Sollten alle Europäer für eine Weile im Ausland leben müssen? Der italienische Schriftsteller Umberto Eco sagt einmal im Scherz, dass das europäische Auslandsprogramm Erasmus für alle Europäer verpflichtend sein sollte, “nicht nur für Schüler und Studenten, sondern auch für Taxifahrer, Klempner und andere Arbeiter; sie sollen in einem anderen europäischen Land leben und sich dort integrieren“.
Bei dem Erasmus-Programm geht es darum, seinen Horizont zu erweitern und sich für andere Kulturen zu öffnen. Oftmals entstehen internationale Freundschaften und Beziehungen, nach dem Motto: “Ein Spanier trifft eine Holländerin – die beiden verlieben sich, heiraten und werden Europäer – so wie ihre Kinder.
Der Vorschlag ist provokativ. Während der Wehrdienst von vielen als eine respektable Erziehungsmaßnahme angesehen wird, würde die Verpflichtung, im europäischen Ausland zu reisen und zu leben als Zumutung gelten. Es ist akzeptabel, jungen Menschen das Töten beizubringen, aber sie zu ermutigen, außerhalb ihres Horizonts Liebe zu finden, das ginge zu weit. Und wer sollte das auch bezahlen?
Nicht alle Europäer haben die Möglichkeit, die Vorteile der EU-Freizügigkeit selbst zu erleben. Reisen, Arbeiten und Leben in einem anderen Mitgliedstaat gilt für die meisten europäischen Bürger noch immer als Luxus. Wie können mehr Menschen die Möglichkeit erhalten, diese Vorteile zu erleben? Denkbar wäre zum Beispiel ein freiwilliges „Millennials Premium“-Austauschprogramm, das nicht nur für Studenten gedacht ist, sondern für alle jungen Europäer.
Sollte ein Auslandsaufenthalt verpflichtend sein? Würde ein freiwilliges Programm, das allen Europäern offen steht, dazu beitragen, dass mehr Menschen die Möglichkeit erhalten, die Vorteile und Freiheiten der EU zu nutzen? Schreib uns deine Meinung.
17 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare
Ja. Es ist erbärmlich wie wenig die Deutschen über andere Kulturen wissen, geschweige denn sprachlich sich verständigen können.
Wir verlassen uns immer auf Berichte aus aller Welt, anstatt selbst dort Erfahrungen zu sammeln. Bestes Beispiel ist der Mittlere Osten oder Ost Europa.
Danke, ich brauche keine Berichte, ich sehe das jeden Tag mit meinen eigenen Augen,!
Ich finde das zu linksradikal.
Warum denn immer Zwang?
Aufgabe der Gesellschaft, Politik und des Bildungssystem.
Nein, wir sind freie Bürger und entscheiden selbst was wir für richtig halten
Nein.
Ich habe die Kulturen im Haus und in der Umgebung. Ich kenne diese Kulturen sei über 30 Jahren. Je länger ich die ertragen muss,um so mehr lehne ich sie ab.
Das Problem ist die Finanzierung des Auslandsaufenthaltes
Solange es notwendig ist tief in die Tasche zu greifen wird das aktuelle Erasmus Programm allenfalls die Jugendlichen wohlhabender Familien anlocken. Eine Pflicht lehne ich grundsätzlich ab da es Menschen gibt die es schlichtweg nicht interessiert was um sie herum passiert.
Um noch einmal auf das Spanier liebt holländerin Beispiel zurückzukommen
Fernbedienungen sind anstrengend und erfordern unglaublich hohe emotionale Belastbarkeit
Ich persönlich bin schon ein wenig in Europa rumgekommen
Dazu bedurfte es aber nie ein Erasmus Programm
Ich bin aus purem Interesse und endeckergeist jeder Gelegenheit nachgegangen die sich mit geboten hat um Europa zu erleben
Jeder sollte selbstbestimmt entscheiden dürfen ob er/sie auf Reisen gehen möchte oder nicht
Mehr Kulturen als in Deutschland kann man im Ausland nicht kennen lernen. Dazu wäre schon eine sehr ausgedehnte Weltreise nötig.
Warum in die Ferne schweifen? Die ganze Welt kommt doch zu uns.
Spätestens im Studium macht ja fast jeder und ja das macht Sinn, um ein besseres Verständnis des internationalen Zusammenspiels zu bekommen. Ich habe etwa 7 Jahre im Ausland in vielen Ländern verbracht und viel gelernt
Nein, jeder sollte selber entscheiden, wie er seine lebenszeit gestalten möchte. Wenn sowas zwang ist, kann es eher zu mehr ablehnung statt kultureller bereicherung führen.
ich zum Beispiel will nicht ins ausland
Das wäre die beste Ausbildung
Leben finds ich nicht. Jemanden zu zwingen das er etwas tun soll finde ich nicht gut.
Was vermehrt durchgeführt werden sollte sind beispielsweise drr simultan Austausch zwischen dem DOSB (deutscher Sportbund) und der JSA (japanische Version) das du einfach mal für nen Zeitraum ein Land besuchst jedoch nicht hotel mäßig sondern durch Gast Familien und damit Einblicke in das Leben kriegst.
Finde ich sehr gut
Sollte jeder selber sehen.
Ich hätte es gerne gemacht, aber finanzielle unmöglich gewesen.
Ein Staat, der seine Bürger zu einem Auslandsaufenthalt verpflichtet, trifft die Aussage, dass ein Mensch, der im Ausland war, automatisch ein wertvolleres, gebildeteres Mitglied der Gesellschaft ist. Finde ich unrealistisch. Es gibt Leute, die genügend Geld haben, ständig zu reisen, aber außer hotels und Restaurants kaum etwas über die jeweiligen Länder mitbekommen. Andere informieren sich zuhause extensiv und lernen vielleicht sogar eine Fremdsprache, auf der sie sich dann online mit Muttersprachlern verbinden können. Der einzig erträgliche Grund, derart in die Lebensplanung eines Menschen einzugreifen (denn ich gehe schwer davon aus dass man diesen Auslandsaufenthalt auf die frühen Erwachsenenjahre legen würde), wäre die vollständige Finanzierung durch den Staat, und da stirbt der Traum dann auch gleich. Bestehende, freiwillige und/oder studienbegleitende Auslandsprogramme weiter zu fördern, warum nicht.