In einem Punkt sind sich alle einig: Die Eurozone muss reformiert werden. Jetzt nehmen erste Reformpläne Fahrt auf: Nach dem französischen Präsident Macron fordert auch Kommissionschef Juncker einen europäischen Finanzminister. Aber was wären seine Aufgaben? Wäre ein europäischer Finanzminister einem nationalen ähnlich? Weckt vielleicht schon der Begriff falsche Hoffnungen beziehungsweise Ängste bei anderen?

Nach den Plänen der Kommission soll das Amt eines europäischen Wirtschafts- und Finanzministers neu geschaffen werden. Dieser wäre Vizepräsident der Kommission und Chef der Eurogruppe. Das wäre eine sinnvolle Änderung, da der jetzige Chef der Eurogruppe immer ein nationaler Finanzminister im Wechsel ist. Es gibt sicher auf beiden Ebenen der Politik genug für zwei zu tun! Vor allem sollte die Person keine nationalen mit europäischen Interessen vermengen, sondern für Investitionen in Europa und mehr „Haushaltsdiziplin“ sorgen. Aber wird er oder sie für solche Aufgaben mit genug Befugnissen ausgestattet?

Ein EU-Finanzminister kann für mehr Transparenz sorgen. Die Euro-Gruppe trifft sich seit 20 Jahren, um sich informell abzustimmen. Es gibt für diese Treffen kaum feste Regeln, was natürlich Wasser auf die Mühlen der Populisten ist. So kann schnell der Eindruck einer „geheimen Regierung“ entstehen, die über Griechenland und Spanien schaltet und waltet wie sie will. Ein Amt mit einer zuständigen Person, wäre ein klarer Ansprechpartner für betroffene Länder. Er soll dann auch auch für einen europäischen Währungsfonds zuständig sein, der ähnlich wie der Internationale Währungsfonds, Krisenländer unter die Arme greifen können soll.

Was denken unsere Leser? Denis hat uns geschrieben. Er fordert einen gemeinsamen Finanzminister mit Währungsfonds für Europa. Wir haben bei einem Kritiker der Reformpläne nachgefragt. Der Europaabgeordnete Hans-Olaf Henkel wurde 2014 für die AfD ins Europaparlament gewählt und ist inzwischen Vertreter der  Liberal-Konservative Reformer (LKR). Was sagt er zu Denis?

Brauchen wir einen EU-Finanzminister? Wäre solch ein Amt eine sinnvolle Reform der Euro-Gruppe oder kann der Begriff kaum halten was er verspricht? Was ist deine Meinung? Wir fragen bei den Experten nach!

Foto: cc/ Max Pixel



17 Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

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    Pius Stark

    Nein , oder sollen jetzt die fleißigen noch mehr für die anderen bezahlen ? Das dann der grichische Beamte in der Dienstzeit zum Baden geht und der Grichische Stuerzahler danebensitz und erm des wursd is , nach den Motto der dumme Norden zahlt schon , Is nichts gegen die Grichen , aber leider a bisal a wahrheit dabei .

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    Phillip Thern

    Wir könnten jetzt mit der Definition von ‚brauchen‘ rumspielen, aber ich fände es durchaus sinnvoll

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    Marcel Heldt

    So lange nicht klar ist was die EU ist benötigt sie keinen Finanzminister*in. Denn nur ein Staat benötigt das.

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    Thomas Goppel

    Wir bräuchten zunächst einmal eine stabile, starke funktionierende Regierung in Deutschland!

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