Meinungsfreiheit hat ihre Grenzen. In Deutschland wie im Rest Europas, gibt es Gesetze gegen Belästigung, Anstiftung zu Straftaten und Einschränkungen beleidigender, diffamierender oder verleumderischer Rede. Hierzulande ist es ausdrücklich verboten, Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie den Holocaust zu verleugnen oder bestimmte extremistische Ideologien oder Gruppen zu unterstützen.

Wo sollte die Linien gezogen werden? Wenn die Einschränkungen hinsichtlich Hassrede zu strikt sind, wird damit das Recht auf Meinungsfreiheit eingeschränkt? Wer sollte darüber entscheiden, wo die Grenzen liegen und was akzeptabel ist? Diese Frage ist heute besonders relevant, wo jeder die Möglichkeit hat, über das Internet Inhalte an Millionen von Menschen weltweit zu streuen. Das ist auch ein Thema für uns als Debating Europe, weil wir das Recht auf freie Meinungsäußerung mit der Verantwortung, Hassreden und Hetze zu verhindern, in Einklang bringen müssen (ganz zu schweigen von unserem Streben, eine positive, inklusive Gemeinschaft zu fördern).

Was sagen unsere Leser?

Catherine fragt, was Hassrede überhaupt bedeuten soll? Gibt es eine Definition von Hassrede?

Das haben wir Julia Mozer, Beraterin der Organisation CEJI – Ein Jüdischer Beitrag zu einem integrativen Europa. Was ist für sie „Hassrede“?

Ein weiterer Kommentar kommt von unserem Leser Pedro, der argumentiert, dass die sozialen Medien Hassrede und Hetzte noch angefeuert haben. Er glaubt, dass das Problem darin besteht, dass normale Bürger inzwischen zu „Verlegern“ geworden sind und ihre persönlichen Gedanken an Millionen Menschen verbreiten können, ohne die Gesetze rund um die Hassrede wirklich zu verstehen. Hat er Recht?

Das haben wir den Geschäftsführer von  ALL DIGITAL, ein europaweiter Verein für die Vermittlung digitale Fähigkeiten und Kompetenzen, Laurentiu Bunescu, gefragt.

Für eine andere Perspektive auf Pedros Frage haben wir den Youtuber Myles Dyer gefragt, der auch Botschafter für das YouTube ‚Creators For Change‚ Programm ist, welches das Bewusstsein für Themen wie die Bekämpfung von Hassreden und die Beendigung von Online-Belästigung und -Missbrauch fördert. Was sagt er dazu?

Was ist für dich Hassrede? Haben die sozialen Medien die Hassrede befeuert? Schreib uns deine Meinung.

Foto: CC / Flickr – SAJV CSAJ
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5 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Dankel Fechner

    Zur Definition von „Hassrede“ stimme ich Frau Julia Mozer zu, doch durch die Möglichkeiten, die das Internet bietet, ist die Gruppe sie erreicht werden kann wesentlich größer, somit ist es einfacher auch Personen zu erreichen, die sehr viel strengere Regeln beim dem Sprachgebrauch verlangen.
    Ob die sozialen Medien, die Hassrede gefördert haben … es ist dadurch die Möglichkeit geschaffen worden, dass eine größere Gruppe mit den eigenen Ideen konfrontiert werden kann, somit ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass jemand mit einer Meinung konfrontiert wird, die von dieser als „Hatespeech“ angesehen wird.
    Als problematisch betrachte ich auch, dass manchmal Meinungen aus dem Zusammenhang gerissen werden, ob dies absichtlich geschieht oder nur unabsichtlich, ist schwer nachzuvollziehen, doch durch die negativen Folgen die dadurch für die Person entstehen können, sollte man vor einer Verurtrilung eines anderen eher zurückhalten, und erst in Erfahrung bringen, ob der Zusammenhang auch richtig übernommen wurde, bevor man jemanden verurteilt.
    Zusammen mit den Algorithmen, die einem „interessante“ Neuigkeiten zeigen, abhängig von den Präferenzen, Gruppenzugehörigkeiten, Likes und Kommentaren wird es wahrscheinlicher, dass man mit diesen Kommentaren konfrontiert wird.
    Außerdem spielt die „Stärke des Rudels“ auch eine Folge, umso mehr positive Beistand man erhält, umso mehr vertraut man seiner eigenen Meinung, umso aggressiver die Gegenseite attackiert, umso extremer können fallen die eigenen Meinungen ausfallen.
    Die sozialen Medien verstärkten die Hatespeech, allerdings nur deswegen weil sie ein größeres Medium bieten, die Anlage war vorher schon vorhanden.

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    Raul

    Aufruf zu Verbrechen. Alles andere muss frei äußerbar sein. Wir sind ja keine Kinder, denen man vorschreiben kann, dass man Arschloch nicht sagt.

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    Florian

    Sprache ist ein Ventil…..Zorn und Wut normale Emotionen welche zu unterdrücken grösseren Schaden anrichtet als das gesprochene/geschriebene Wort!…. ..es sollte dafür keine Strafen durch vermeintlich fehlerlose „Autoritäten“ geben (welche es gar nicht gibt, Problem ist das hierbei jedesmal eine Phantomhafte Hypermoral entsteht derer sich Leute anmassender Weise bedienen)

    Strafen Keine….ausser eben die geläufigen Zwischenmenschlichen, Gesellschaftlichen Konsequenzen!
    Wie zb. Das jemand der ausgeprägt ordinär Beleidigt …eben dafür nicht besonders geachtet wird.
    Jemand der glaubhaft mit Mord droht…..von der Polizei überprüft wird. Etc.etc.

    Moderation sollte eventuell auf Kinderseiten nach naheliegenden Regeln zum Jugend und Kinderschutz erfolgen!

    Das ist alles , zumindest auf Professioneller Ebene, Gegenwärtig schon geregelt!

    +++Das Eigentliche Problem ist dass man Anhand genau dieser Debatte welche Heute künstlich Angestossen wird, versucht in Europa/Weltweit Blasphemie Gesetze einzuführen! +++

    Denn eigentlich kennt jeder die geläufigen Verhaltensregeln ganz genau und übertritt diese ….wenn ….dann mit voller Absicht!

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    Beatrix

    Auch wenn mir Facebook schon so manchmal ausgeredet wurde, mag ich das geschriebene Wort und den Austausch von Wissen und Gedanken.
    Doch oftmals lese ich so einen bullshit!
    Ja, das ist Hass verbreiten. Manipulation und noch schlimmeres….wenn’s da noch was schlimmeres gibt!

    Dabei habe ich grenzüberschreitend wunderschöne Brieffreundschaften, und das überwiegt sogar die Arschlöcher im netzt.
    Nobody is perfect!
    Wir müssen nur die Augen aufmachen und real vor unsere Tür treten und nicht mit dem Hass der im Netz verbreitet wird unsere Wahrnehmung verschieben.

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    Hermann

    Politisch korrekte Sprache in jeder Form ist abzulehnen. Strafbare Dinge sind abzulehnen. Alles Andere darf gesagt und gedacht werden.

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