Lang lebe die Königin? Europa ist sich in dieser Frage nicht einig, zwölf Länder haben noch eine Monarchie, darunter sieben EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich).

Anhänger argumentieren, dass Monarchen unabhängig von Parteipolitik oder politischen Lagern Stabilität bringen, Traditionen wahren und ein Gefühl des Nationalstolzes vermitteln. Kritiker sagen dagegen, dass ein durch Geburt bestimmtes Staatsoberhaupt kaum zu einer modernen Demokratie passt.

Was denken unsere Leser darüber?Rueben ist kein Fan der Royals, er hält den „Preis, den wir zahlen“ für Königshäuser zu hoch. Er glaubt, der Adel sei ein Relikt aus vergangenen Zeiten und beendet seinen Kommentar mit einem leidenschaftlichen „Lang lebe die Republik“. Was sagen unsere Experten dazu?

Für europäische Monarchien

Thomas Mace-Archer-Mills, Gründer und Direktor der British Monarchists Society

Gegen europäische Monarchien

Hans Maessen, Direktor der Republican Society

Reueben argumentiert sehr gut, aber wir sollten berücksichtigen, was die Institution für die Nation bedeutet. In den Niederlanden bezahlt beispielsweise tatsächlich der Steuerzahler den Lohn für den König, etwa 800 000 Euro pro Jahr. Das Königsamt bringt dem Land aber auch Einheit, wir haben jemanden, der die Vergangenheit wachhält und zugleich ein verbindender Faktor für die Gegenwart ist. Die Krone reißt keine Macht an sich und ist neutral – im Gegensatz zu vielen Politikern.

So schützt die Krone vor übereifrigen Politikern. Der Souverän kann auch zur Not einspringen, wenn die Regierung nicht funktioniert, wie zum Beispiel in Spanien und Belgien, wo der König die Nation mit den Ministern in Schwung hält. Das Tagesgeschäft hört nicht auf, wie in einer Republik wie Amerika.

Hier im Vereinigten Königreich zahlt der Steuerzahler nichts für die Krone. Der Unterhalt der Royals ist durch ihre Ländereien gedeckt. Es gibt also Unterschiede. Was Königshäuser leisten hat aber mehr als nur einen materiellen Wert.

Monarchien sind in der Tat sehr teuer. Untersuchungen haben gezeigt, dass sie weitaus teurer sind als Republiken. Es hängt jedoch davon ab, wie die Staatschefs der Republik gewählt werden. Wenn es sich um ein zeremonielles Staatsoberhaupt handelt, wie in Irland oder der Schweiz, kann dies zum Beispiel durch das Parlament oder durch eine einfache Wahl geschehen. Aber wenn es sich um ein exekutives Staatsoberhaupt wie in Frankreich handelt, sind die Kosten unterschiedlich.

Monarchien sind teuer, weil man nicht nur das Staatsoberhaupt, sondern auch die ganze Familie bezahlen muss und man bezahlt sie ihr ganzes Leben lang. Viele der mit der Monarchie verbundenen Kosten sind in verschiedenen Budgets versteckt, so dass die Bürger die Kosten kaum nachvollziehen können.

Selbst wenn die Regierungen sagen, dass Monarchien nicht so teuer sind, sollten sie das besser erst einmal sehr sorgfältig zu untersuchen, um herauszufinden, wie viel die Krone jeden Bürger tatsächlich kostet.

Erfüllen Königshäuser noch einen Zweck? Oder sind das undemokratische, teure Institutionen aus einer vergangenen Zeit? Schreibt uns eure Meinung, wir geben sie an die Experten weiter.

Foto: (cc) WikiMedia – Carfax2; Portrait: Mace-Archer-Mills (c) Fred Pearson Photography



14 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst Du?

  1. avatar
    Kasra

    In den Ansässigen Ländern, leben sie auf Kosten von Steuerzahlern in Saus und Braus ohne jemals verstanden zu haben, was sich eigentlich tatsächlich hinter dem Wort „arbeiten“ tatsächlich verbirgt, im Gegenzug bieten sie den Steuerzahlern ab und zu mal Skandale, über die er sich freuen oder/und aufregen kann, daher ein wichtiger Bestandteil eines demokratisches Miteinander 😂

  2. avatar
    Raziel

    Wenn man stolz die Geschichte des eigenen Landes betrachten möchte, so sollte man sich die Arbeit deren Handwerker anschauen.
    Die Künste, die Gemälde, die Schlösser und die Geschichtsbücher!

    Aber auf Geburtsrecht oder Wahl, einer ganzen Familie Lebenslang, Massen an finanziellen und materiellen Glanz zu hüllen gleicht eher einer Verspottung des demokratisches Denkens.

    Zusätzlich ist es sogar ziemlich beleidigend, der eigenen Geschichte gegenüber.

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    Dagmar

    Ich denke das sollte man den Ländern überlassen . Persönlich würde ich ein regierendes Königshaus der sich selbstbedieneden Politikerriege vorziehen.

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    Bjonam

    Ist das eine rhetorische Frage 🤣?

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    Florian

    Sie dienen der Unterhaltung und sind auch Teil der Kultur.
    Eine Real Life Seifenoper .

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    Dessauer Bund

    Es sind nachkommen gestürzten Herrschaftsanspruches . #Gewaltistkeinelösung

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    Bjonam

    At least they should not receive any taxpayer money. Otherwise they do no harm so I don’t care. If they act responsible e.g. condemn nationalism and engage for a positive future they could even play a positive role as other celebrities. Especially among conservatives who tend to be not much caring.

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    Christian

    Wenn die ein wollen sollen sie es auch bezahlen

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    Matthias

    Der Neid der Besitzlosen 😏

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    Conny

    das hat jedes Land für sich selbst zu entscheiden

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    Siegfried

    Die braucht keiner heut zu Tage mehr

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    Heinrich

    Und erfüllen die Bundespräsidenten noch einen Zweck, oder Präsidenten überhaupt ??

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    Liliana

    Jeder Land entscheidet für sich selbst

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