Europas Bürger glauben nicht, dass die EU etwas für sie tut. Eine Umfrage von Dalia Research, beauftragt von unserem Schwester-Think tank Friends of Europe, hat ergeben, dass 64 Prozent der befragten Europäer nicht überzeugt sind, dass ihr Leben ohne die Europäische Union wesentlich schlechter wäre. Der Hälfte der Befragten (49 Prozent) ist die EU sogar egal (sie denken entweder, dass das Leben ohne die EU „gleich bleiben würde“, oder sie wissen einfach nicht, was die Auswirkungen wären).

Verglichen mit anderen EU Ländern, sprechen die Deutschen der EU noch mehr Wichtigkeit zu. Vor allem die jüngere Generation, fast 50 Prozent der unter 35-Jährigen, findet, dass ihr Leben schlechter wäre, wenn es die EU nicht gäbe. Bei den über 35-Jährigen sind es nur 35 Prozent. Zudem gibt es ein starkes Gefälle zwischen Männern und Frauen. Die befragten Männer sind größere Unterstützer der EU (51 Prozent), nur 33 Prozent der befragten deutschen Frauen finden, dass die EU wesentliche Verbesserungen für sie bringt.

„Weniger Europa“ ist nicht gewollt. Vor allem die deutschen Bürger (94 Prozent) sind der Meinung, dass die EU mehr als nur ein Binnenmarkt sein sollte, und dass es sich richtig anfühlt, Souveränität an die EU abzugeben. Am ehesten, sehen sie die Rolle der EU darin, sich für die europäischen Werte und das Demokratieverständnis innerhalb Europas einzusetzen und die Rolle Europas auf der Weltbühne zu stärken.

Mehr als die Hälfte der Deutschen und die Mehrzahl der Europäer wollen, dass sich die EU auf drei Kernthemen konzentriert, den Frieden zu sichern, Arbeitsplätze zu schaffen und den Klimawandel anzugehen, das sind die Kernthemen, die die EU laut der Mehrzahl der Befragten priorisieren sollte.

Die Ergebnisse der Umfrage werden im Rahmen des jährlichen Flaggschiffs von Friends of Europe, dem hochrangigen Diskussionsforum State of Europe, veröffentlicht. Mit Daten aus verschiedenen Bereichen (einschließlich der Ansichten der Bürger) hat unser Partner Think Tank eine Reihe von Szenarien entwickelt, die die Europäische Union aus einer 2030-Perspektive vorstellen. Einige sind düster und einige sind positiver, aber alle stellen radikal unterschiedliche Zukunftsperspektiven dar und berücksichtigen interne und globale Trends und Schlüsselfaktoren des Wandels.

Diese Szenarien bilden die Grundlage für das Arbeitspapier der State of Europe Konferenz und werden als Abschlussbericht unter dem Titel #EuropeMatters veröffentlicht werden, der dazu beitragen wird, die Debatte über das zukünftige Europa, das wir wollen, zu entfachen und die Beziehung zwischen den Bürgern und dem europäischen Projekt neu zu beleben.

Ist dir die EU egal? Würde dein Leben ohne die EU schlechter sein? Wir haben Europas Bürger gefragt. Was ist deine Meinung dazu?

Foto: (cc) Flickr – Banksy / ijclark


10 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

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    Thorsten

    Die EU erinnert mich an eine Blumenwiese. Oft im Alltag unauffällig, birgt sie doch die Existenzgrundlage für eine stattliche Artengemeinschaft. …Darunter auch uns Menschen. In der City — wie auch dem Land.

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    Maria

    Ausser offene Grenzen und kein Währungsumtausch nix.

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      Thorsten

      und n Wald besteht auch blos aus Bäumen.

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    Martin

    Anscheinend wurden nur Neuköllner in Berliner gefragt.

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    Hermann

    Ich weiß ja nicht, wer da befragt wurde, aber die meisten wünschen sich wohl weniger EU und nicht noch mehr Bevormundung.

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    Christian

    Zurück zu den 80er jeder seine Währung und seine eigenen Grenzen wieder. Sieht man ja was uns normalen Arbeiter es gebracht hat. Jedes Land eine eigene Regierung, kein scheiss Brüssel wo den Ländern irgendwas aufzwingen will. Zurück zu den EG Staaten, hat auch jahrelang funktioniert. Von dem Scheis € will ich erst gar nicht anfangen. Die DM war für mich

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      Hans

      Was jahrelang funktioniert hat und ‚NUR‘ zwei nationalistisch geprägte verherende Weltkriege gebracht hat.
      .
      Grenzen schützen nicht und sind leicht überwindbar. Erichs Grenze hingegen hinterließ nur Tote.

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      Christian

      Hans ich sprach von den 80 er, nicht 1918 ODER 1945,

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    Heinrich

    Nein, die EU nicht, nur der „Pack“ muss weg. Und… Europa für Europäer.

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    wulf

    Jeder, der Mitglied in einem Club ist, muss sich an die Regeln des Clubs halten. Das ist bei der Europäischen Union nichts anderes wie bei einem Sportverein. Und dass der Verein auf die Einhaltung der Regeln besteht, ist selbstverständlich und hat mit Bevormundung nichts zu tun.
    Nur als Mitglied in dem „Verein EU“ kann Deutschland seine Interessen einbringen und durchsetzen – und davon profitieren am Ende des Tages alle.
    Wenn es die EU nicht gäbe, würde man sie erfinden. Über die Details der Ausgestaltung im Einzelnen muss man diskutieren. Aber nicht über die Sinnhaftigkeit im Grundsätzlichen.

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