Haben wir jetzt genug vom Plastikmüll? Die Dinge scheinen sich zurzeit zu ändern, Plastikmüll wird immer mehr ein wichtiges Thema und viele wollen ihn so nicht mehr hinnehmen. Überall in Europa werden neue Gesetze diskutiert, eingebracht und auch umgesetzt. Von freiwilligen Initiativen gegen Plastiktüten bis hin zu kompostierbaren Plastik in der Lebensmittelindustrie. Werden diese Anstöße etwas verändern oder kommen sie viel zu spät?
Vor allem in Großbritannien hat die Dokumentationsreihe „Der Blaue Planet“, der BBC in Zusammenarbeit mit der ARD, die Fernsehzuschauer nachhaltig schockiert. Der Dokumentation ist ein Mikroplastikverbot gefolgt, das jetzt in Kraft ist. Die Bilder des Plastikmülls im Ozean haben sogar die Industrie zum Umdenken bewegt. Plastikmüll ist sicher ein Problem, das wir alle gemeinsam in den Griff bekommen müssen.
Was denken unsere Leser? Paul X und Sophie konnten sich nicht auf einen Schuldigen einigen. Während Paul vor allem Plastiktüten und Verpackungen für den Müll verantwortlich macht, sieht Sophie in ihrer Heimatstadt Glasgow viel mehr Flaschen und Dosen als Verpackungsmüll auf den Straßen liegen. Wir haben bei den Experten nachgefragt! Lest ihre Reaktionen auf Pauls und Sophies Kommentare.
Joan Marc Simon ist der Leiter von Zero Waste Europe, einer Organisation, die sich weltweit gegen Müll einsetzt. Sind wirklich Plastikverpackungen Schuld am Plastikmüll?
Sophie hat recht. Plastikverpackungen enden nicht in den Straßen von Glasgow. Verpackungsmüll wird in einer Stadt wie Glasgow gesammelt und wahrscheinlich verbrannt oder aber nach China exportiert. Das bedeutet aber, dass dieser Plastikmüll auf anderen Wegen zu uns zurückkommt, auch wenn wir ihn nicht auf den Straßen sehen. Daraus kann zum Beispiel Mikroplastik entstehen, das in unseren Wasserflaschen schwimmt. Wenn Plastik produziert wird, kommt es über die Umwelt immer wieder zu uns zurück. Daher muss man Plastik recyceln oder von vornherein vermeiden. Wir sagen, wenn du es vermeiden kannst, tu es!
Für eine weitere Perspektive sprachen wir mit David Baker, der als Leiter der Packaging Division von European Plastics Converters die Interessen der europäischen Kunststoff verarbeitenden Industrie vertritt.
Ich glaube, Sophie spricht einen sehr wichtigen Punkt an. Es liegt viel Plastikmüll in unserer Umwelt herum und das besorgt mich als Bürger und aus der Industrieperspektive.
Daher hat sie recht, der Müll, der in unserer Umgebung herumliegt ist oft kein Verpackungsmüll aus dem Supermarkt. Plastikverpackungen werden aus dem Supermarkt mit nach Hause genommen und dann haben sie ihren Zweck erfüllt – sie haben Waren in einem guten Zustand zu dir nach Hause gebracht. In neun von zehn Fällen entsorgst du diese Verpackungen dann im Hausmüll, sie verschmutzen also nicht unsere Umgebung.
Wir fragten noch bei Dianna Cohen nach. Sie ist Gründerin und Leiterin von der Plastic Pollution Coalition, die sich für eine Welt ohne Plastik einsetzt. Sieht sie Plastikverpackungen als Schuldigen am Plastikmüll?
Absolut. Studien zeigen, dass der größte Plastikmarkt Verpackungen sind. Seit den 1950ern bewegen wir uns weltweit weg von langlebigen Aufbewahrungsbehältern hin zu Wegwerfprodukten. Wir müssen wieder zurück.
Es ist wirklich toll, dass Sophie auf ihre Umwelt und die Plastikverschmutzung in ihrer Nachbarschaft achtet. Ich will euch alle dazu auffordern, darauf zu achten. Ihr könnt zum Beispiel die App Litterati nutzen, um die Plastikverschmutzung zu melden. Das hilft uns, die großen Marken mit den Auswirkungen ihrer Produkte zu konfrontieren.
Sollten Plastikverpackungen verboten werden? Sind sie schuld am Plastikmüll? Sollten wir alle mithelfen, Müll zu vermeiden? Was denkt ihr? Wir fragen nach!
Foto: (c) / BigStock – Siriporn2525
Dieser unabhängige Beitrag wurde von der Fondazione Cariplo finanziell unterstützt. Mehr dazu in unseren FAQs.
Sophie hat recht. Plastikverpackungen enden nicht in den Straßen von Glasgow. Verpackungsmüll wird in einer Stadt wie Glasgow gesammelt und wahrscheinlich verbrannt oder aber nach China exportiert. Das bedeutet aber, dass dieser Plastikmüll auf anderen Wegen zu uns zurückkommt, auch wenn wir ihn nicht auf den Straßen sehen. Daraus kann zum Beispiel Mikroplastik entstehen, das in unseren Wasserflaschen schwimmt. Wenn Plastik produziert wird, kommt es über die Umwelt immer wieder zu uns zurück. Daher muss man Plastik recyceln oder von vornherein vermeiden. Wir sagen, wenn du es vermeiden kannst, tu es!
Ich glaube, Sophie spricht einen sehr wichtigen Punkt an. Es liegt viel Plastikmüll in unserer Umwelt herum und das besorgt mich als Bürger und aus der Industrieperspektive.
Absolut. Studien zeigen, dass der größte Plastikmarkt Verpackungen sind. Seit den 1950ern bewegen wir uns weltweit weg von langlebigen Aufbewahrungsbehältern hin zu Wegwerfprodukten. Wir müssen wieder zurück.
8 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare
Wenn es kein Plastik. Mehr geben soll. Dann bitte auch überall. Nicht nur was den kleinen Mann betrifft.
Ich war erst in der Dominikanischen Republik, und dort ist ziemlich viel zugemüllt. Das liegt aber nicht daran, dass sie mehr oder weniger Plastik verwenden – es gibt dort einfach kein gutes System um den Müll zu beseitigen (bezieht sich nicht nur auf Plastik). Wir haben so ein System, und die meisten Menschen benutzen es auch recht konsequent. Klar könnte man sinnvoller verpacken und weniger (Plastik-)müll produzieren, weil das Recycling auch Energieaufwändig ist, aber es komplett abzuschaffen halte ich nicht für sinnvoll. Mal davon abgesehen ist Papier nicht weniger problematisch was die Umwelt angeht
Plastikverpackungen sollen schon erstmals gar nicht fabriziert werden. Die beste Plastikverpackung ist diejenige, die schon mal gar nicht hergestellt wird. Eigentlich sollte ab jetzt sofort, alle Plastikverpackungen für Lebensmittel abgeschaftt werden. Der Verbraucher kauft, was ihm angeboten wird. Wenn ihm keine Plastikverpackung angeboten wird, kauft er diese nicht. Eine ganz einfache Milchmädchenrechnung.
Die beste Plastikverpackung ist diejenige, die gar nicht erstellt wird. Falls die Politik keinen Einfluss nehmen will auf die Herstellung von Platikverpackungen und keine klare Position einnehmen will, dann ist der Verbraucher dran. BOYKOTTIEREN ist das Zauberwort. Jeder soll für sich entscheiden, ob er Plastikverpackungen kaufen will oder nicht. Es muss nicht von heute auf morgen gehen, aber täglich ein bißchen weniger Plastik kaufen, ist schon der erste Schritt in die richtige Richtung.
nö
wieso verpackt man mais in Plastik , verpackt es einfach in Bananankisten
Na das wird ja auch Zeit, hätte vor 20 Jahren schon kommen müssen.
Auch Obst- und Gemüsetüten gehören abgeschafft. Aber es ist ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung.