Präsident Trumps Unzuverlässigkeit ist berüchtigt. Schon während seines Wahlkampfes kündigte er an, dass die Vereinigten Staaten unvorhersehbarer sein sollten: „…Wir sind viel zu gut einzuschätzen. Wir erzählen immer alles. Schicken wir Truppen? Wir sagen Bescheid. Schicken wir noch mehr? Wir geben Pressekonferenzen. Wir müssen unvorhersehbarer werden und wir müssen damit jetzt anfangen.”
Das klingt nach einer Unternehmensstrategie und vielleicht ist sie dort auch effektiv…aber in internationalen Beziehungen? Wenn das Schicksal ganzer Nationen auf dem Spiel steht und nicht nur der Jahresumsatz, scheint der Einsatz zu hoch. Unzuverlässigkeit führt zu Verwirrung, Missverständnissen und Fehleinschätzungen. Sie kann Verbündete entfremden und Rivalen in die Arme treiben. Vor allem so reizbare Gegner wie Nordkoreas Diktator Kim Jong Un stetig zu provozieren, scheint nicht sonderlich klug.
Andererseits hat Nordkorea gerade signalisiert, zu Gesprächen mit den USA bereit zu sein. Auch China will seit 2017 bisher beispiellose Sanktionen gegen Nordkorea mittragen. Die offiziellen Vertreter Pjöngjangs sind sich anscheinend nicht sicher, ob Präsident Trump tatsächlich verrückt ist oder sich nur so verhält. Geht hier die Taktik des Präsidenten auf oder kann er sich nicht anders helfen? Wie auch immer, die Annäherung zwischen Nord- und Südkorea ist sicher zu begrüßen.
Vielleicht geht die Welt mit Präsident Trump auch zu stark ins Gericht. Er kann nicht für alle globalen Missstände verantwortlich gemacht werden und es ist auch nicht so, als hätten seine Vorgänger immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Unter Brack Obamas Amtszeit konnte der Islamische Staat eine kurzlebige aber dennoch brutale Terrorherrschaft über ein großes Gebiet im Nahen Osten aufbauen. George W. Bush führte die Welt in Militärkonflikte in Afghanistan und Irak, außenpolitische Entscheidungen, die heute als desaströse Fehleinschätzungen gelten.
Dennoch richten Trumps regelmäßige Attacken auf demokratische Institutionen wie die Medien, Gerichte und politische Parteien nachhaltig Schaden an. Er erkennt die Gewaltenteilung – und damit Begrenzung seiner Macht – nicht an. Urteilt ein Richter nicht nach seinem Geschmack oder ermittelt das FBI in seinem Umfeld, werden diese Institutionen im Dauerbeschuss verleugnet. Das führt in der Bevölkerung zu einem Vertrauensverlust. Auch Autokraten und Diktatoren werden hellhörig, nutzen sein Vokabular wie Fake News, um Kritik und die politische Opposition zu diskreditieren. Ein auf Fakten basiertes Gespräch mit Präsident Trump scheint aussichtslos.
Die gefährlichste Option wäre wohl, wenn Trump mit seiner Strategie nicht allein bliebe. Was wenn er neue Normen setzt? Es mag von Vorteil sein, der einzige „Verrückte“ am Verhandlungstisch zu sein, aber was, wenn alle nachziehen? Was wird aus den internationalen politischen Beziehungen, wenn sich niemand mehr aufeinander verlassen kann? Es können nicht immer alle gewinnen. Ein Erfahrung, die der Präsident ohne Kompromisse gerade in der Innenpolitik machen muss.
Macht Präsident Trump die Welt gefährlicher? Geht seine Strategie der Unzuverlässlichkeit auf oder wird sie Nachahmer finden, bis keine Kompromisse mehr möglich sind? Schreibt uns eure Ideen und wir fragen bei den Experten nach!
4 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare
sagen wir mal so: Er macht sie nicht friedvoller!
Er macht Politik die seinem Land dienlich ist, das was alle Staatschefs so handhaben sollten.
Eine einzelne Person stellt nie eine Gefahr für die Welt dar, sondern vielmehr das System hinter dieser Person.
Martin Skorny Donald Trump ’nutzt‘ das ihm zur Verfügung gestellte System um die Welt gefährlicher zu machen