Die EU hat dringenden Reformbedarf. Soweit sind wir uns einig und Kritik daran, wie es derzeit mit den Institutionen läuft ist in aller Munde. Was aber mit welchen Mitteln erreicht werden soll, darüber herrscht kaum Einigkeit. Weder in den Sondierungsgesprächen der deutschen Parteien, die um ein Jamaikabündnis streiten, noch innerhalb Europas.

Eurokrise, Flüchtlingskrise, Brexit…es läuft nicht mehr Rund in Europa. Neue Herausforderungen fordern alte Strukturen heraus, vielleicht brauchen wir ein neues Modell? Dabei stehen viele Ideen im Raum. So hat der Österreicher Robert Menasse gerade den Deutschen Buchpreis für „Die Hauptstadt“ erhalten. Der Gesellschaftsroman ist ein Krimi, der in der europäischen Hauptstadt Brüssel spielt und ein supranationales Europa vorschlägt. Neue Ideen sind also in den Bestsellerlisten angekommen. Frankreichs Präsident Macron hat auch bereits konkrete Vorschläge gemacht und sucht nun nach Verbündeten in Europa, die seine Ideen mit umsetzen wollen.

Für das Gegenmodell stehen europaskeptische Parteien, die sich über Landesgrenzen hinweg gemeinsam gegen die EU engagieren. Dabei nutzen Parteien wie die AfD, Marine Le Pens Front National und Geert Wilders PVV auch die europäischen Institutionen und Gelder für ihren Kampf. Prominentestes Beispiel ist wohl der langjährige Europaabgeordnete Nigel Farage, der letztendlich durch den Brexit seine Politkarriere in Brüssel beenden muss. Ist der Weg zurück zu souveränen Einzelstaaten eine weitere Option? Angesichts der zunehmenden Wählerunterstützung scheinen das viele zu glauben.

Wir haben zahlreiche Kommentare von euch zum Thema erhalten und haben mit Professor Ulrike Guérot gesprochen, um eure Ideen zu diskutieren. Frau Guérot wirbt mit ihren Schriften, Forschung und Vorträgen seit Jahren für eine Europäische Republik der Regionen.

Pieter hat geschrieben, dass er ein Europa der Regionen ohne Nationalstaaten unter dem Dach einer Europäischen Republik fordert. Kann Frau Guérot diese Idee erklären?

Elajah hat den Gegenvorschlag gemacht. Er will eine neue EU Handelsunion aus souveränen Einzelstaaten, wirtschaftlich stabil und in friedlicher Kooperation. Dabei sollen jedoch die Mitglieder selbstständig bleiben. Können wir vielleicht einfach zurück zu den „guten alten Zeiten“?

Johannes befürchtet, dass der EU etwas Identitätsstiftendes fehlt: Eine einheitliche Sprache mit einer europäischen Öffentlichkeit. Ihm fehlen Medien, die die gesamte EU abdecken, wie dies in den USA ist. Auch Henri ist davon überzeugt, dass eben ein Grieche nicht wie ein Deutscher und ein Deutscher nicht wie ein Franzose denkt. Können wir eine Republik aufbauen, ohne einander im wörtlichen Sinne zu verstehen?

Brauchen wir ein neues Europamodell? Haben die alten Strukturen ausgedient? Was würdet ihr ändern? Schreibt uns eure Ideen und diskutiert mit!

Foto: cc/ flickr – European Parliament



One Kommentare Schreib einen KommentarKommentare

Was denkst du?

  1. avatar
    Franz-Josef Stummann

    Soll mit diesem Modell auf Förderung der kulturellen Vielfalt und der Gleichberechtigung wie Anerkennung aller in Europa gesprochenen Sprachen, auch der „lesser used “ verzichtet werden?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Notify me of new comments. You can also subscribe without commenting.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

By continuing to use this website, you consent to the use of cookies on your device as described in our Privacy Policy unless you have disabled them. You can change your cookie settings at any time but parts of our site will not function correctly without them.