Kommt nach dem Mindestlohn jetzt die Mindestrente? Was ist eigentlich los in Deutschland, dass wir als eine der stärksten Volkswirtschaften auf der Welt über Mindestlohn und Mindestrente reden müsen?

Tatsächlich sind viele Menschen im Alter von Armut betroffen, ihre Rente reicht nicht aus, selbst wenn sie viele Jahre gearbeitet haben. Das soll sich jetzt ändern. Arbeitsminister Hubertus Heil von der SPD hat ein Konzept für die sogenannte Grundrente vorgelegt. Demnach sollen nun vor allem ehemalige Geringverdiener mehr bekommen, bis zu 447 Euro, wenn sie mindestens 35 Jahre eingezahlt haben, Kindererziehungs- und Pflegezeiten angerechnet. Das Konzept klingt erstmal fair: Jemand, der Jahrzehnte lang gearbeitet hat, sollte auch deutlich mehr bekommen als jemand, der nicht gearbeitet hat. Aber wie soll das funktionieren? Und wer soll das Ganze bezahlen?

Wie sieht es im Rest Europas aus? Bereits acht EU-Mitgliedstaaten haben eine Mindestrente eingeführt, darunter unter anderem unsere Nachbarländer Frankreich und die Niederlande. Deutschland liegt im EU-Vergleich im unteren Mittelfeld. Während die Europäer im Durchschnitt 70 Prozent ihres Arbeitslohns erhalten, bekommen Deutsche bisher um die 50 Prozent.

Brauchen wir eine Mindestrente? Ist sie wirklich das richtige Instrument um vor allem ehemalige Geringverdiener vor der Altersarmut zu bewahren? Diskutier mit und schreib uns deine Meinung!

 

Foto: (C) BigStock – kasto


20 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Daniel Fechner

    Ein unkomplizierterer Zugang zu Sozialzahlungen sollten im Alter ermöglicht werden.
    Seine Idee geht zwar in eine interessante Richtung, doch bleibt die Frage, ob dadurch alle Problemfälle gelöst werden können.

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    Martin Hemsing

    Ohne lebenswürdige Mindestrente wird die Rente nicht mehr zu finanzieren sein! Der Generationenvertrag funktioniert nicht mehr!

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    Klaus Wagner

    Ja, auf jeden Fall und steuerfinanziert bzw. über Steuermittel aufgestockt. Eine Teilfinanzierung über Steuern ist sozial gerechter und trägt zur Generationengerechtigkeit bei. Eine Wohlstandsgesellschaft sollte es sich leisten, Bürger die 35 Jahre gearbeitet haben, mit einem Mindesteinkommen zu versehen. Die jetzt vorgeschlagene Grund- oder „Respektrente“ finde ich nicht falsch. Bei Wahlprognosen um 13% entdeckt die sPD nun ihr soziales Herz relativ spät. Warum nicht auch einmal 5 Milliarden/a für die schon länger hier Lebenden ausgeben ? Für eine Million Migranten geben Bund, Länder und Gemeinden 30 Milliarden Euro im Jahr aus, ohne Diskussion von Finanzierungsvorbehalten. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) kommt auf den Betrag von 50 Milliarden, den auch der Sachverständigenrat für 2017 errechnet hat. Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung kalkuliert mit bis zu 55 Milliarden Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Mit dieser Summe müssen die Bundesministerien für Verkehr (27,91), für Bildung und Forschung (17,65) sowie für Familien, Frauen, Senioren und Jugend (9,52) in 2017 zusammen auskommen. Da ist die Finanzierung der Respektrente doch eher „peanuts“. Der Zeitpunkt des sPD-Renten-Vorschlages legt aber nahe, dass es sich eher um vergesellschaftliche Wahlkampfkosten für die anstehenden LTW im Osten handelt und nur um die Provokation des Ausstiegs aus der GROKO.

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    Anonymous

    Eigendlich eine sinnlose Frage, Geld ist genügend da, nur nicht für diejenigen die es erwirtschaftet haben. Alleine das man drüber diskutiert ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten.

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    Anke HA

    Es ist leider unumgänglich, weil seit Jahrzehnten so viele Menschen – vor allem Frauen – in einen Niedriglohnsektor gedrängt wurden, der weder die Bildung von Rücklagen erlaubt noch die nötigen „Rentenpunkte“. Zur Finanzierung müssen wir nur Vermögen, hohe Erbschaften und hohe Einkommen in dem Maße besteuern, wie es in den 1980er Jahren noch allgemein üblich war. Nicht zu vergessen: Die Progression bei der Abgeltungssteuer einführen.

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    Pit

    Wenn wir eine Bundesregierung hätten die gemeinsam sich für das Wohl des eigenen Volkes einsetzen würde müssten wir über das Thema Rente nicht ein Wort verlieren .Denn es war die Generation die dieses Land wieder aufgebaut hat .

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      Paul

      Pit die Generation, die das Land wieder aufgebaut hat, wäre heute über 90 u d lebte danach nicht in Alterarmut. Daher ist Ihre Argumentatioon falsch.

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      Stefan

      Pit meine Oma bekam 400 DM Rente und hat nicht gejammert. Außerdem hat Ihr die Familie geholfen, daran sollten sich heute mal einige erinnern.

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    Traudel

    Wird es nicht geben für uns, das ist wieder Augenwischerei

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    Thorsten

    Leute in generell weniger gut bezahlten Arbeitsverhältnissen sollte zumindest frei gestellt sein, ob sie die gesetzliche Rentenversicherung nutzen wollen. Langfristig wird sich das solidarsystem sowieso verändern und nicht unwahrscheinlich dahingehend — eben einen mindestsatz zu garantieren und den Rest eben zertifiziert privat zu bereiten.

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    Mira

    Also! Muss man nicht im Leben arbeiten und Rente kommt sowieso

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      Raziel

      Mira falscher Ansatz.
      Du zeigst mit dem Finger auf einen unnatürlich kleinen Teil der Gesellschaft, der von Bild und Co. als riesen Problem dargestellt wurde. 🙄

      1. Man könnte Mindestvorraussetzungen legen.
      (zb. Mindestens ein paar Jahre gesamte Arbeitszeit oder Verweis auf Pflegestufe)
      2. Geht es hier um einen würdigen Altersabend, für die Menschen, die sich den Buckel krum gearbeitet haben.
      3. Die jetzige Realität ist bereits ähnlich, wie du beklagst!
      In keinem körperlich anstrengenden Job bekommt man eine gute Rente.
      Die wirklich guten Renten sind Diäten, Anlagen und Pensionen!
      Also Jobs mit weniger Einsatz (außer Polizist u.ä.)
      Mit dem Finger auf Andere zeigen, hat die Welt noch nie besser gemacht.

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    Stefan

    Nein, wir brauchen keine Mindestrente. Wer wenig Rente bekommt kann aufstocken.

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      Raziel

      Stefan Dann kann man auch gleich Hartz IV bekommen.
      Das ist eine ziemlich entwürdigende Sache.
      Dekaden lang schuftet man sich kaputt und krank. Danach darf man sich mit Arbeitslosen anstellen.

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    Marion

    Man sollte es wirklich nur mit min. 35 eingezahlten Arbeitsjahren verbinden. Viele haben rund um die Uhr gerade Frauen, Jobs die bar in die Tasche gehen. Und später wird sich gewundert das man nur eine Kleinigkeit bekommt.

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      Raziel

      Marion Auch beim regelmäßigen einzahlen, wird man ziemlich schlecht abgespeist, wenn man nicht über einen sehr hohes Durchschnittsgehalt verfügt hat.

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    Baci

    Die Arbeitgeber müssen höhere Löhne zahlen, dann gibts auch eine höhere Rente. Wo soll der Staat das alles hernehmen, Rentenzuschuss Mietzuschuss Kinderzuschuss Lohnaufstockung. Ja wo soll es herkommen. Mehr Lohn höher Verdienst weniger Zuschüsse und dann gibst was fürs Alter.

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    Udine

    warum klappt es denn in Austria

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