fehlt vor allem an Fachpersonal in Gesundheitsberufen.

Am stärksten ist in der EU Rumänien von Auswanderung betroffen. Seit dem EU-Beitritt des Landes im Jahr 2007 ist die Bevölkerung um fast 10 Prozent geschrumpft. Dabei sind es vor allem junge, gut ausgebildete Menschen, die ihr Glück in Westeuropa suchen. Das ist verständlich, vergleicht man die Mindestlöhne Europas. Während in Rumänien 2,68 Euro gezahlt werden, lockt Luxemburg mit 11,97 Euro. Klar, dass sich die Bevölkerung in manchen Ländern viel mehr Sorgen um Aus- als Einwanderung macht. In einigen Ländern werden sogar Rufe nach Verboten laut, die eine zu starke Abwanderung verhindern sollen. In Spanien, Griechenland und Italien unterstützt eine Mehrheit der Bevölkerung Maßnahmen, die Mitbürger im Land halten sollen.

Wie ernst ist die Situation in Deutschland? Mit 280 000 Auswanderern im Jahr 2016 hat die Statistik vorerst ihren Höhepunkt erreicht. Beliebteste Zielländer sind die Schweiz, USA und Österreich. Gleichzeitig kommen aber auch regelmäßig deutsche Auswanderer und vor allem andere EU-Bürger neu ins Land. Das Migrationssaldo ist daher positiv – es kommen unterm Strich mehr Menschen nach Deutschland als gehen.

Gesundheitsminister Spahn will den Trend jedoch beenden, dass deutsche Ärzte in die Schweiz gehen während polnische Ärzte in deutschen Krankenhäusern Jobs bekommen. Eine Konkurrenz unter EU-Ländern um Fachpersonal will er verhindern. Was er verschweigt ist, dass Deutschland viel mehr von wanderungswilligen Medizinern profitiert als darunter zu leiden. So waren 2017 doppelt so viele Ärzte nach Deutschland gekommen als abgewandert.

Wie halten wir junge Europäer vom Auswandern ab? Sollte jeder nach seiner Ausbildung eine Zeit lang in dem Land bleiben, das ihn ausgebildet hat oder muss man einfach akzeptieren, dass jeder sein Glück sucht, wo er will? Was denkt ihr? Wir geben eure Ideen an Europas Politiker weiter!

Foto: (public domain) – pixabay


24 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Daniel Fechner

    So wie es sich anhört, scheint es vor allem finanzielle Aspekte geben, die die junge Generation dazu bringt auszuwandern.
    Dem könnte man durch eine Angleichung der Entlohnung der einzelnen Länder entgegenwirken, dies würde aber wohl weitere Szenarien, wie in England zur Folge haben, da manche Länder, insbesondere die dortige Industrie sich dies nicht leisten könnte (Transferleistungen?).
    Allerdings fehlt mir bei dieser Betrachtung vollkommen, dass es neben finanziellen Aspekten auch andere Gründe gibt, auszuwandern (Bspw. Kultur, Sprache, Perspektiv- und Arbeitslosigkeit, Politik, Religion usw.).
    Außerdem versucht die EU die Migration durch Angebote (bsw. Europaticket für 18jährige) zu fördern.
    Zum Thema Ausbildung und dann auswandern: in bestimmten Fällen kann man solch einen Passus in die Verträge einbauen, sprich, einen Teil der Ausbildungskosten werden den Auszubildenden in Rechnung gestellt werden, doch sinkt dieser Betrag innerhalb weniger Jahre nach der abgeschlossenen Ausbildung auf 0 (im Fall dass sie nicht abgeschlossen wird ebenfalls) und wird bis zum Ausscheiden nicht eingefordert. Dies würde meiner Meinung die Kompetenzen der EU übersteigen, deswegen wäre es wohl eher etwas das durch die Mitgliedsstaaten eingeführt werden sollte.

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    Marco

    Vor allen fehlendes Geld und unsichere Perspektive.

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    Stephan

    Wollen wir jetzt DDR 2.0 machen und die Leute einsperren? Woanders gibt es schlicht mehr Geld, weniger Steuern und weniger Hetze gegen Erfolgreiche.

    Die Neidkultur zu beseitigen würde hier schon viel bringen.

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      Alex

      Ja, genau, Neid und zu viele Vorschriften…

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    Mark

    das hat nicht viel mit Neid zu tun wenn die Perspektiven woanders besser sind
    Fängt bei arbeitszeiten an und geht bei Gehalt und Fortbildungen weiter

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    Rachelle

    Ortspflicht kennen wir schon aus dem Feudalismus

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    Paul

    Feste Jobs
    Gute Bezahlung
    Keine 1000en unbezahlten Überstunden

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    Raphael

    Die Arbeitsbedingungen in Deutschland sind für hochqualifizierte Leute schlichtweg unannehmbar

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    Steve

    Bessere rahmenbedingen schaffen vielleicht?

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    Helen

    Was ..das Für ein land wo man gerne lebt und wohnt …schnell Grenze abriegelen ..die deutschen wollen weg jemanden muss doch Arbeiten damit es Merkels Gäste gut geht

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    Heinrich

    Die Bundeskanzlerin hat doch die Lösung gefunden. Eine sehr kluge Frau.

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    Phillip

    Und wie will man das mit rechtstaatlichen Mitteln durchsetzen?

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    Christian

    Warum fragt man nicht warum die Leute auswandern? Viele arbeitende Freunde und Bekannte und auch ich selber denken auch daran.

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    Enrico

    Ich versteh die Frage nicht 🤔 Die Raute aus der Uckermark hat doch tausende von Spezialisten, die mehr wert sind als Gold, ins Land geholt. Wir dürften aktuell also gar keinen Fachkräftemangel haben.

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    Kasra

    Deutschland ist billig lohn Land um seine Exporte innerhalb der EU zu maximieren die Folgen: Andere EU Länder verschulden sich massiv bei uns und müssen gerettet werden, viele junge Leute wandern aus um bessere Löhne zu bekommen..um nur 2 Folgen aufzuzählen

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    Florian

    Indem Man Sicherstellt dass Wohlstand und Freiheit langfristig planbar erhalten werden

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    Florian

    Indem Man Sicherstellt dass Wohlstand und Freiheit langfristig planbar erhalten werden und sich genau das was dritte Welt Länder unten gehalten hat NICHT zum Ratgeber nimmt.

    Wie zb. Religion.

    Wenn Europa zb. Absehbar durch Geburten Islamisiert wird. Ist das ein Grund zum Auswandern!

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    Daniel

    Nein eher, dass man sich mal überlegt, ob es doch sinnvoll ist 1 – 2 Kinder mehr zu zeugen, ser Zukunft willen.
    Ne Spaß, auch wenn Migranten eine erhöhte Reproduktionsrate (sprich:ähnlich wie im Herkunftsland) aufweisen, passt sich dies ab der 1. bis 3. an die neuen kulturellen Begebenheiten an (Außnahmen gibt es immer, es kommt auf den Durchschnitt an), also ist die Gefahr einer drohenden Islamisierung nur eine Befürchtung, die sich nicht auf diesem Weg realisieren wird.

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    Conny

    Deutlich höhere Löhne und die illegale ausweisen.
    Für die paar piselotten ,die man dann als Akademiker nach 10 Jahren Studium bekommen soll, kann.mqn nur auswandern.

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    Luke

    Abschiebung jeden afd und cdu wählers; dann gäbe es halbwegs vernünftige politik

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    Daniel

    Nachhilfe in Sachen Grunsgesetz gefällig?
    Verstößt leider gegen das Grundgesetz … aber nette Idee, senn man auf Demokratie scheißt ;-)

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    Luke

    Wenn man jeden kommentar im internet ernst nehmen muss..😅

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    Seb

    ês ist das Internet hier ist nur ernstgemeintes vertretten !1111^^

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