Im Vorfeld der Europawahl 2019 stellen wir euch alle Kandidaten für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten vor.

Der erste aus unserer Reihe ist Jan Zahradil, ein Mitglied des Europäischen Parlaments und Spitzenkandidat für die Allianz der Konservativen und Reformisten in Europa (AKRE).

Zahradil’s Partei AKRE tendiert zu den Europaskeptikern, da sie für ein reformiertes Europa kämpfen, für weniger Zentralismus und mehr Entscheidungsmacht für die Nationalstaaten. AKRE setzt sich für die Freiheit des Individuums ein, für freie Märkte und allgemein treten ihre Mitglieder für konservative Werte ein. Obwohl die Partei mit dem Prozess des Spitzenkandidaten nicht einverstanden ist, schicken sie ihren Vorsitzenden Jan Zahradil als Kandidaten ins Rennen.

Jan Zahradil wurde am 20. März 1963 in Prag in Tschechien (ehemals Tschechoslowakei) geboren. Nach einer Karriere als wissenschaftlicher Forscher im Bereich Wassermanagement, trat er im Zuge der Samtenen Revolution (dem gewaltfreien Machtwechsel vom Kommunismus zur Demokratie) in den frühen 1990er Jahren in die Politik ein.

Im Jahr 1992 zog er erstmals ins tschechisch slowakische Parlament für die liberal-konservative Partei für Bürgerdemokratie (ODS) ein. Als sich die Tschechoslowakei 1993 in Tschechien und die Slowakei teilte, wurde Jan Zahradil außenpolitischer Berater des ersten Premierministers der Tschechischen Republik, Václav Klaus.

In seiner Zeit als tschechischer Politiker hat ihn die Frage der europäischen Integration ständig begleitet, sei es in seiner Zeit als Vize-Vorsitzender des Parlamentarischen Ausschusses für EU-Tschechien-Beziehungen, als Repräsentant Tschechiens in der 2002 Konvention zur Zukunft der EU oder als Vertreter des tschechischen Premierministers in den Verhandlungen des Lissabon-Vertrages. Seit 2004 ist er Abgeordneter im Europäischen Parlament und seit 2009 Vorsitzender der AKRE.

Zahradil wird nachgesagt, dass er ein Klimawandel- Skeptiker sei, was er selbst abstreitet. Er stellt sich gegen eine, wie er es nennt, „grüne Ideologie“, von der er glaubt, dass sie Europa wirtschaftlich schaden wird, ohne die Umwelt positiv zu beeinflussen. Ideologisch gesehen, unterstützt Jan Zahradil den Freihandel und persönliche Freiheit. Von dem britischen Konservativen MEP Daniel Hannan wurde er so beschrieben:  “Ein Freimarkthändler, ein Euroskeptiker, ein Liberaler, ein tschechischer Patriot, der auch ein engagierter Anglophiler und Atlantiker ist. „

Zudem ist Jan Zahradil anscheinend ein Metal-Fan. Er hört klassischen Rock wie Led Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath sowie die neue Generation des britischen Heavy Metals wie Iron Maiden, Judas Priest und Motörhead. Er nutzt dieses Hobby gerne auch politisch, wenn er die Leute dazu aufruft, die EU “umzustimmen”, mit dem Ziel, ein Europa zu schaffen, das „weniger, flexibel, wohlhabend, kostengünstig und mit Respekt vor den nationalen Regierungen ist“.

Jetzt ist eure Meinung gefragt. Würdet ihr Jan Zahradil wählen? Schreibt uns eure Meinung im Kommentarfeld.



6 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Daniel Fechner

    Nachdem ich die Idee des Spitzenkandidaten ablehne, empfinde ich seine Position dazu als Pluspunkt.
    Allerdings gibt es mit seinen restlichen Positionen weniger Überschneidungen, die müssten schon näher erläutert werden.
    Ob ich ihn wählen würde … naja, wer steht denn noch zur Auswahl?

  2. avatar
    Daniel

    Unabhängig von der Idee des Spitzenkandidaten, denke ich, dass man erst erfahren sollte, welche Kandidaten zur Auswahl stehen, bevor man seine Entscheidungen trifft.
    Die Liste fängt mit einem Skeptiker an … ob das taktisch gewollt war?

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    Peter

    Vorgestellt? Verdummung. So schafft man Politikverdrossenheit.

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    Katrin

    Er vertritt denn den Iran oder wie?

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    Markus

    Er vertritt die „Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer“. Wenn ihr die „Reformisten“ beschimpft, zeigt das, welchen Standpunkt ihr vertritt. Einen linken Standpunkt. Und dass der Spitzenkandidat der Europäischen Konservativen und Reformer Komissionspräsident werden könnte oder wollte, ist Quatsch. Traditionell stellt die Europäische Volkspartei oder die Sozialdemokratische Partei Europas, also die beiden grössten Fraktionen im Europaparlament, den EU-Präsidenten. Da er auf keinem deutschen Wahlschein zu finden ist, stellt sich die Frage gar nicht, ob ich ihn wählen soll.

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