Laut dem Vertrag von Versailles, ist die Frage ganz leicht zu beantworten: demnach galt die deutsch/österreichisch-ungarische Alleinschuld am Ersten Weltkrieg. Doch schon im Rahmen der erfolglosen Appeasementpolitik vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland von diesem Vorwurf entlastet. Bis heute wird die Frage der Schuld am Kriegsausbruch kontrovers diskutiert.

Hundert Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs veröffentlicht Debating Europe eine Serie von Debatten zum Thema. Wir werden mit euch die Ursachen und Folgen des Krieges diskutieren. Was haben wir hundert Jahre später daraus gelernt?

Machen wir es uns zu einfach, wenn wir nach nur einem Schuldigen suchen? Der Imperialismus hatte bis zum Kriegsausbruch Hochkonjunktur, die Konkurrenz um Kolonien, Rohstoffe und „dem Platz an der Sonne“ schafften friedensbedrohende Krisen. Vielleicht haben die Umstände und das Verhalten aller imperialen Mächte in diesen Krieg geführt.

Was denken unsere Leser? Wir bekamen einen Kommentar von Jens, der glaubt, dass die regierenden Eliten auf allen Seiten für den Kriegsausbruch 1914 verantwortlich waren. „Der kleine Soldat und die involvierten Völker waren die Bauern in diesem globalen Schachspiel um die Macht.“

Für eine Reaktion auf seinen Kommentar fragten wir David Stevenson. Er ist Professor für Internationale Geschichte an der London School of Economics (LSE). Was ist seine Reaktion auf Jens Kommentar?

Das stimmt und es stimmt auch nicht. Die Eliten waren für die Kriegsentscheidung direkt verantwortlich, das ist korrekt. Diese Entscheidung wurde von einer kleinen Gruppe von Politikern, Regierungsvertretern und Monarchen 1914 getroffen. Ähnlich sind sie auch für die folgenden Kriegsjahre verantwortlich, weil sie keinen Frieden schaffen konnten.

Es ist aber ein Missverständnis zu glauben, dass der Krieg gegen den Willen der Bevölkerung so lange weitergehen konnte. Die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass der Krieg von den Menschen unterstützt wurde. Das bedeutet nicht, dass der Krieg beliebt war oder es noch romantische Vorstellungen gab…

Ich glaube, der Krieg wurde von den Eliten Europas verursacht aber von der Bevölkerung mitgetragen. Die Leute glaubten, dass der Krieg angebracht und notwendig war. Deshalb konnte er so lange weitergehen.

Für eine zweite Meinung fragten wir auch bei Professor Volker Berghahn nach, der an der Columbia University Geschichte lehrt.

Ich stimme Jens zu. Auch wenn wir „herrschende Elite” etwas eingrenzen müssen. Es waren militärische und politische Akteure, die Europa in den Abgrund stürzten. Die Wirtschaft war zutiefst entsetzt. Sogar Vertreter der Waffenindustrie wie Krupp befürchteten einen Zusammenbruch des weltweiten Wirtschaftssystems.

Wenn es jetzt um „die kleinen Leute“ geht, hat Jens recht. In Deutschland gab es bereits 1914 Friedensdemonstrationen in großen Städten wie Berlin, welche die Österreicher von einem Krieg auf dem Balkan abhalten wollten. Das gleiche gilt auch für andere Länder. In Frankreich gab es eine sozialistische Bewegung gegen den Krieg, da befürchtet wurde, dass gerade die normale Bevölkerung hohe Verluste bei einem Krieg verzeichnen würde. Genauso kam es dann auch…

Wer war schuld am Ersten Weltkrieg? Ist die These der alleinigen Kriegsschuld inzwischen vom Tisch oder noch Thema? Was meint ihr?

Foto: CC / Wikimedia – Wellcome Library, London



60 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Thorsten Kann

    Kurz: Mir wurscht welches Kind zuerst mit Sand geschmissen hat. Der Sandkasten wurde schon zweimal verwüstet und ab sofort kommt das nicht mehr in die Tüte. Klar !

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      Matze Stein

      Kann ja durchaus sein, daß es für dich keinen Unterschied mehr macht. Aber deine Großmutter hatte als junges Mädchen sehr darunter gelitten, daß die Siegermächte nach WK1 entschieden haben, Deutschland sei alleine daran schuld und es zu Wiedergutmachungsleistungen zwangen – was dann während der Weltwirtschaftskrise in den 20gern viele unschuldige Menschenleben forderte.

      Mag also sein,d aß es für DICH heute keinen Unterschied mehr macht – aber findest du nicht, daß du es deiner Oma schuldig bist wenigstens klar zu stellen, daß man ihr und ihren Eltern damals großes Unrecht antat?

      Natürlich kenne ich deine Oma nicht – aber ich kann mir nur schwer vorstellen, daß sie desinteressiert den Mund gehalten hätte, wenn dir in Kindertagen ihr Nachbar offensichtlich fälschlich vorgeworfen hätte in sein Haus eingebrochen und Schmuck gestohlen zu haben. Vermutlich hätte sie dich vor den falschen Anschuldigungen beschützt. Oder?

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      Canberk Ergin

      Anschuldigungen ? Der 1 Weltkrieg wurde von den deutschen lange geplant und maßgeblich auf die ganze Welt ausgeweitet. Ich empfehle es die Geschichte zu recherchieren vorallem die Arbeit der deutschen Spione damals, die Zimmermann Depesche, das Bomben Attentat in New York, oder wie durch Jahrzehnte lange Planung das Osmanische Reich in den Krieg getrieben wurde. Hier Mal ein erster Anstoßpunkt zur Recherche… http://www.sueddeutsche.de/politik/ausbruch-des-ersten-weltkriegs-wie-deutschland-den-krieg-plante-1.1903963

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      Gabriel Stroe

      Canberk Ergin klar, die Deutschen haben es sich rechtzeitig überlegt, wie sie dem vorhersehbaren Überfall Russlands und Frankreichs zuvorkommen können. hat ihnen halt nichts gebracht

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    Josef Besel

    Wenn interessiert das noch wer schuld ist am 1. WK ! 1914 begonnen und 1918 beendet !

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    Michael Herberts

    Richtig Herr Zander . Und wer der Frage dennoch auf den Grund gehen möchte : Christopher Clark : “ Die Schlafwandler “ , dort werden alle Fragen beantwortet .

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    Hans Meierding

    Es währe ein leichtes gewesen den 1. WK zu verhindern. Das Attentat hätte mit Willen und Diplomatie gelöst werden können.
    Doch die Zeichen unversönlichen Nationalismus standen auf Krieg, den ihre Nationen wollten, mit Hurra zu den Waffen.

    Das Ende war klar und schrecklich. Wie schrieb Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues

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      Dennis Eidberger

      Ich würde sagen schuld waren alle da jeder Willens war diesen Krieg zu führen. Jeder meinte er sei der stärkste und würde den Nachbarn dank neuester Technik einfach überrennen . Weit gefehlt…..

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      Jan Kosanetzki

      Propaganda inbegriffen daher voll ok 👌

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      Stefan Schröter

      Wird es mit multiethnischen bzw. multinationalen Staatsgebilden keinen Krieg mehr geben? KuK Monarchie fiele mir dazu ein, als Beispiel. Das war alles andere als ein homogener Nationalstaat. Siehe Thema…

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    Steffen Maximilian Ebener

    Jede Menge Interressenkonflikte, unbedachtes Handeln, überzogener Stolz und auch eine Prise Naivität.

    Der 1. WK ist noch deutlicher multikausaler als der 2.

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    Hans

    Die Zeit war für den großen Krieg reif, die Menschen wollten ihn,egal ob Engländer, Deutsche, Österreicher etc.

    Den ‚kleinen, friedensliebenden Soldaten‘ gibt es, wie Erich Maria Remarque eindrucksvoll zeigt, nicht!
    .
    Dumpfer Nationalismus und betäubendes Volks und Vaterlandsgebrabbel führte die europäischen Nationen in die totale Zerstörung.
    .
    Mit Vernunft und Diplomatie hätte der Beginn der Katastrophe, Sarajevo, verhindert werden können.
    .
    Eliten haben nur dann Erfolg wenn sie umjubelt werden. D kennt sich da ja am Besten aus.
    ,
    Von wegen Eliten verführen uns.

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    Conny

    Deutschland wurde vorsätzlich in den Krieg eingezogen.Ursache war der Neid auf Deutschland.das ist historisch mehrfach bewiesen! Der nachfolgende Versailler Vertrag diente dazu, Deutschland für alle Zeiten in die Knie zu zwingen. warnende Stimmen,das dieser Vertrag schon die Saat für den nächsten Krieg beinhaltet,wurden geflissentlich überhört.
    Fazit: Deutschland ist unschuldig.

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      Peter

      Das ist leider Blödsinn, Wilhelm in all seiner Großmannssucht *wollte* eindeutig diesen Krieg. – Allerdings war die Vorstellung vom „Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ (Clausewitz) in ganz Europa zum Erhalt oder zur Förderung eigener Machtinteressen generell verbreitet.
      Lloyd George verharmloste das Ganze mit seiner Bemerkung, die Beteiligten seien in diesen Krieg unglücklich „hineingeschlittert“. Schuldlos ist daran keiner der beteiligten Staatsführer.

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      Johannes

      Was glauben sie wohl was Deutschland den anderen Ländern bei einem Sieg im 1. WK aufzwungen hätte. Sicher auch nicht wenig ( siehe 1870er Krieg).

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      Andrej

      Man kann ja durchaus diskutieren imwiefern welche Länder eine Kriegsschuld haben aber zu behaupten das Deutschland unschuldig war ist ja wohl eine ziemlich respektlose , verwöhnende und einfach falsche Behauptung. Das Deutsche Reich unter der Führung Preußens mit seiner militaristischen Doktrin hat eindeutig darauf zugesteuert.

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      Christian

      schau dir doch mal an was für Forderungen nach dem Krieg an Deutschland gingen. Das steht in keinem Verhältnis mehr.
      Zudem gab es 1916 Friedens Angebote seitens Deutschland. Aber die Entente wollte weiter schlachten.

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      Conny

      Tja, Leute, diesen Blödsinn, an den viele Kommentatoren glauben, habe ich auch mal geglaubt, weil wir in der Schule so indoktriniert wurden, Aber dann habe ich angefangen zu recherchieren. Viele Dokumente sind heute keine verschlußsache mehr und deswegen zugänglich.
      Die kriegshetze seitens Englang und Frankreich war unerträglich. Aber es ist ja so einfach, den uninformierten Deutschen bis in alle Ewigkeit die Generationen mit einer Schuld zu belasten, die sie nie hatten!
      Deutschland hatte an dem 1. WK keinerlei Schuld Basta.

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      Sascha

      Ihr habt wohl die IG Farben vergessen meiner Meinung nach und es gibt ja auch Beweise dafür sind die die Hauptverantwortlichen für den Zweiten Weltkrieg den erst als die die Raketen erfunden und entwickelt haben ging der zweite Weltkrieg los

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      Conny

      Ich empfehle das Buch
      1939 der Krieg hatte viele Väter..
      Das ist eine wunderbare Recherche… so manch einen Leser würde sicherlich der Weg der Wahrheit aufgetan

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    Tatjana

    Siehe Martin Luther….er war ein Verräter. Kein Held….oder doch aber nur für DIE.

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    Georg

    Den Krieg…wie seitdem dauerhaft…haben die verschuldet,die daran verdienen…damals wie heute die gleichen…Krieg ist ein Wirtschaftszweig

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    Dennis

    Ho ha, fast. Die historischen Fakten und die Tatsachen sprechen da allerdings eine deutlichere Sprache. Nur fehlt, aus Mangel an Objektivität, oft der Durchblick. Der napolionische Krieg war der Auslöser für den Verfall der Monarchie in den katholischen Regionen wo seit dem Mittelalter die Bürgerlichen sich an die Macht puschten. Erst durch die Stadtstaaten und dem Ständerecht verlor der Adel nach und nach Steuereinnahmen und deren Steuereintreiber wurden von den Spießbürgern der freien Städte abgeschlachtet. Daraus entstand die Elite der bürokratischen Bürgerschaft. Diese hielten schon immer in den katholischen regionen an der Leibeigenschaft und der Sklaverei wie dem Ständesystem bis heute fest. Trotz der Freistaaten nach 1812, herrschte dort eine Art feudal bürgerliche Adelstruktur, nicht so wie in den protestantischen Regionen. Dieseversuchten bei der so genannten Revolution in den katholischen Regionen den Schulterschluß mit den protestantischen Regionen um 1848 und versuchten den preußischen König zur so genannten Reichseinigung zu überreden oder notfalls zu zwingen. Die Industrielle Revolution war da längst im gang und der Ruhrpott war für die Stahl und Kohle Barone die Goldgruppe schlecht hin. Die katholischen feudal Bürgerschaften verkauften die Monopolrechte und die Arbeiterschaft an die Industriellen für Politische Macht durch Geld sprich Kapital und versuchten so den preußischen König zur reichseinigung zu zwingen. Als dieses auf Grund des jüdischen und protestatischen sprich Hugenotten Kapitals nicht gelang und die katholische Bürger Zentrumspartei in Preußen verboten wurde, erinnerte sich die katholische Bürgerschaft an ihr Monopol seit den Reformationskriegen und den Inquisitionen über die Presse und Medien. So Zettelten sie bereits 1848 Unfrieden zwischen den französischen und deutschen, meist katholischen Arbeitern. Heinrich Heine war Zeitzeuge und kann richtig interpretiert auch so verstanden werden. 1869 nahm es dann seinen Lauf und der deutsch Französische krieg wurde von der katholisch kontrollierten Presse provoziert und angestiftet. Die Industriellen bekamen ihre leibeigenen und Sklaven wie das Monopolrecht auf den Ruhrpott und die elite der faschistisch katholischen Polit Bürgerschaft ihre Unterstützung und die Reichseinigung. Als Preußen weiterhin nicht klein bei gab, wurde über die bis heute von den faschistisch katholischen elite Bürgerschaften der 1. Weltkrieg angezettelt. Zum Teil auch von den Industriellen wie Thyssen krupp und Siemens die Preußen für die Arbeiterfreundliche Politik geradezu hassten. Die faschistisch katholisch kontrollierte Presse provozierte und inszenierte auch hier wieder den Anfang vom Ende um Preußen zu entmachten und einen faschistisch katholischen Staat zu gründen. Die Folge war die Absetzung des Kaisers und die Ermordung der Kaiser treuen Matrosen. Dann am der 2. Weltkrieg als Folge der Machtergreifung der faschistisch katholischen Eliten der Politbürgerschaften mit dem Geld der monopolisierten Industrie Europas. Der 2. Weltkrieg war schlicht nicht Deutschland gegen den rest der Welt, sondern ging um die Machtergreifung der faschistisch katholischen Bürgerschaften in der gesamten westlichen Welt. Zu sehen an den Faschistichen Elite Politbürgerschaften der Industrie und der syncronisierten Presse in der westlichen Welt. Dieses wird erst jetzt alles sichtbar durch den kontrollverlust der Katholiken über die Medien und Presse. Die Folgen werden unter umständen schlimmer werden als die 3 Kriege zuvor. Das Dritte Reich hieß nicht umsonst drittes Reich und die EU wird nun das Vierte reich nach dem Imperium Romanus.

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    Christian

    Das ist doch allgemein bekannt dass das deutsche Reich in den Krieg getrieben wurde weil es wirtschaftlich zu erfolgreich war ohne anderen dabei zu schaden wie es zB die Briten und Franzosen getan haben.

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      Christian

      was ist daran falsch?
      Ach so ja stimmt. Die deutschen Weltherrschaftspläne. Wie konnte ich das nur vergessen. Schließlich war es das deutsche Reich in dem nie die Sonne unterging. 🤷‍♂️

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    Larry

    WWI did not end in 1918; all it did was pause for a new generation and what became WWII was just a continuation of WWI.

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    Willi

    .. alle diese Patrioten … die in Glauben an das „Vaterland“ sich von einem Herrscher in den Krieg schicken lassen …
    … denn es gilt nachwievor … der Soldat ist der Depp der Politik / Eliten …

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    Kornelia

    Was für faschistoides Geschwafel.

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    Leonhard

    An einem Krieg gibt es keine die oder der ist Schuld.Schuld ist jeder Einzelne wen er nicht Nachdenkt nur alles Mitschwafelt was die Kriegstreiber wollen.Das Dumme ist nur Du wirst schon alls Kind so Erzogen wer Freund und Feind ist.Nur so lässt sich auch Machtgehabe und Gebietsanmassung Vergrössern.Zumindest zu damaliger Zeit in Europa.Ich Denke die Meisten Europäer Wünschen keinen Krieg mehr.Dafür Verkaufen Sie mehr Waffen an Kriegerische Aueinandersetzungen,Deshalb auch die Flüchtlingsströme.Alle wollen Dorthin wos Besser ist zum Leben.Nicht zu Vergessen Europa ist halt Näher alls Amerika.

  16. avatar
    Johann

    , richtig .Wenn man alte Historische Film Dokumente sieht , dann wird man die Begeisterung des Volkes für den Krieg sehen . Und auch der 2WK beweist das . Wollt ihr den Totalen Krieg ? Und das VOLK schrie „JAAA“ .

  17. avatar
    Leonhard

    Menschen können manchmal trotz Intelligenz Ganz schön Blöd sein.Heute Wissen wird man Darf sich Nie Einlullen lassen so wie Es die AFD Heute wieder tut.Alles Runtermachen Schlecht Reden und Über Zugewanderte Hetzen bis es geht nicht mehr.Das da sich 2015 viele Terroristen Einschlichen hat sich Bestätigt.Das war der Hass Anderst rum,gegen alles was Deutsch ist.Leider aber nicht jeder.

  18. avatar
    Patrick

    die die zuerst mobilgemacht haben.. ;)

  19. avatar
    Andre

    Den Kolonialmächten Frankreich und England sahen das Deutsche Reich als Konkurrenz an

  20. avatar
    Michael

    Der erste Weltkrieg war das Ergebnis der Niederlage Frankreichs 1871 und der schnellen Industrialisierung, gerade im Militaersektor in Deutschland seit 1860. Das hat Friedrich Engels schon voraus gesagt. Dazu muss man nicht noch heute rumwurschteln. Der 1.WK war ein Massenschlachten von Menschen und war schon schlimm genug.

  21. avatar
    Uloisius

    Österreich-Ungarn, Deutsches Reich, Russland, England & Frankreich haben den Weltenbrand gemeinsam entfacht. Ehrenworte, Versprechungen, Dickköpfigkeit & verwandschaftliche Beziehungen (vor allem beim Adel) galten weit mehr als der Frieden und das Leben von Millionen …

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      Christian

      naja dazu muss man ergänzen dass das deutsche Reich die einzige Partei war die noch für den Frieden gekämpft hat weil überhaupt gar kein Interesse an einem Krieg bestand.
      Und wer hier mit Angriffsplanungen usw kommt, ja natürlich bereitet man sich auf den Ernstfall vor. 🤷‍♂️
      Wenn man von mehren Leuten angegriffen wird wartet man doch auch nicht bis alle bereit sind sondern versucht sie einzeln auszuschalten.

  22. avatar
    Elisabeth

    Ja aber wer beeinflusst die kleinen Leute. Zwang wird immer von Oben nach Unten ausgeübt. Der Fisch fängt ja bekanntlich vom Kopf aus an zu stinken. Vielleicht sollte der kleine Mann dem großen mal was husten ,nach dem Motto: ‚Stell dir vor es gibt Krieg und keiner geht hin.

  23. avatar
    Elisabeth

    Davon abgesehen gibt es auch die Finazies der Kriege. Solange Geld und Reichtum mehr zählen als Einigkeit z. B. die Einigkeit Europas oder der Menschheit läuft diese in Gefahr sich am Ende selber auszurotten.

  24. avatar
    Marco

    So ein großer Krieg hat immer viele Väter. Das gilt für WKI genauso wie für WKII. Allein Deutschland alles in die Schuhe schieben zu wollen, dass machen (auch heutzutage) nur noch Ideologen. Die historische Wissenschaft ist da um einiges weiter…

  25. avatar
    Davo

    Müsdten noch Monarchien ( Habsburger) und Rusiche Kaiser abgeschafft werden

  26. avatar
    Marco

    Finde die Reihe toll! Was gut deutlich wird, ist, dass auch unter den Experten nicht zwingend Einigkeit herrscht!

  27. avatar
    Heinrich

    Die Fakten sind doch längst bekannt. Was soll die Frage ??

  28. avatar
    Hans

    Das nationalistische Deutschland und europäische Nation waren im Kriegtaumel und wollten Krieg.
    .
    Den ekelhaften Nationalismus hat Erich Maria Remarque deutlich beschrieben.
    .
    Ebenso Christopher Clark, Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog.
    .
    Geschichtsfälschung hat nur für AfD/NPD Konjunktur.

  29. avatar
    Elisa Schrader

    Liebe Leser/innen und Mitdiskutierende,
    Bevor ich meine eigene bescheidene Meinung zu dieser kontroversen Thematik darbiete, möchte ich zunächst einmal anmerken, wie gespannt ich beobachte, dass auch Experten eines Fachgebietes in manchen Fällen nicht auf ein gemeinsames Ergebnis kommen, was meine These unterstützt, dass viele Problematiken, die das Leben mit sich bringt, uns leider nicht in Form von multiple Choice Fragen begegnen. Der Mensch versucht, auf alles eine Antwort zu finden, im besten Falle sollte diese „ja“ oder „nein“ lauten. Das macht es einem oftmals einfach, sich die Welt zu erklären, bringt aber leider auch den unerwünschten Nebeneffekt eines Schwarz-Weiß-Denkens mit sich. Auch bei der Frage nach der Schuld am ersten Weltkrieg ist dieser Effekt zu verzeichnen:
    Nach Beendigung des Krieges war schnell ein Buhmann gefunden: Deutschland. Und Deutschland sollte noch viele Jahre der Schuldträger dieses Krieges bleiben. Schließlich war es ja auch Kaiser Wilhelm II., der nach dem Attentat in Sarajewo eine Blankovollmacht an Österreich ausstellte, ihnen also versicherte, ihnen bei allen Entscheidungen den Rücken zu stärken und sie somit quasi ermutigte, einen Krieg hinzunehmen. Aber gehören zu einem Streit nicht immer zwei? Oder vielleicht sogar sechs?
    Bevor ich nun auf das Verhalten der einzelnen Beteiligten eingehe, möchte ich zunächst auch damalige Werte- und Normvorstellungen beleuchten. Auch wenn sich das Bild vom Krieg mit der Jahrhundertwende geändert hatte, wurde er noch lange nicht so moralisch verworfen, wie in der heutigen Zeit. Er galt als legitimes Mittel der Politik, um eigene Interessen durchzusetzen. Auch war ein Einflussfaktor das damalige Bild von Frau und Mann. Frauen in der Politik gab es nicht und die Elite war geprägt von toxischer Maskulinität, die sich in übertriebener Bedeutung von Ehre, Stärke und Macht widerspiegelte: Brennstoff für den europäischen Konflikt, der sich in den letzten Jahren zugespitzt hatte.
    Mit dem vorangegangenen Kolonialismus zeigte sich ein weiteres grundsätzliches Problem, das einen Krieg ungemein begünstigt: das unendliche Verlangen des Menschen. Glückseligkeit gibt ihm nur das Erlangen eines Gutes, diese ist allerdings von kurzer Dauer und stellt nur den Weg zum nächsten Verlangen dar. Wir Menschen haben nie genug, wollen immer mehr, sind weder zufrieden mit uns selbst noch mit unserer Umwelt und fühlen uns in Folge dessen ungerecht behandelt, da wir das Gefühl haben, anderen ginge es besser. Dies führt zur Legitimation dessen, anderen etwas zu nehmen: Brennstoff für den Konflikt.

    Aber widmen wir uns nun den einzelnen Ländern und ihren Aktionen, bzw. Reaktionen. Unumstritten dabei ist der Auslöser für diesen Krieg: das Attentat auf das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar in Sarajevo (Serbien). Auch Fakt ist, dass dieses Attentat nicht von der serbischen Staatsführung selbst ausging, sondern der Mastermind hinter dieser Unternehmung der Chef des serbischen Militärnachrichtendienstes war. Aber kann man deswegen jegliche Schuld von Serbien weisen? Wohl eher nicht, denn Serbiens Staatsführung hätte den Krieg, rein spekulativ, eventuell durch eine strikte Distanzierung von dem Attentat verhindern können, beispielweise durch Entlassung und Inhaftierung von Attentätern, sowie Drahtziehern der Unternehmung. Das taten sie nicht. Das darauffolgende Ultimatum hielten sie in letzter Minute ein, allerdings befand Österreich-Ungarn die Antwort als unbefriedigend und erklärte Serbien den Krieg. Die Behauptung, Deutschland hätte Österreich-Ungarn in den Krieg getrieben kann also auch nicht ganz richtig sein, denn spätestens an dem Punkt der Einhaltung des Ultimatums hätte ein um Frieden bemühtes Land diesen doch wohl auch versucht zu bewahren?
    Russland trägt meiner Meinung nach seinen Hauptteil der Schuld am Krieg, aufgrund der plötzlichen Mobilmachung seiner Truppen. Damit beginnen auch die Bündnisse zu greifen. Nach Deutschlands Durchmarsch durch das neutrale Belgien und dem verstreichen lassen des Ultimatums, tritt nun auch Großbritannien in den Krieg ein. Dieses hatte Belgien seit 1839 immerwährende Neutralität garantiert und der Eintritt schien somit gerechtfertigt. Allerdings war der Einmarsch in Belgien auch in britischen Kriegsstrategien nicht tabu gewesen. Außerdem hatte Großbritannien sich doch die Jahre zuvor nie in Konflikte eingemischt, die es nicht unmittelbar selbst betraf. Somit kann auch Großbritannien unterstellt werden, andere Interessen bei dem Kriegseintritt verfolgt zu haben. Des Weiteren haben sie ihre eventuelle Chance zur Deeskalation durch unklaren Signalen verspielt. Frankreich ist in Verbindung mit der Schuldfrage vorzuwerfen, dass es durchaus auf eine Revanche gegen Deutschland aus gewesen ist und schon seit einigen Jahren eine Politik der Provokation gegen Deutschland führt, wie es beispielsweise in der Marokkokrise der Fall gewesen ist.
    Abschließend kann man sagen, dass alle Staatsmänner immer die risikoreichsten Optionen wählten und keiner bereit war, einen Prestigeschaden zu Gunsten der Erhaltung des Friedens hinzunehmen. Obwohl man hier hinzufügen muss, dass dies auch nicht der damalig existierenden Norm entsprochen hätte. Den Anschein erweckende Friedensbemühungen entpuppten sich im Nachhinein doch eher als Versuche, nicht als Aggressor aufzutreten und so den Einstieg in den Krieg zu legitimieren. Auch wenn ich nicht allen beteiligten Staaten den gleichen Schulanteil zuweisen würde, so haben doch am Ende allen ihren „Beitrag“ zum Ausbruch des Krieges geleistet.

    Ich freue mich über weitere Anregungen unter meinem Kommentar und bin offen für Diskussionen.

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