Warum kommen die großen App Innovationen aus den USA oder Asien? Das EU-Mitgliedsland mit dem größten App-Markt ist zurzeit Großbritannien mit circa 450 Firmen, gefolgt von Deutschland mit ungefähr 300 Firmen. Das ist im Vergleich mit den USA (1.500 Firmen) und China (770) nicht besonders viel.

Der App-Markt war 2016 143 Milliarden Dollar wert, Tendenz steigend. Das ist vor allem beeindruckend, da die ganze Technologie noch relativ jung ist. An den Apple App Store und Google Play haben wir uns längst gewöhnt, auch wenn sie erst 2008 „eröffnet“ wurden. Zusammen kontrollieren sie 99 Prozent des Marktes. Wie soll da noch eine europäische Firma aufholen?

In unserer Infografik haben wir ein paar Fakten für euch zusammengestellt.

Debating Europe hat sich im Juni auf einer Konferenz in Brüssel zur EU App Wirtschaft für euch umgehört und eure Fragen gestellt.

Wir fragten den Sozialdemokraten Emilian Pavel aus Rumänien. Wie schätzt der Europaabgeordnete die Konkurrenz aus den USA und Asien für Europa ein? Wurde Europa abgehängt?

Nein, uns liegen Zahlen vor, nach denen wir mehr App-Entwickler als die USA haben. In Relation zur Bevölkerung haben wir natürlich weniger, aber Europa ist führend auf diesem Gebiet. Wir müssen aber trotzdem noch mehr machen und unser großes Potential ausnutzen. Verglichen mit anderen Regionen können wir sicher noch mehr Potential ausschöpfen. Dabei steht die Sicherheit unserer Bürger aber an erster Stelle.

Für eine weitere Sichtweise fragten wir Lie Junius, sie arbeitet für Google in Europa.

Das ist eine brillante Frage, die Antwort ist aber Nein. Schauen wir mal 12 Jahre zurück, damals gab es noch keinen App-Markt. Heute haben wir diesen dynamischen Markt mit 2 Millionen Beschäftigten. 40 Prozent der besten Apps kommen aus Europa. Darauf können wir stolz sein, ich sehe die Entwicklung sehr positiv. Europa geht voran!

Wir haben auch direkt bei den App-Entwicklern nachgefragt. Michela Palladino ist die Direktorin der Developers Alliance, eine NGO, die sich für die Interessen der Entwickler einsetzt. Sind die Europäer weniger innovativ oder was hält sie zurück?

Ich glaube, dass die europäische App-Wirtschaft sich sehr gut entwickelt. Es ist ein Bereich, der sehr schnell wächst, zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt und viele Jobs schafft – allein in Europa 1.64 Millionen. Damit liegen die USA nur knapp vor Europa.

Problematisch sehe ich eher die Gesetze, die Entwickler einschränken. Vor allem die kleineren Spieler des Markts werden bei dem Gesetzgebungsprozess nicht genug angehört, müssen dann aber die Gesetze umsetzen. Sie sollten mit an den Verhandlungstisch.

Wir erhielten auch noch einen Kommentar von Oliver, der sich viel mehr Investitionen in die digitale Infrastruktur wünscht. Schließlich brauchen wir für Apps einen preiswerten, schnellen und flächendeckend verfügbaren Internetzugang. Ist das auf der Agenda der EU?

Es liegt ein Plan der Kommission vor, dass mindestens eine Stadt pro Mitgliedsland noch bis Ende dieses Jahres über 5G Internet verfügen wird. Bis zum Jahr 2020 müsste die Infrastruktur eigentlich erledigt sein.

Wir müssen eher darüber nachdenken, wie wir öffentliche Investitionen mit privaten kombinieren.

Hinkt Europa beim App Geschäft hinterher? Wie können die Europäer aufholen? Brauchen wir mehr Investitionen in die digitale Infrastruktur in Europa? Was denkt ihr? Wir stellen den Experten eure Fragen!

Foto: (c) BigStock – bigtunaonline

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