Die Leute mögen „Gewinnertypen“. So wie Donald Trump als Symbol des kleinen Mannes, der sein Geschäftsimperium mit wenigen Mitteln aus dem Familienkreis aufgebaut hat. In Wahrheit stecken hinter Trumps Erfolgsgeschichte jedoch über 400 Millionen Dollar, die er im Laufe seines Lebens erhielt. Was lernen wir daraus? Es ist viel einfacher, Geld zu verdienen, wenn man reich ist.

Wohlhabende Menschen haben Vorteile. Sie können sich eine bessere Ausbildung und Gesundheitsfürsorge leisten, sie haben einen leichteren Zugang zu Kapital, wenn sie ein Unternehmen gründen möchten, haben größere Chancen und bessere Lebensaussichten. Die meisten Menschen fühlen sich hinsichtlich der Wohlstandsunterschiede in der Gesellschaft wohl, solange sich das Spiel fair anfühlt (d.h. sie akzeptieren ungleiche Verhältnisse, solange es gleiche Chancen gibt).

Was sagen unsere Leser?

Kimmo argumentiert, dass die Erbschaftssteuer eine Form der Doppelbesteuerung ist, weil das Einkommen bereits zu dem Zeitpunkt besteuert wurde, als es zuerst verdient wurde. Warum sollte es noch einmal besteuert werden?

Wir fragen Adam Corlett, Senior Wirtschaftsanalyst der Resolution Foundation, einem Think Tank, das die Lebensstandards von Familien mit geringem Einkommen verbessern möchte. Was sagt er dazu?

Zunächst gibt es viele Varianten der Doppelbesteuerung: In den meisten Ländern haben wir die Einkommenssteuer und on top zahlen die Menschen Mehrwertsteuer und andere Verbrauchs- oder Transaktionssteuern. Wenn zum Beispiel eine Person ihr Einkommen versteuert und es dann dafür verwendet, andere Leute zu bezahlen, die dies wiederum als Einkommen besteuern usw. Daher ist es schwierig, genau zu definieren, was eine Doppelbesteuerung ist und warum dies etwas Schlechtes ist.

Zweitens denke ich, dass die Einstellung zur Erbschaftssteuer in hohem Maße davon abhängt, ob sie als Steuer auf die Abgabe oder auf die Steuer auf den Erhalt des Geldes betrachtet wird. Wenn Sie es als Steuer für den Empfänger betrachten, erscheint es mir ziemlich vernünftig. Wir besteuern Menschen, wenn sie Geld für ihre Arbeit erhalten. Es ist also nur fair, dass wir Menschen besteuern, wenn sie durch Erbschaft Geld erhalten.

Ein weiterer Kommentar kommt von unserem Leser Duncan, der sagt, dass wenn ein wohlhabender Mensch Geld erbt, kann er es investieren, um ihn (und seine Kinder) noch mehr zu begünstigen, was die Ungleichheit noch weiter vorantreibt. Ist das ein Problem?

Das haben wir den britischen Journalisten und Kolumnisten des The Economist Adrian Wooldridge gefragt.

[…] Es gibt eine außerordentliche Konzentration des Reichtums in den Händen einiger weniger Menschen. Vor wenigen Tagen belief sich das tägliche Wachstum des reichsten Mannes der Welt, Jeff Bezos, auf mehr als eine Milliarde US-Dollar. Sie haben diese gigantischen Vermögen im Silicon Valley. Ich würde sagen, wir brauchen eine Erbschaftssteuer, damit einige dieser riesigen Vermögen nicht für ewig existieren.

Und was sagt Adam Corlett von Think Tank Resolution Foundation dazu?

Ich denke, dass durch Erbschaft Ungleichheiten von Generation zu Generation weitergegeben wird. Vor allem in Großbritannien sind die Reichsten über viele Generationen reich, und für viele Menschen sind die Chancen, um beispielsweise ein Haus zu kaufen, zunehmend vom Vermögen ihrer Eltern und dem Vermögen ihrer Großeltern abhängig. Das ist definitiv nicht gut für die soziale Mobilität.

Ein anderes Problem ist meiner Meinung nach das Gefühl der Leute, dass die ganz Reichen keine Erbschaftssteuer zahlen. Selbst innerhalb des Systems könnten Menschen mit mittleren bis hohen Einkommen das Gefühl haben, tatsächlich mehr Erbschaftssteuer zu zahlen als die ganz Großen, die in der Lage sind, ihre Angelegenheiten so zu organisieren, dass sie weniger Steuern zahlen. Dies ist zum Teil der Grund dafür, warum die Erbschaftssteuer im Vereinigten Königreich auf so viel Ablehnung gestoßen ist. Daher ist es wichtig, dass jedes Erbschaftssteuersystem sowohl in Theorie als auch in der Praxis progressiv ist.

Ist die Erbschaftssteuer ungerecht? Ist sie eine Form der Doppelbesteuerung und „bestraft“ am Ende die Falschen? Oder ist sie ein Mittel, um soziale Ungleichheit auszugleichen? Schreibt uns eure Meinung!

Foto: (c) BigStock – JacobLund 
Portrait: Corlett (c) Resolution Foundation, Wooldridge (c) The Economist


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