Wird Europa zur Tourismus-Hölle? Laut der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen waren im Jahr 2017 schätzungsweise 1,3 Milliarden Menschen als Touristen unterwegs. Über die Hälfte davon reiste durch Europa. Das weltweit beliebteste Reiseziel war Frankreich mit fast 90 Millionen Touristen im Jahr 2017, Spanien belegte mit 82 Millionen Touristen den zweiten Platz und Italien war mit 58 Millionen ausländischen Besuchern ebenfalls beliebt.

Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftssektor in Europa. Er macht 10 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union aus und hat ein Wirtschaftsvolumen von 342 Milliarden Euro. Jeder 10. Europäer arbeitet in der Branche. Man könnte also meinen, dass der Großteil der Europäer – vor allem Städte und Unternehmen – froh darüber sein sollte, wenn durch den Tourismus Geld in die Kassen strömt. Dennoch gibt es eine Reihe von Gegenbewegungen und Anti-Tourismus-Demonstrationen überall in Europa.

Was ist zu viel Tourismus? Befürworter der Gegenbewegung argumentieren, dass die Touristen es unmöglich für sie machen, dort zu leben. Sie überschwemmen Plätze und Straßen, verdrängen Einheimische aus dem Wohnungsmarkt (nicht zuletzt wegen der steigenden Nachfrage von Airbnb), und treiben die Preise hoch. Sie verursachen Müll, sind betrunken verhalten sich unpassend oder störend.

Das Problem liegt teilweise darin, dass sich die Besucher nicht gleichmäßig über Europa verteilt. Manche Orte, wie Paris, verzeichnen Millionen von Touristen, während andere weniger Touristen verbuchen. In den Niederlanden, in denen im Jahr 2017 fast 18 Millionen internationale Besucher verzeichnet wurden, verteilt man am Amsterdamer Hauptbahnhof Virtual-Reality-Brillen, die den Touristen einen kurzen Einblick in das Leben außerhalb der niederländischen Hauptstadt geben, in der Hoffnung, dass diese umkehren und den Rest des Landes erkunden.

Zerstört Tourismus unsere Städte? Wird Europa zur Tourismus-Hölle? Treiben Touristen die Mietpreise in die Höhe und verdrängen die Einheimischen? Oder ist der Tourismus ein wichtiger Teil unserer Wirtschaft? Was sagt ihr dazu? Schreibt uns eure Kommentare und wir geben sie an Europas Entscheidungsträgern und Experten weiter, um ihre zu hören.

Foto: Wikimedia (cc) – Wolfgang Moroder



2 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

  1. avatar
    Christian

    Das einzige was die Mieten nach oben treibt ist der einseite Bau, von.ä Luxus-Betongold durch die neolibarberalen Abzocker-Fonds und sogenannte “Investoren“.

    Was soll Tourismus damit zu tun haben?

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