Bis 2050 leben 80% der Europäer in Städten. So eine Prognose der Vereinten Nationen. Wohlstand, Unternehmen, Arbeitnehmer und Arbeitsplätze verlegen sich mit der Zeit immer mehr in Städte, was die Urbanisierung auf der ganzen Welt vorantreibt. Gleichzeitig ist Wohlstand nicht gleichmäßig verteilt und die Schere zwischen Arm und Reich ist in Städten meistens größer. Viele Großstädte haben Stadtviertel, die mit Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit zu kämpfen haben. Wie kann das Leben in diesen Vierteln aufgewertet werden?

Kann Technologie das Problem lösen? Natürlich gibt es nicht die eine Lösung, die für jede Stadt, geschweige denn für jedes Stadtviertel, funktionieren wird. Gibt es aber dennoch Projekte, im öffentlichen oder privaten Sektor, die einige dieser Herausforderungen mithilfe von Innovation, Unternehmertum und neue Technologien lösen wollen? Wir haben mit Menschen gesprochen, die genau solche Projekte und Ideen in drei europäischen Städten umgesetzt haben, in Amsterdam, Brüssel und Kopenhagen.

Wollt ihr mehr über den Einsatz innovativer und technologiegeführter Lösungen zur Revitalisierung von Innenstädten wissen? Wir haben eine Infografik zusammengestellt.  

 

Was denken unsere Leser? Rui, argumentiert, dass eines der größten Probleme in innerstädtischen Vierteln die hohe Arbeitslosenrate ist, vor allem unter junge Leuten. Können innovative, lokale Projekte dabei helfen, Arbeitsplätze zu schaffen?

Das haben wir Ibrahim Ouassari gefragt, Mitgründer von MolenGeek, ein in 2016 gegründetes Projekt, das lokale Start-ups und Unternehmsgründer unterstützt und Bildungsangebote im Bereich Programmieren und Entwicklung anbietet. Das Projekt wurde in Molenbeek ins Leben gerufen (ein für seine hohe Arbeitslosen- und Armutsquote bekannter Brüsseler Stadtteil). Welche Erfahrung hat er gemacht?

Wir haben zudem mit Julie Foulon gesprochen. Sie hat das MolenGeek-Projekt zusammen mit Ibrahim Ouassari gegründet. Was sagt sie dazu?

Unser Leser Kaj merkt an, dass Städte zwar als Versuchslabore für innovative Projekte genutzt werden können, aber dass Transparenz und Verantwortungsbewusstsein nicht vergessen werden dürfen. Sollten Experimente mit innovativen Lösungen mal nicht erfolgreich sein, müsste sichergestellt sein, dass die Städte darüber auch berichterstatten und ihre Ergebnisse und Lerneffekte mit anderen Städten teilen.

Diese Frage haben wir Marius Sylvestersen gestellt, Programm-Manager beim Copenhagen Solutions Lab in Dänemark. Im Jahr 2016 wurde ihr „Street Lab“ gegründet, ein Labor im Zentrum von Kopenhagen, in dem neue Lösungen unter realen Bedingungen getestet werden können, bevor sie möglicherweise in größere Bereiche der Stadt eingesetzt werden. Als jemand, der für die Erprobung innovativer Ideen für eine europäische Großstadt zuständig ist, was würde er Kaj sagen?

Die Entwicklung neuer Lösungen erfordert gut austarierte, systematische und zielgerichtete Experimente. Deshalb haben wir die „Street Labs“ entwickelt, um Ideen zu testen und zu demonstrieren, bevor sie in der gesamten Stadt eingesetzt werden. Die „Street Labs“, wie wir sie nennen, liefern eine wichtige Grundlage für die Entscheidungen über Investitionen in neue Technologien.

Wichtig für Experimente ist, dass einige von ihnen scheitern werden. Somit wissen wir besser, welche Art von Lösungen auf größere Bereiche der Stadt angewendet werden können und welche Schwierigkeiten es bei der Implementierung neuer Technologien gibt. Als wir „Street Lab“ ins Leben riefen, sagte der Bürgermeister in seiner Eröffnungsrede: Wenn es nicht hin und wieder schief geht, besteht die Chance, dass ihr nicht mutig genug wart.

Ein weiterer Kommentar kommt von Stephane. Er findet, dass es zu teuer ist, innovativ nach Lösungen für die Probleme von Städten zu suchen. In Europa gibt es für solche Dinge auf kommunaler Ebene keine Mittel. Hat er Recht dazu, so pessimistisch zu sein?

Das haben wir Ger Baron gefragt, Leitender Direktor für Technologie der Stadt Amsterdam. Seine Stadt hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben mit Hilfe von technologischen und datengesteuerten Lösungen „besser und komfortabler“ zu gestalten und die Herausforderungen des Alltags von Staus bis zur Nachhaltigkeit intelligent anzugehen. Aber haben Städte wirklich das Budget, um mit innovativen neuen Lösungen zu experimentieren?

Ich finde, dass Städte unglaublich viel Geld haben und Unsummen für Unsinn ausgeben. Es gibt also eine Menge Spielraum, um die Dinge anders zu machen. Wir sprechen auch nicht davon, zusätzliche Dinge zu tun. Sondern, vielmehr Dinge anders zu machen, als wir es bisher getan haben. In diesem Fall wäre ein gewisses Maß an Vorabinvestitionen logisch, und es ist natürlich logisch, nicht in theoretische Forschung über Dinge zu investieren, die in 25 Jahren eine Rolle spielen könnten. Wir sprechen über Dinge, die ein wenig näher am Markt sind und unsere Innovationen nutzen in der Regel bereits existierende Technologien und Innovationen, so dass es eher „Prozessinnovation“ als „Technologieinnovation“ ist. Ich denke, das sich das ziemlich leicht umsetzen lässt, indem Sie nicht mehr investieren, sondern anders investieren. Ich stimme ihm also nicht zu.

Wie können wir innerstädtisches Leben aufwerten? Können Innovationen und Technologien dabei helfen, Kriminalität und Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und Nachhaltigkeit zu fördern? Was ist eure Meinung dazu?

 

Foto: (c) BigStock – jamesteoh
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