Technologie, Urheberrecht und Zensur. Seit der Erfindung der Druckerpresse sind die drei miteinander verbunden. Und Technologie hat sich immer schneller entwickelt als das Urheberrecht. Das erste wirkliche Urheberrecht der Welt wurde 1710 in England erlassen, hunderte von Jahren nach Johannes Gutenberg und seiner Druckerei. Seit der ersten offiziellen internationalen Übereinkunft über das Urheberrecht von Bern 1887, gab es keine wirkliche Überarbeitung des Urheberrechts. In den 130 Jahren hat sich technologisch jedoch einiges verändert. Neben Innovationen wie dem Radio, Kino oder Fernsehen, ist das Internet die wahrscheinlich größte Entwicklung der letzten Jahrzehnte.

Ist es endlich Zeit, die Urheberrechtsgesetze Europas zu aktualisieren? Teile des derzeitigen Urheberrechtssystems der EU, das sich mit digitalen Medien befasst, gehen auf die frühen 2000er Jahre zurück und wurden vor der Zeit von YouTube, Facebook und Co. erlassen. Um das europäische Urheberrecht an die neuen digitalen Gegebenheiten anzupassen, hat die Europäische Kommission eine neue Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt vorgeschlagen. Der Gegenvorschlag des Europäischen Parlaments hat viel Kritik geerntet, vor allem in Hinsicht auf die Redefreiheit bis hin zu dem Vorwurf einer (beabsichtigten oder nicht gezielten) Zensur kritischer Stimmen.

Was sagen unsere Leser?

Michalis argumentiert, dass Urheberrechte wichtig für Innovationen und Entwicklungen des Menschen sind. Brauchen Schaffende Urheberrechte, um sich motiviert zu fühlen, etwas zu kreieren? Wie würde eine faire, praktikable Urheberrichtlinie aussehen?

Am 20. November hat Debating Europe eine Veranstaltung zur Reform der Urherberrechte in Brüssel organisiert. Bei der Debatte waren Euroaabgepordnete, Youtube-Künstler und Vertreter der EU-Kommission und der Mitgliedstaaten vertreten.

Zwei Youtube-Schaffende haben uns ihre Meinung und Erfahrungen mit Urheberrechten geschildert:

Enrique A. Fonseca Porras ist Mitgründer des Youtube-Kanals VisualPolitik. Was sagt er zu Michalis?

Guglielmo Scilla, Gründer des Willwoosh YouTube-Kanals hat auch ein Statement abgegeben, was für ihn Urheberrechte bedeuten.

Für eine weitere Perspektive zu dem Thema, haben wir ein Mitglied der Europäischen Kommission, Manuel Mateo Goyet aus dem Kabinett der Kommissarin für Digitale Wirtschaft Mariya Gabriel, gefragt. Was sagt er zum vorliegenden Entwurf zur Überarbeitung der Richtlinie?

Ein weiterer Kommentar kommt von unserem Leser Ole. Er glaubt, dass die Urheberrechtsreform auf Drängen der großen Internetplattformen und Piraterie gründet, weil sie am meisten davon profitieren würden. Ist seine Kritik berechtigt?

Das haben wir den Europaabgeordneten Axel Voss (EVP) gefragt. Er ist der Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die geplante Richtlinie. Was sagt er zu Ole‘s Kommentar?

Ole hat Recht. Die Verstöße gegen das Urheberrecht nehmen massiv zu und die Plattformen verdienen daran durch Werbung und Klicks. Das möchten wir gerne ändern, sodass die Urheber, die Künstler und Schaffenden davon auch profitieren und nicht nur die Plattformen.

Was sagt eine andere Europaabgeordnete dazu? Wir haben die Sprecherin der Piratenpartei für das Thema Urheberrechte, Julia Reda, für eine andere Perspektive gefragt.

Können wir Urheberrechte und Kreativität gleichzeitig schützen? Wie sähe eine faire Lösung für alle, Plattformen, Künstler und Nutzer aus?

Foto: (c) BigStock – vverve
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4 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Patrik

    open source education! euer schutz ist ein Untergang!

  2. avatar
    Daniel Fechner

    Der Aussage von Axel Voss kann man schon zustimmen, doch denke ich, dass Artikel 11 und 13 problematische Folgen haben könnten.
    Die Vorteile einer Reform des Urheberrechts stehen zwar außer Frage, doch würde die jetzige Formulierung viele der größeren und der älteren Plattformen dazu zwingen einen Uploadfilter einzubauen, der zum jetzigen Entwicklungsstand wohl die Meinungsfreiheit einschränken könnte. Es stellt sich auch die Frage, ob durch die derzeitige Reform Künstler und andere Urheber profitieren oder die großen Informationsplatformen. Ich denke weiterhin, dass es fahrlässig wäre trotz des großen Widerstands innerhalb der vor allem jungen Bevölkerung die derzeitige Fassung durchzusetzen, da dies den Rückhalt den Europa derzeit von ihnen erhält stark schmälern würde.
    Also liebererstmal ablehnen und zurück an die Verhandlungstische.

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    Daniel

    Nachdem nicht zweifelsohne bewiesen werden kann, dass der notwendige Einsatz eines Uploadfilters infolge der derzeitige Form von Artikel 13, besteht die Gefahr.

  4. avatar
    Phillip

    Dann findet Kreativität wohl nur noch im Darknet statt…

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