Ist es an der Zeit unsere Art zu Lernen zu ändern? Bisher haben Schulbildung, Ausbildung und Studium vor allem in der ersten Hälfte unseres Lebens eine Rolle gespielt. Traditionell ging es nach der Ausbildung in einen Job oder eine Karriere, die man bis zum Ruhestand nicht wechselte. Aber ist das angesichts der heutigen Zeit noch angemessen?
In einer globalen Welt stehen Wettbewerber aus allen Teilen der Welt vor der Tür und bewerben sich um die gleichen Stellen und Studienplätze. Gleichzeitig schreitet die technische Entwicklung immer schneller voran, was viele Menschen vor große Herausforderungen stellt. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass in der heutigen Zeit eine Person ihre Anstellung mehrmals im Leben wechselt oder einen komplett neuen Karriereweg einschlägt. Macht unser derzeitiges Bildungssystem in dieser Hinsicht noch Sinn?
Was sagen unsere Leser? Iveta argumentiert, da die Zukunft ungewiss ist und man nicht voraussagen kann, welche Jobs gefragt sein werden, sollte sich das Bildungssystem am Modell des “Lebenslangem Lernen” orientieren. Ein Absolvent sollte sich nach seinem Abschluss bewusst sein, dass dies einer von vielen weiteren Abschlüssen sein könnte.
Wir haben den Oxford-Professor für Internationale höhere Bildung und Direktor des Centre for Global Higher Education (CGHE), Simon Marginson, gefragt: Ist unser Bildungssystem darauf vorbereitet?
Wir verfolgen das Ziel des Lebenslangem Lernen nicht so sehr, wie Iveta es vorschlägt, was meiner Meinung nach übrigens ein guter Vorschlag ist und von vielen unterstützt wird. Das derzeitige System begrenzt uns, indem wir in den meisten Ländern die Sekundarstufe II noch immer als wichtigste Phase sehen, weil die Schüler hier in Elite und nicht-Elite Studenten unterteilt werden. Und dann fokussieren wir uns allein auf den ersten Abschluss im Leben dieses jungen Absolventen.
Es gibt eine kleine Anzahl von Bildungssystemen, vor allem in den skandinavischen Ländern, und weniger verbreitet in der englisch-sprachigen Welt, in der ein umfangreiches Angebot an Erwachsenenbildung angeboten wird, aber einen Großteil davon machen Personen aus, die bereits einen Abschluss haben oder an einem Studiengang teilgenommen haben. Es gibt kaum Wiedereinstiegsmöglichkeiten für Menschen, die zum Beispiel die Schule früher verlassen haben. Der umfassendere Begriff des lebenslangen Lernens wird daher von jenen Absolventen bestimmt, die in die Erwachsenenbildung zurückkehren, und sie bilden eine relativ kleine Minderheit der Bevölkerung. Daher haben wir das lebenslange Lernen noch nicht als Norm etabliert, aber die Ressourcen dafür sind da – insbesondere durch im Internet verfügbare Informationen, durch kostenlose oder kostengünstige Programme in einer Vielzahl von Kursinhalten usw. Es ist also möglich.
Für eine weitere Perspektive haben wir die gleiche Frage Stéphane Lauwick gestellt, Präsident der European Association of Institutions in Higher Education (EURASHE) und Direktor des Institute of Technology (IUT) der University of Le Havre. Was sagt er dazu?
Um es kurz zu halten: Nein, ist es nicht. Der Grund dafür ist, dass Professoren, Dozenten und akademische Mitarbeiter normalerweise in Bezug auf ihre Expertise und ihre wahrgenommene Exzellenz in einer Disziplin ausgebildet und ausgewählt werden. Und natürlich werden sie darin geschult – oder wurden es bisher – dieses Wissen den Schülern zu vermitteln. Das ist alles sehr gut für die fähigeren Schüler oder Studenten, die wissen, was sie wollen, aber für die meisten Schüler ist dies keine geeignete Vorbereitung auf das Leben.
Wie Iveta zu Recht sagt, wissen wir nicht, welche Jobs sogar in fünf Jahren gefragt sein werden. Die Frage ist also, wie kommen wir von einer disziplinorientierten Hochschulbildung zu einer kompetenzorientierten Hochschulbildung? Und eine diese Kompetenzen ist zu lernen wie man lernt. Wie reflektieren wir unser Lernen? Das ist sozusagen die „Meta-Ebene“.
Ich glaube alle Bildungssystem in Europa und wahrscheinlich auch in Nordamerika und anderenorts sind sich dieser Herausforderung bewusst und arbeiten daran, dass sich dies ändert. Es ist eine schwierige Aufgabe, aber wir arbeiten daran. Wie gesagt, unsere Bildungssysteme bieten diese Art von Kompetenz noch nicht an, aber sie werden es bald tun, da bin ich mir ziemlich sicher. Ich bin in der Tat sehr optimistisch über den Ausgang dieser Sache.
Brauchen wir ein neues Bildungssystem? Sollte sich die Bildung mehr am Lebenslangem Lernen orientieren? Sollten wir uns weniger auf die Hochschulbildung fokussieren und dafür die Berufsausbildung mehr fördern? Schreib uns deine Meinung!
Wir verfolgen das Ziel des Lebenslangem Lernen nicht so sehr, wie Iveta es vorschlägt, was meiner Meinung nach übrigens ein guter Vorschlag ist und von vielen unterstützt wird. Das derzeitige System begrenzt uns, indem wir in den meisten Ländern die Sekundarstufe II noch immer als wichtigste Phase sehen, weil die Schüler hier in Elite und nicht-Elite Studenten unterteilt werden. Und dann fokussieren wir uns allein auf den ersten Abschluss im Leben dieses jungen Absolventen.
Um es kurz zu halten: Nein, ist es nicht. Der Grund dafür ist, dass Professoren, Dozenten und akademische Mitarbeiter normalerweise in Bezug auf ihre Expertise und ihre wahrgenommene Exzellenz in einer Disziplin ausgebildet und ausgewählt werden. Und natürlich werden sie darin geschult – oder wurden es bisher – dieses Wissen den Schülern zu vermitteln. Das ist alles sehr gut für die fähigeren Schüler oder Studenten, die wissen, was sie wollen, aber für die meisten Schüler ist dies keine geeignete Vorbereitung auf das Leben.
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rentner bilden
Es gibt zwar derzeit schon die Möglichkeit sich praxisorientiert weiterzubilden, doch gäbe es auch die Möglichkeit, dass durch man diese als Module ansieht, die nachdem man mehrere bestimmte Module erfolgreich abgeschlossen hat, diese als Schein anerkannt werden könnten.
Dadurch gäbe es die Möglichkeit, diese gebündelt am Stück (Ausbildung oder Hochschulstudium) zu absolvieren oder als Weiterqualifizierungen im Berufsleben anzusammeln.