Europa ist bei genmanipulierten Lebensmitteln hin- und hergerissen. Es gibt viele Regeln und ein Zulassungsverfahren auf EU-Ebene. Zusätzlich dürfen die Mitgliedsländer noch selbst entscheiden, welche Produkte sie zulassen wollen und welche sie verbieten. Länder wie Deutschland sind extrem skeptisch. Spanien begrüßt wiederum genveränderte Organismen (GVOs).

Was glauben die Bürger? Eine Eurobarometerumfrage von 2010 bezeugt eine skeptische Grundhaltung. 59 Prozent der Europäer glauben, dass GVOs als Lebensmittel ein Gesundheitsrisiko darstellen. Eine noch größere Mehrheit lehnt genmanipulierte Lebensmittel als unnatürlich ab und 61 Prozent fühlen sich zumindest unwohl, wenn es um GVOs auf dem eigenen Teller geht.

Sind GVOs sicher? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht drei potentielle Risiken aus:

  1. Das Potential, allergische Reaktionen auszulösen.
  2. Das Risiko eines Gentransfers auf den Menschen, dass also beim Verzehr genmanipulierter Lebensmittel ein Anteil der Gene in den eigenen Körper integriert werden.
  3. GVOs werden unkontrolliert Teil des natürlichen Ökosystems mit unvorhersehbaren Folgen.

Bisher gibt es keine Studien, die den zugelassenen GVOs eines dieser Risiken nachweisen. Auch mussten die zugelassenen GVOs rigorose Tests bestehen, bevor sie in der EU erlaubt wurden. Länder, in denen sich die Bevölkerung schon länger von genmanipulierten Lebensmitteln ernährt, haben bisher keine negativen Langzeitfolgen für die Gesundheit gezeigt. Ist die Skepsis bei uns also übertrieben?

Unser Leser Michael  argumentiert, dass GVOs europaweit verboten werden sollten, weil sie für die Verbraucher gefährlich seien. Stimmt ihr ihm zu oder ist das einfach Angst entgegen wissenschaftlicher Fakten?

Sollten genmanipulierte Lebensmittel in der EU verboten werden? Wir haben eure Abgeordneten im Europaparlament nach ihrer Meinung gefragt und welche Politik sie mit ihrer Partei in Bezug auf GVOs vertreten. Schaut euch ihre Antworten an und stimmt ab!

Linke
 Europaabgeordnete Kateřina Konečná (GUE-NGL):

Auf jeden Fall! Ich glaube, dass es unvorhersehbare Folgen hat, wenn wir fremdes genetisches Material einführen. Und ist es erst aus dem Sack, gibt es kein zurück! Es ist ein hohes Risiko für die Biodiversität und wir wissen, dass biologisches Essen immer mehr von GVOs kontaminiert wird.  GVOs steigern keineswegs Ernteerträge, die Produzenten verstecken GVOs in Tiernahrung und Tierversuche haben die giftigen Effekte von GVOs gezeigt.

Die Auswirkung genmanipulierter Lebensmittel auf die Gesundheit des Menschen ist unbekannt. Und GVOs brauchen massiv Pestizide, Herbizide und Fungizide. GVOs tragen sogar dazu bei, dass noch mehr Pestizide gebraucht werden, das sind hochgiftige Substanzen, die weder verzehrt noch in die Nähe der Wasserversorgung gelassen werden sollten. Ich glaube, GVOs sind sehr, sehr gefährlich und eine schlechte Wette gegen unsere Bevölkerung.

Grüne
Europaabgeordnete Margrete Auken (Grüne, EGP):

Liberale
Europaabgeordneter Nils Torvalds (Liberale, ALDE):

Christdemokraten
Europaabgeordnete Adina-Ioana Vălean (EPP):

Konservative
Europaabgeordneter Jørn Dohrmann (Konservativer, EKR):

Eurosceptics
Europaabgeordneter Stuart Agnew (Europaskeptiker, EFDD):

Nein, natürlich nicht.

Mehr Informationen zu GVO’s findet ihr auf unserer Infografik.

Foto: (c) / BigStockPhoto – Expensive – Portraits: Konečná CC / WikiMedia – Miloš Skácel, Agnew CC / Flickr – Euro Realist Newsletter
Mit Unterstützung durch das Europäische Parlament:

 



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37 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare


  1. avatar
    Sabine

    alles, was wir essen, ist genmanipuliert. lebensmittel gentechnisch zu ändern heißt einfach sie zu züchten. das wird ja ständig gemacht.

  2. avatar
    Roland

    es sollte oben auf den Verpackungen klar erkenntlich sein, wenn min. ein Bestandteil genverändert ist. Wenn jemand den Dreck essen möchte, dann soll er es tun, wir sind ein freies Land. Verbieten würde ich es nicht.
    Was definitiv verboten gehört ist die Ausbringung von genveränderter Samen in die Umwelt. Solches Saatgut sollte nur in hermetisch abgeriegelten Glashäusern ausgebracht werden dürfen.

    • avatar
      Jonas

      ganz deiner Meinung 👍

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    Phillip

    GMO’s sichern langfristig die Ernährung von mehr Menschen ab, und die EU kann sich dem nicht ewig verschließen. Es müssen aber Änderungen im Saatgutrecht mit genetischen Änderungen erwirkt werden, die die Landwirte vor den großen Agro-Konzernen schützen

  4. avatar
    Ute

    Ja, man merkt ja wie die Verblödung Fahrt auf nimmt, wer weiß was da drin ist.

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    Kurt

    Es muss klar und deutlich gekennzeichnet sein, dann kann der Verbraucher selbst entscheiden, was er kauft.

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    Sigrid

    Ja guckt doch mal nach Argentinien da wo genmanipulierter Mais angebaut und mit reichlich glyphosat gedüngt wird häufen sich fehlgeburten schwere Leber und Nierenerkrankungen und Krebs.

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      Jannik

      Glyphosat ist kein Dünger, sondern ein Wirkstoff der die Photosynthese der Pflanzen unterbindet.

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      Sigrid

      Jannik Kleiß ja aber es ist im dünger

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    Wolfgang

    natürlich! Alles was nicht natürlich ist sollte verboten werden…..aber es gibt zu viele Menschen und es wird zu vieles weggeworfen, wir leben in einer IRREN WELT!

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    Daniel

    Wieso sollen durch GVO’s antibiotikaresistente Keime entstehen?
    Im normalfall entstehen diese deswegen, weil durch eine Antibiotikakur nicht alle Keime abgetötet werden und deshalb die Resistenten überleben.

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    Bjonam

    Diese neuen Arten können einen großen Beitrag zum Umweltschutz leisten und den Einsatz von Pestiziden und anderen Ressourcen senken. Von daher sollten Sie nicht verboten aber gut reguliert und strengen Vorgaben unterworfen sein.

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    Christian

    Verboten oder man soll die Patente der Uni München anwenden, die die Transmutagene daran hindern sich frei in der Nahrungskette zu verteilen. Aber dann würden man ja Lizenzen zahlen müssen, was die Beute der gierigen Aktionäre und “institutioneller Anleger“ um ein paar Cent schmälern würde.

    Stattdessen lässt man es lieber zu das die Nahrungsketten kontaminiert werden. Ach, dann kann man ja seinerseits Lizenzen verlangen, wenn man seine Gene im Bio-Mais findet….

    Darum konsequent verbieten.

    Es gibt bessere Methoden… alte Sorten anbauen, Böden mit Mikroorganismen sanieren, Blühstreifen für Insekten und gegen Schädlinge, Brennesseljauche statt Insektiziden und Dünger … und und und….

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