Was passiert mit den Sitzen im Europäischen Parlament, die nach dem Brexit frei werden? Das war die Frage, über die Anfang Februar in Straßburg gestritten wurde. Eine Gruppe von Parlamentariern machte sich für den Vorschlag stark, 27 Sitze durch transnationale Listen vergeben. Zwar wurde die Einführung der Listen vorerst abgelehnt, die Debatte wird jedoch, vor allem mit der Unterstützung Emmanuel Macrons, weitergehen.

Doch was sind eigentlich transnationale Listen? Bisher wählt jeder EU-Bürger bei der Europawahl Abgeordnete aus seinem Land, so wird in Deutschland ein Kandidat aus den Reihen der deutschen Parteien wie CDU oder SPD gewählt. Eigentlich besteht also jede Europawahl aus vielen nationalen Teilwahlen mit nationalen Listen. Transnationale Liste aber wären in jedem europäischen Staat identisch. Damit würden Wähler überall in Europa mit ihrer Stimme direkt für gemeinsame Kandidaten der europäischen Parteien stimmen. So könnte ein Deutscher ebenso gut einen Abgeordneten aus Frankreich, Polen oder Italien wählen – natürlich dann auch umgekehrt.

Befürworter der transnationalen Listen argumentieren, diese würden die EU demokratischer und vor allem europäischer machen. Die Abgeordneten wären nicht mehr nur den Wählern aus ihrem Land, sondern allen Europäern verpflichtet. So hätten wir vielleicht bald echte europäische Parteien und einen Wahlkampf mit europäischen Themen. Gegner der transnationalen Listen fürchten aber, dass für die notwendigen Reformen die Zeit bis zur Wahl 2019 fehlt. Auch könnten die Europaabgeordneten noch weiter weg wirken.

Würdest du auch einen Franzosen, Polen oder Italiener wählen? Was denkst du über transnationale Listen? Würden sie zur Demokratisierung der EU beitragen und einen Schritt in Richtung einer echten europäische Politik machen? Oder würden sich die europäischen Wähler nur noch mehr von der Politik entfremdet fühlen? Sag uns deine Meinung!

Foto: cc/ Flickr – European Parliament



14 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Horst

    Wird schwierig, da man ja keinen kennt und gar nicht nach Partei Zugehörigkeit wählen sollte.

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    Robert

    Würden wahlen etwas bewirken wären sie längst verboten…

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    Thorsten

    Für mich zählt, das mir die Person integer erscheint, derer ziele sowie der Hibntergrund bekannt sind.

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    Josef

    Es käme natürlich auf dessen Fachkompetenz an ! Wenn es um Europa geht warum nicht da sollten nationale Ressentiments sekundär sein ! Es reichen schon die nationalen Enttäuschungen und Korruption !

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    Jochen

    Nichts wäre besser, um das Interesse für Nachbarstaaten zu wecken und die Integration in Europa voranzutreiben.

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    George

    Populists of the corrupt failure countries are afraid that their mafia elites will not get elected by their own people. :D

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    Jonas

    Ich bin dafür. Wenn ich sehe was für Pappnasen teilweise im EU-Parlament sitzen dann kann etwas mehr Auswahl sicher nicht schaden. Wer weiterhin Landesinteressen über EU-Interessen stellt, kann ja wie gehabt Abgeordnete aus seinem Land wählen.

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    Hans

    wenn es/sie europäischen Werte vertritt, kein Problem :)

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    Dieter

    Wie sollen wir EU Bürger wählen wenn wir nicht einmal die Deutschen EU Parlamentarier kennen.

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    Klaus

    Warum denn nicht. Ich würde immer denjenigen wählen, der mir als am besten geeignet für das jeweilige Amt erscheint, unabhängig davon, ob er Deutscher, Niederländer, Zyprer oder Portugiese ist….

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